Weihnachtsbraten ohne Antibiotika
Die Verbraucher verbände fordern ein EU-weites Verbot der umstrittenen Masthilfs mittel nach dem Vorbild von Schweden.
Bonn, 14. Dezember. Ein Weihnachtsbraten, der gesundheitlich bedenklich ist? Für die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) ist das keine appetitliche Vorstellung. Sie empfiehlt daher den Kunden, Fleisch aus dem ökologischen Landbau sowie von Markenfleischprogrammen wie Neuland zu kaufen, die die artgerechte Tierhaltung kontrollieren.Durch Verbesserungen in der Tierhaltung könne man auf den Einsatz von Antibiotika leicht verzichten, schreibt die AgV in einer Pressemitteilung. Obwohl inzwischen immer mehr Wissenschaftler vor dieser Praxis warnen, ist es in der Tiermast immer noch üblich, zur schnelleren Gewichtszunahme und rein prophylaktisch dem Tierfutter antibiotische Wirkstoffe zuzugeben.
Lebensbedrohende Infektionen
Der seit Jahrzehnten massenhafte Einsatz dieser Mittel hat dazu geführt, daß Krankheitserreger Resistenzen gegen Antibiotika ausgebildet haben, die in der Humanmedizin enorm wichtig sind. Eine Salmonelleninfektion kann daher lebensbedrohend werden, wenn die eingenommenen Antibiotika wirkungslos bleiben. Vor einigen Monaten starb in Dänemark eine Frau nachweislich wegen dieser Problematik.
Die AgV appelliert an die EU-Agrarminister, anläßlich ihrer Tagung Mitte Dezember dem Beispiel Schwedens zu folgen und das Verbot von antibiotisch wirkenden Leistungsförderern EU-weit auszudehnen. Nur so ließen sich die schwerwiegenden Gesundheitsrisiken vermeiden. Betroffen sind Stoffe wie Tylosin, Spiramycin, Virginiamycin und Zink-Bacitracin.
In dem Faltblatt "Überregionale Markenfleischprogramme für Rind- und Schweinefleisch" haben die Verbraucher-Zentralen diejenigen Erzeugergemeischaften aufgelistet, die bereits jetzt freiwillig auf Antibiotika verzichten. Es ist gegen eine geringe Gebühr in allen Beratungsstellen erhältlich.
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