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Die winterliche Festtagsküche

Köstliche Vollwert-Naschereien

Die gemütliche Winterzeit zu Hause, bei Kerzenschein und einer Kanne Tee sitzen, da fehlt nur noch etwas Süßes zur völligen Behaglichkeit. Alle Geschäfte sind überfüllt mit Naschereien. Plätzchen, Schokolade & Co sollen uns überall in Versuchung führen.

Wer bekommt da nicht Lust auf etwas Leckeres zum Naschen? Doch gleichzeitig überkommt NaturköstlerInnen das schlechte Gewissen. Aber Naschen muss nicht immer Sünde sein. Denn vollwertige Ernährung und süße Lust können durchaus zusammenpassen. Mit Vollwert--Süßigkeiten in Maßen genossen und einigen Regeln, bleibt die Gesundheit geschont.

Das richtige Maß ist in Puncto Naschen ganz besonders wichtig - auch bei solchen mit möglichst naturbelassenen Zutaten. Hin und wieder kleine Mengen naschen, dafür aber mit vielen natürlichen Zutaten, wie z.B. Honig und Bio-Vollwertmehl, ist ein gesundes Motto. Greifen Sie auf Naschereien aus dem Bio-Laden zurück. Denn hier sind alle Zutaten garantiert aus kontrolliert biologischem Anbau, ohne künstliche Zusätze und schonend verarbeitet. Trockenfrüchte werden z.B. nicht geschwefelt.Meiden Sie hingegen "Super"- Süßigkeiten. Denn die Liste der künstlichen Zutaten - Gelier- und Überzugsmittel, Farb-, Konservierungs-und Aromastoffe... - ist riesig. Der Hauptbestandteil von herkömmlichen Süßigkeiten ist isolierter, raffinierter und ungesunder Zucker. Oft werden die "Leckereien" aus der Tüte gar radioaktiv bestrahlt oder gentechnisch bearbeitet. Da vergeht einem jede, gesunde Lust.

Am schönsten, spaßigsten und geschmacksintensivsten ist es immer noch Naschereien selber zu machen. Gemeinsam mit Partner, Kindern und Freunden ist dies ein ganz besonders leckerer Winterzeitvertreib. Wenn Sie naturbelassene Zutaten aus Öko-Landbau verwenden, dann sind Ihre Leckereien auch so gesund wie möglich. Auch mit Bio-Zutaten entsprechen Plätzchen, Pralinen und andere Naschereien nicht der reinen Vollwert-Lehre. Doch NaturköstlerInnen ernähren sich sonst doch immer vollwertig und gesund...


Gesunde Zutaten für vollwertige Naschereien

1. Verwenden Sie so naturbelassene Zutaten wie möglich aus Öko-Landbau, Milchprodukte und Eier immer aus artgerechter Tierhaltung.

2. Nehmen Sie anstelle von herkömmlichen, weißem Mehlen frisch gemahlenes Bio-Vollkornmehl. Tip: Lassen Sie jeden Vollkornteig vor der weiteren Verarbeitung etwas ruhen, da die enthaltene Kleie Zeit braucht, um Flüssigkeit aufzunehmen.

3. Ersetzen Sie raffinierten Industrie-Zucker durch Bio-Honig, Dicksäfte, Ahornsirup und Trockenfrüchte. Tip: Honig ist nicht gleich Honig. Am besten geeignet sind milde Vielblütenhonige oder Akazienhonig.

4. Als Backtreibmittel empfiehlt sich das magenfreundliche Weinsteinbackpulver.

5. Wird Salz benötigt, greifen Sie nicht zu Industrie-Salz, sondern zum mineralstoffreicheren, jodhaltigen Meersalz oder Kräutersalz für würzige Knabbereien.

6. Gehen Sie auf Nummer sicher und kaufen Sie die Zutaten im Bio-Laden.

Wir haben hier für Sie eine kleine Auswahl klassischer Weihnachts-Leckereien getroffen und zeigen Ihnen, wie diese vollwert-köstlich zubereitet werden.

Vanillekipferl

  • 250g Weizen
  • 2 Eigelb
  • Salz
  • 50g Honig
  • Mark von einer Vanilleschote
  • 200g Butter
  • 100g Mandeln

Weizen fein mahlen und mit Eigelb, Salz, Honig und Vanillemark vermischen. Butter in Flöckchen darüber geben. Mandeln fein mahlen und hinzufügen. Alles zu einem glatten Teig verarbeiten und eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Aus dem Teig halb Zentimeter dicke und fünf Zentimeter lange Rollen formen und zu Kipferln biegen. Auf einem ungefetteten Backblech bei 200°C 10 Minuten backen.

Zimt-Taler

  • 200g Weizen
  • 2 El Kakao- oder Carobpulver
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver
  • 3 El Honig
  • 2 Tl Zimt
  • 50g weiche Butter

Weizen fein mahlen und mit dem Kakao- oder Carobpulver und dem Backpulver vermischen. Restliche Zutaten unterrühren. Den Teig eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Anschließend auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen. Mit runden Förmchen oder Glas Plätzchen ausstechen. Diese auf einem gefetteten Backblech bei 180°C 20 Minuten backen.

