Aktuelle Meldungen vom 24.7.1999
"Kinderlebensmittel" führen in die Irre
Wo "gesund" draufsteht, ist oft Fragwürdiges drin, meint die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV).
BONN. Sie werden viel und meist erfolgreich angepriesen - sogenannte Kinderlebensmittel. Dabei verspricht die Werbung viel und hält wenig, so die Einschätzung der AgV. Deshalb setzen sich die Verbraucherschützer für mehr Klarheit ein.
Zwar lieben Kinder die bunten Verpackungen und das häufig beigefügte Spielzeug, Mütter lassen sich von Hinweisen über zugegebene Vitamine und andere Nährstoffe überzeugen. In Wahrheit seien aber gerade diese Lebensmittel für Kinder häufig nicht geeignet, weil sie zu viel Zucker oder Fett enthalten. Manchmal würden zudem mehr Emulgatoren, Farb- und Konservierungsstoffe eingesetzt als in herkömmlichen Lebensmitteln.
Verordnung fehlt
Im Gegensatz zur Säuglings- und Kleinkindernahrung unterliegen Kinderlebensmittel keiner speziellen Verordnung. Somit können die Hersteller den Kinderprodukten alle zugelassenen Nährstoffe bis zum dreifachen der empfohlenen Tagesration beimischen. Ob die Zusammensetzung der Zusätze aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist, spiele dabei keine Rolle, kritisiert die AgV.
Die Frage, wie eine gesunde Ernährung aussehen sollte und wie oft "Ungesundes" gegessen werden darf, wird von seriösen Beratern sehr differenziert beantwortet, weil viele Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind.
"Wissen, was auf den Tisch kommt", ist deshalb das Motto der EU-Kampagne "Talking food", die jetzt in die zweite Phase geht. Ab August startet eine Hotline, bei der es Wissenswertes zur Lebensmittelsicherheit, -kennzeichnung und -werbung gibt: Die Hotline ist ab 4. August mittwochs und freitags jeweils von 14 bis 17 Uhr zu erreichen unter : 0180 / 561 23 45.
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