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Naturkost von A bis Z

Bio Einkauf

nicht immer für ein Appel und ein Ei

Die realen Kosten des Supermarktessens

Die moderne Landwirtschaft wird bestimmt durch Pestizide, Gentechnik und synthetische Mineraldünger. Lange Transportwege, die die großen Handelsketten in Kauf nehmen, bedingen einen hohen Energieverbrauch, Luftverschmutzung und Zerstörung der Landschaft durch Straßenbau. Schadstoffe in Lebensmitteln und der Umwelt sind die Folgen, die Kosten dafür sind unberechenbar.

Die industrielle Massentierhaltung ermöglicht zwar ein billiges Fleischangebot, die Folgen für die Umwelt sind jedoch gravierend: Kot und Harn landwirtschaftlicher Nutztiere bilden Ammoniak und sind an der Überdüngung und Versäuerung der Wälder beteiligt. Oft wird das Grundwasser mit Nitrat belastet. Verfütterung von Tiermehl an Kühe führte Ende 2000 in Deutschland zu der BSE-Epidemie.

Kurzfristig sind die Massen-Produkte billig, das dicke Ende kommt hintendran. Der Gammelfleisch-Skandal hat gezeigt, wohin das führt. Rechnet man auf jedes konventionell erzeugte Produkt die Kosten für die Beseitigung von Umweltschäden, die des Gesundheitswesens und die EU-Subventionen, sind Öko-Produkte deutlich preiswerter.

Bio – gibt’s nicht für „ein Appel und ein Ei“

Der Bio-Anbau ist ein Beitrag zum Naturschutz und damit auch eine Investition in die Zukunft. Öko-Landwirte brauchen höhere Preise. Im ökologischen Pflanzenbau sind durch den Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz sowie Mineraldünger die Erträge um 10–50% geringer. Der Verzicht auf die chemische Keule bedeutet, daß mehr menschliche Arbeit nötig ist: Unkraut wird gejätet, Schädlinge werden von Hand abgesammelt oder mechanisch beseitigt. Dies alles ist zeitaufwendiger. Die Personalkosten sind im Vergleich zu konventionellen Betrieben höher.

Die artgerechte Tierhaltung verursacht ebenfalls höhere Kosten. Bio-Futtermittel sind teurer. Tiere, die artgerecht gehalten werden, brauchen mehr Platz, ihre Leistungen sind geringer. Natürliche Bewegung und der Verzicht auf Mast oder künstliche Futtermittelzusätze bringen 10–40% niedrigere Erträge.

Auch die natürliche Weiterverarbeitung ist aufwendiger. Zum Beispiel: Bio-Bäcker stellen ihren Sauerteig selber her, ohne Schnell-Backmischungen. Das dauert länger. Gemüse und Obst sind handverlesen. Stengel und Blätter kommen nicht ins Bio-Glas, dafür umso mehr Frucht.

Bio-Lebensmittel enthalten keine künstlichen Konservierungsstoffe. Kürzere Haltbarkeit und größere Ausfälle schmälern die Umsätze. Naturkost wird also werterhaltend und mit möglichst wenig Schaden für die Umwelt produziert und verarbeitet. Fairness und Transparenz sind zentrale Anliegen von Herstellern und Handel. Dies alles hat seinen Preis – der bei konventioneller Ware der Allgemeinheit aufgebürdet wird.

Die steigende Nachfrage beeinflußt den Bio-Markt positiv, senkt die Preise und steigert die Chancen für eine lebenswerte Zukunft. Im Jahr 2010 ist die Zahl der Bio-Bauern in Deutschland um 4,3 Prozent auf jetzt 21.942 gestiegen. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche nahm um 4,2 Prozent auf 990.702 Hektar zu. Diese Zahlen teilte das Bundesland-wirtschaftsministerium mit. Der Anstieg war etwas geringer als im Vorjahr. Weniger stark wuchs die Zahl zertifizierter Verarbeiter und Händler. Insgesamt waren Ende 2010 exakt 32.714 Unternehmen im Öko-Sektor tätig.

Der Einkauf im Naturkostladen ist aktiver Umweltschutz, der sich lohnt. Hier gibt es das breiteste Angebot aus garantiert ökologischem Anbau, fundierte Beratung, Qualität, Kompetenz und Service.

Was gibt’s im Naturkostladen?

In Naturkostläden finden Sie eine große Warenvielfalt, die garantiert ökologisch erzeugt und meist auch fair gehandelt ist. Nicht nur aber auch durch die europäische Gesetzgebung ist wirklich Bio drin, wo Bio draufsteht. Begriffe wie „aus biologischer Landwirtschaft“, „aus ökologischem Anbau“, „biologisch“ oder „von einem biologisch-dynamischen Betrieb“ stehen immer für echte Bio-Ware.

Special: Fairer Handel

Der Naturkosthandel ist der natürliche Partner zur Verwirklichung der Ziele des fairen Handels auf globaler und regionaler Ebene. Die gerechte Bezahlung umwelt- und sozialverträglicher Produktionen steht im Vordergrund. Bio-Bauern und -Hersteller werden für ihren Mehraufwand fair entlohnt. Der Naturkosthandel etabliert Produkte aus sozial und ökologisch verträglichem Anbau und Handel auf dem Markt und garantiert gerechte Preise – überall.

Einkaufstips zum günstigen Bio-Einkauf

So können Sie sparen, ohne auf gesunde Qualität zu verzichten: Kaufen Sie Gemüse entsprechend der Jahreszeit und nutzen Sie das niedrige Preisniveau.

  • Pflanzliche Kost mit viel Gemüse, Kartoffeln, Obst, Getreide und Hülsenfrüchten ist kostengünstiger und zudem gesünder als die übliche auf Fleisch und Wurst ausgerichtete Nahrung.
  • Mit Lagergemüse und –obst kommen Sie preiswert über den Winter. Großeinkäufe sind oft sinnvoller als Spontankäufe.
  • Selbst gezogene Keimlinge machen wenig Arbeit und liefern jederzeit Frisches von der Fensterbank.
  • Selber kochen ist billiger als der Kauf von Fertigprodukten.
  • Wer Brot und Kuchen aus biologischem Vollkorngetreide selber backt und eventuell den Vorrat einfriert, schont sein Portemonnaie.
  • Spezialitäten, Süßigkeiten und Alkoholika sind auch im Naturkostladen teurer als Grundnahrungssmittel und nicht für jeden Tag bestimmt.
  • Kräuter- und Früchtetees kosten nur wenig und sind genauso erfrischend wie Obstsäfte.
  • Vergleichen Sie die Preise.
  • Achten Sie auf Sonderangebote.
  • Wer ganze Verpackungseinheiten einkauft, bekommt oft Rabatte.
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