Nussplätzchen

  • 100g Weizenschrot (fein gemahlen oder Type 1700)
  • 100g Roggenmehl (Type 1150)
  • 1 Ei und 1 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • 50g fester Honig
  • 100g Butter
  • 60g gemahlene Haselnüsse
  • 1 El Sesam
  • 1 El Honig
  • 1 Tl Crème fraîche
  • einige verschiedene Nüsse zum Garnieren

Schrot, Mehl, Salz und gemahlene Haselnüsse in einer Schüssel vermengen. Eine Mulde in das Gemisch drücken. Ei und Eigelb hineingeben. Honig und Butter in Stückchen auf dem Rand verteilen. Alles miteinander zu einem festen Teig verkneten. Abgedeckt 30 Minuten kühl stellen. Aus dem Teig walnussgroße Kugeln formen, etwas eindrücken und auf ein gefettetes Backblech setzen. Bei 175-200°C 15-20 Minuten backen.
Sesam in einem kleinen Topf unter Rühren anrösten. Honig und Crème fraîche hinzufügen und unter Rühren einkochen. Abkühlen lassen. Etwas von der Sesam-Honig-Mischung in die Vertiefung der Plätzchen geben und eine Nuss hineindrücken.

Kokos-Aprikosen-Zwetschgen-Makronen

  • 200g Weizenschrot (fein gemahlen oder Type 1700)
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 60g Honig
  • 125g Butter
  • je 50g getrocknete Aprikosen und Zwetschgen
  • 100g Kokosraspeln
  • 4cl Aprikosengeist
  • 4 El Orangensaft

Butter mit Honig und Salz schaumig rühren. Nach einander Eier und Schrot untermischen. 30 Minuten ausquellen lassen. Aprikosen und Zwetschgen sehr fein zerkleinern. Aprikosengeist und Orangensaft erhitzen. Trockenfrüchte hinzugeben und kurz ziehen lassen. Mit den Kokosraspeln mischen und alles unter den Teig rühren. Teig mit zwei Teelöffeln oder mit einem Spritzbeutel zu Makronen großen Tupfern formen und auf das gefettete Backblech setzen.
Bei 175°C in 20-25 Minuten goldbraun backen.

Apfel-Stollen
Auch leckerer Weihnachtsstollen soll nicht fehlen....

  • 250g Weizen
  • 80g Roggen
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 150g Honig
  • 150g grob gehackte Haselnüsse
  • 500g Äpfel
  • 50g Rosinen
  • 50g kandierte, klein geschnittene Orangenschalen
  • Zimt, Ingwer, Nelken

Weizen und Roggen fein mahlen und mit dem Backpulver vermischen. Äpfel raspeln. Mit Honig, Haselnüssen, Rosinen und Orangenschalenstücken verrühren. Teig mit den Gewürzen abschmecken. In einer gefetteten Kastenform bei 180°C etwa 70 Minuten backen.

Hutzelbrot
Hutzelbrot stammt aus dem Schwabenland und wird in vielen verschiedenen Variationen gebacken. Übrigens: Hutzeln ist die Bezeichnung für die getrockneten Birnenscheiben.

  • 150g Roggen
  • 150g Weizen
  • 6 Eier
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 250g Vollrohrzucker
  • Mark von 2 Vanilleschoten
  • je 200g getrocknete Zwetschgen, Feigen, Birnen (Hutzeln)
  • 50g getrocknete Aprikosen
  • 100g Rosinen
  • Anis, Zimt, Nelken
  • 2 El frisch gepreßter Zitronensaft
  • 200g gehackte Haselnüsse
  • 300g gehackte Mandel

Die getrockneten Zwetschgen, Birnen und Feigen über Nacht in Wasser einweichen. Das Obst abtropfen lassen und grob zerkleinern. Getrocknete Aprikosen fein würfeln. Das gesamte Obst mit Rosinen, Haselnüssen und Mandeln in eine Schüssel geben, mit Anis, Zimt und Nelken würzen, mit Zitronensaft beträufeln und gut vermengen.
Roggen und Weizen mahlen. Die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Mark der Vanilleschoten und die Früchte-Nuss-Mischung hinzufügen. Zuletzt das mit dem Backpulver vermengte und frisch gemahlene Mehl nach und nach unterkneten. Zuletzt noch einmal alles gut durchkneten.
Den Teig zu zwei Brotlaiben formen. Auf ein gefettetes Backblech geben. Bei 180°C 70-80 Minuten backen. Nach dem Backen auf einem Rost abkühlen lassen.

    Hutzelbrot
    Weinbeer, Mandeln, Sultaninen,
    Süße Feigen und Rosinen,
    Welsche Nüsse, fein geschnitten,
    Zitronat auch, muss ich bitten,
    Birnenschnitze doch zumeist

    Und dazu den Kirschengeist
    Wohl geknetet mit der Hand
    Alles tüchtig durcheinander
    Und darüber Teig gewoben.-
    Heisa, das muss ich mir loben,
    Solch ein Brot kann's nur im Leben
    Jedesmal zur Weihnacht geben!

    Isabella Braun

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