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Die winterliche Festtagsküche

Geschichten rund um die winterlichen Festtage

In der kalten und dunklen Jahreszeit bereitet Feiern besonderes Vergnügen. Es erhellt den meist winterlich-grauen Alltag. Wohl auch deswegen versammelten sich schon unsere Vorfahren während der langen Nächte zu ausgelassenen Festen mit üppigen Speisen und Getränken. Bis heute ist die Lust am Feiern, gerade in der Winterszeit geblieben.

Traditioneller Start in die Wintersaison ist seit langem der Martinstag, der 11. November. Früher fanden zu dieser Zeit bunte Herbstmärkte statt, auf denen die Menschen sich mit Vorräten für die kargen Wintermonate eindeckten. Erste Gelegenheit in - teilweise nur durch die katholische Moral gehemmte - Ausgelassenheit das triste Winterhalbjahr erfreulich zu gestalten.

Geheimnisvolle Düfte, flackernder Kerzenschein und gemütliche Bastel- und Backstunden begleiten dann die Vorweihnachtszeit. Höhepunkte der winterlichen Festtage waren und sind Weihnachten und Silvester. Essen spielte zu diesen Festen schon immer eine zentrale Rolle. Die angelegten Vorräte, konservierten Lebensmittel und die letzten Reste frischer Speisen wurden aufgetischt, um festlich zu feiern und die Härten des Winters zu vergessen. Festtagskalender

  • 11. November: Martinstag
    Der Heilige Martin wurde Anfang des 4. Jahrhunderts als Sohn eines römischen Tribuns in Ungarn geboren. Mit 18 Jahren ließ er sich taufen. Er lebte als Einsiedler und gründete im französischen Poitiers ein Kloster. 371 wurde er Bischof von Tours. Die Legende besagt, daß er seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Seit dem ist er der Schutzpatron der Armen, Reiter und Soldaten.
    Der Martinstag wird traditionell mit Gänsebraten gefeiert, aber auch andere Genüsse wie Karpfen, Krapfen und Hörnchen werden gereicht. Am Vorabend brennen die Martinsfeuer. Kinder und Erwachsene ziehen zu seinen Ehren mit Lampen und Laternen durch die Straßen.

  • 6. Dezember: Nikolaus
    Der echte Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert als Bischof in Kleinasien. Bereits im Mittelalter wurde er als Heiliger und Schutzpatron der Kinder verehrt. Der Brauch am 6. Dezember Geschenke zu verteilen, entwickelte sich in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.
    Der Weihnachtsmann, Sankt Nikolaus, Santa Claus und Sinterklaas sind ein und dieselbe christliche Figur. Das Bild vom alten Mann mit seinem weißen Bart und roten Mantel ist relativ jung. Bis ins 19. Jahrhundert trug er einen Bischofsmantel oder eine lange braune Kutte mit Kreuz, Weinflasche und eine Krone aus Stechpalmenzweigen.
    Die Geschenke bringt der Nikolaus in der Nacht zum 6. Dezember in manchen Ländern zu Fuß, in anderen mit einem Schlitten. Die immer häufiger vorgespannten Rentiere sind Überbleibsel aus der nordischen Mythologie, in der Odin mit 42 geisterhaften Jägern auf Rentieren über den Himmel reitet.
    Traditionell gehören Nüsse, Äpfel und Süßigkeiten zu Nikolaus. Spekulatius gilt in den Niederlanden als das Gebäck des Heiligen Nikolaus und wird mit Marzipan gefüllt St. Nikolaus genannt.

  • 24.-26. Dezember: Weihnachten
    Unser Weihnachtsfest verbindet unterschiedliche Traditionen, die auf alte religiöse und gesellschaftliche Bräuche und Überlieferungen zurückgehen. Diese weltlichen und religiösen Rituale verschmolzen im Laufe der Zeit zu einem einzigartigen Fest.
    Der Ursprung liegt in den vorchristlichen Festen der Wintersonnenwende, an denen der kürzeste Tag des Jahres als Wendepunkt und die baldige Rückkehr der Sonne, der längeren Tage und Fruchtbarkeit gefeiert wurden.
    Auch die Römer zelebrierten eines ihrer größten Feste in dieser Zeit. Die Saturnalien wurden mit einem prächtigen Mahl auf Staatskosten vom 17.-24. Dezember begangen.
    Die christliche Kirche feierte ursprünglich unterschiedliche Tage als Christi Geburt. Um das "heidnische" Fest der Wiedergeburt des Lichtes in der dunklen Jahreszeit zu verdrängen, versuchte man diese zuerst auf den 6., dann auf den 1. Januar zu legen. Schließlich einigte man sich auf den 25. Dezember, da man feststellte, daß sich die "Heiden" nicht von ihrer Wintersonnenwende abbringen ließen. Aus dem 6. Januar wurde das Fest der Heiligen drei Könige. Der 1. Januar zu dem Neujahrstag, der eng mit dem heiligen Sylvester verknüpft wurde. Im ausgehenden Mittelalter verbanden sich die "heidnischen" mit den christlichen Bräuchen, wie das Schmücken von Häusern, Straßen und Gebäuden mit immergrünen Zweigen. Zur Wintersonnenwende wurden in den zwölf Rauchnächten grüne Äste als Schutz und Zaubermittel geschlagen, woraus der Weihnachtsbaum entstand. 1746 wurde er erstmals urkundlich in Pennsylvania erwähnt. Erst im 19. Jahrhundert bekamen Christbäume in Deutschland Schmuck aus Äpfeln, Papierblumen und Kerzen. Die industrielle Produktion des Christbaumschmucks begann bereits kurz vor der Jahrhundertwende.
    Martin Luther und anderen Reformatoren verdanken wir die weihnachtliche Bescherung, die heute in Kaufrausch und Geschenkeorgien umgeschlagen ist. Dabei wollten die Reformatoren Weihnachten "nur" von den "heidnischen" Winterbräuchen und den katholischen Zeremonien befreien.
    Essen und Trinken war zu Weihnachten jedoch schon immer von zentraler Bedeutung. Einige traditionelle Weihnachtsgerichte sind Zeugen einer Zeit, in der getrocknete Nüsse, Früchte und Gewürze aus fernen Ländern Luxus waren und für besondere Anlässe aufbewahrt wurden. Typisch sind die mit Nüssen und Äpfeln gefüllte Weihnachtsgans und der traditionelle Karpfen in Deutschland.

  • 31. Dezember & 1. Januar: Silvester und Neujahr
    Ursprünglich wurden die bösen Geister in der Nacht zwischen den Jahren mit Knallerei und lärmenden Umzügen vertrieben. Den christlichen Namen verdankt der 31. Dezember dem Heiligen Silvester, der den römischen Kaiser Konstantin der Legende nach vom Aussatz befreite.
    Tradition ist die Silvesterparty mit dem klassischen Bleigießen zur Begrüßung des neuen Jahres. Vielerorts wird Feuerzangenbowle angerührt und Krapfen und Käsefondues als typisches Essen gereicht. Heute fließt Küchentradition vieler Kulturen in das Silvestermenü.
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