Ozon schädigt Kinder
Hohe Ozonkonzen
trationen können das Lungenwachstum bei Kindern verzögern. Zu
diesem alarmierenden Zwischen
ergebnis kommt eine Langzeitstudie an der Freiburger
Universitätsklinik.
Direkte Auswirkungen des verminderten Lungenwachstums wie geringere Leistungsfähigkeit der Kinder oder erhöhte Neigung zu Entzündungen konnten die Ärzte jedoch nicht feststellen. Der Wachstumsrückstand der Lungen wurde im Zeitraum von April bis Oktober registriert. Ob er in den Wintermonaten, in den die Ozon-Konzentrationen absinken, wieder aufgeholt wird, ist nach Aussagen von Studienleiter Joachim Kühr noch ungeklärt. Die Wissenschaftler wollen ihre Untersuchung noch zwei weitere Jahre fortsetzen, um die bisherigen Zwischenergebnisse festigen zu können.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, daß hohe Ozonkonzentrationen die Empfindlichkeit der Kinder für Allergene wie Pollen oder Tierhaare nicht steigern. Allerdings reagierten die Kinder bei steigenden Ozonwerten mit juckenden Augen.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist genauso alarmierend wie das verzögerte Lungenwachstum. Es betrifft allerdings nicht alle Kinder, sondern nur die, die an Asthma oder anderen chronischen Erkrankungen der Atemwege leiden. Für diese Kinder sind hohe Ozonwerte (mehr als 180 Mikrogramm) gesundheitsgefährdend. Zwar weiß man seit langem, daß bei erhöhten Ozonwerten mehr Asthma-Patienten mit akuten Anfällen ins Krankenhaus eingewiesen werden. Kühr und seine Mitarbeiter konnten nun den Nachweis aber auch für Kinder führen. Sie stellten fest, daß sehr hohe Ozonwerte und gleichzeitige körperliche Anstrengung vermehrt zu akuten Anfällen führen oder vorhandene Beschwerden verstärken. Die Wissenschaftler empfehlen deshalb Eltern, asthmakranke Kinder an Tagen mit erhöhter Ozonbelastung (auch unter 180 Mikrogramm) nicht zu lange im Freien spielen zu lassen.
Für gesunde Kinder fällt die Empfehlung differenziert aus. Grundsätzlich könne man sie bis zu Werten von 180 Mikrogramm draußen spielen lassen, sagte Lühr bei der Präsentation der Ergebnisse in Freiburg. Jedoch hält er es im Einzelfall für sinnvoll, den Arzt zu fragen. Denn auch manche gesunde Kinder reagieren empfindlicher auf bodennahes Ozon als andere.
Das Gas Ozon entsteht in den Sommermonaten vor allem durch Autoabgase. Es bildet sich unter Sonneneinwirkung aus Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen. Erst bei sehr hohen Werten (ab 240 Mikrogramm) greift die Sommersmogverordnung. Sie sieht Fahrverbote vor.
Quelle: Deutsche Presse Agentur (dpa)
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