Kälberdoping geht weiter
Bei einer Razzia in NordrheinWestfalen haben Fleischfahnder erneut verbotene Masthilfsmittel entdeckt. Außerdem stießen die Kontrolleure auf CortisonPräparate.
Düsseldorf, 31. August. Mastkälber werden von skrupellosen Landwirten weiterhin als wandelnde Apotheken behandelt. Bei einer Razzia in 25 münsterländischen Viehmastbetrieben entdeckten die Veterinärbehörden erneut verbotene Mastbeschleuniger. In fünf Betrieben, so die Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn (Grüne), seien Beschleuniger mit pharmakologischer Wirkung nachgewiesen worden. Diese Substanzen können die Gesundheit schädigen.Auf neun weiteren Höfen fanden die Ermittler laut Bericht der Tageszeitung taz Cortisonpräparate. Nach Angaben von Höhn führen die Spuren der erneuten Manipulationen auch in die Niederlande. Ihr Ministerium suche in Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden nach Beweisen.
Profitgier als Motiv
Die Ministerin sagte, sie sei über die Ergebnisse sehr beunruhigt. Gegen solche Vorgänge würden keine Appelle helfen, "solange man mit diesen Methoden 20 Prozent mehr Geld verdienen kann als anständige Landwirte". Höhn kritisierte die "Untätigkeit der zuständigen Minister in Bonn".
Schützen kann sich der Verbraucher vor solchen Machenschaften derzeit nur, wenn er Fleisch aus artgerechter Tierhaltung kauft, das mit dem Bio-Siegel eines ökologischen Anbauverbandes (Bioland, Demeter, Naturland usw.) versehen ist. Im Öko-Landbau wird nicht nur auf Masthilfsmittel verzichtet. Es kommen auch so weit wie möglich Naturheilverfahren für Tiere zum Einsatz.
Bereits vor zehn Tagen waren im niedersächsischen Emsland 127 Höfe
wegen des Verdachts auf illegale Kälbermast durchsucht worden. In 65
Unternehmen hatten die Ermittler das verbotene Mastmittel Clenbuterol in
den Kälbern nachgewiesen. Das Mittel steht im Verdacht, für Menschen
krebserregend zu sein.
| - | + | Leserbrief schreiben | Seite empfehlen | |


