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Naturkost basics - Stichwort

Aromastoffe

Definition:

Chemische Substanzen, die für den typischen Geschmack - das Aroma - eines Lebensmittels/Nahrungsmittels sorgen. Laut Lebensmittelgesetz dürfen Aromen als Zusatzstoffe beigefügt werden. Sie müssen zwar deklariert werden, sind aber nicht näher kennzeichnungspflichtig. Ernährungswissenschaftlich ist ihr Einsatz umstritten, da sie in Zusammenhang mit Übergewicht gebracht werden. Außerdem kennen Kinder durch die großzügige Aromatisierung von Lebensmitteln oft gar nicht mehr den natürlichen Eigengeschmack der Rohstoffe.

Herstellung

  • Natürliche Aromastoffe. Ausgangsstoffe sind pflanzlicher oder tierischer Herkunft, sie müssen aber nicht zwangsläufig aus dem namensgebenden Rohstoff stammen. Als Grundstoff darf beispielsweise auch Baumrinde (Cellulose)verwendet werden. Die Aromen werden über physikalische, enzymatische oder mikrobiologische Prozesse gewonnen. Chemische Lösungs- und Extraktionsmittel dürfen verwendet werden und sind teilweise im Endprodukt noch nachweisbar. Natürliche Aromen sind etwa zehnmal so teuer wie künstliche Aromen.
  • Naturidentische Aromastoffe. Der Name verspricht mehr Natur, als das Produkt halten kann. Damit sind Laboringredienzen gemeint, die eine ähnliche chemische Struktur wie das natürliche Vorbild aufweisen. Vanillin, ein häufig verwendetes naturidentisches Aroma stammt beispielsweise aus Lignin, einem Grundelement der Zellstoffherstellung, aus dem es chemisch synthetisiert wird.
  • Künstliche Aromastoffe. Werden besonders in der Süßwarenindsutrie eingesetzt. Erlaubt sind sie zum Beispiel bei künstlichen Heiß- oder Kaltgetränken, süßen Soßen, Kunstspeiseeis oder Brausepulver. Diese Aromastoffe sind reine Syntheseprodukte - sie haben keine Vorbilder in der belebten Natur.

Konventionelle Produkte

Aromastoffe werden zahlreichen verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Tees, Süßspeisen oder Getränken zugesetzt, um diese geschmacklich aufzupeppen oder um die beim Verarbeitungsprozeß verloren gegangenen Geschmacksstoffe wieder zu ergänzen.

Biologische Produkte

Die EU-Öko-Verordnung erlaubt zur zusätzlichen Aromatisierung von Bio-Lebensmitteln nur die sogenannten natürlichen Aromen. Der Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel e.V. lehnt dagegen jegliche Verwendung von Aromen zur Imitierung von Rohstoffen oder zur Behebung von Qualitätsmängeln ab. Deshalb sollen - wenn überhaupt - nur Öko-Lebensmittel, Aromaextrakte oder ätherische Öle - zur zusätzlichen Aromatisierung verwendet werden. Verbrauchererwartungen, technische Möglichkeiten und Verfügbarkeit der Aromaalternativen ließen aber zur Zeit noch keinen vollständigen Verzicht auf natürliche Aromen zu. Deshalb hat der Verband übergangsweise eine Ausnahmeregelung für folgende Produkte erlassen:

  • Fruchtzubereitungen
  • Milch und Milcherzeugnisse mit Fruchtzubereitungen
  • Sojaerzeugnisse mit Fruchtzubereitungen
  • Lupinenerzeugnisse mit Fruchtzubereitungen
  • Dauer- und Feingebäckwaren
  • Konditoreierzeugnisse
  • Teeprodukte und teeähnliche Erzeugnisse
  • Süßwaren (mit Ausnahme von Kakaoprodukten
  • Erfrischungsgetränke

Wenn in diesen Produkten natürliche Aromen verwendet werden, sollen sie folgenden Anforderungen entsprechen:

  • Sie müssen zu 95 Prozent aus dem namensgebenden Rohstoff stammen. Die restlichen 5 Prozent müssen bei pflanzlichen Aromen aus nachwachsenden Rohstoffen stammen.
  • Der namensgebende Rohstoff sollte mögilchst aus ökologischer Agrarwirtschaft stammen.
  • Tierische Ausgangsstoffe sind bei pflanzlichen Aromen nicht erlaubt.
  • Trägerlösungsmittel dürfen nur Wasser oder Alkohol bzw. alkoholische Verbindungen sein.
  • Für die Extraktion dürfen nur geeignete Lebensmittel (z.B. Öl oder Alkhole), Ethanol, Wasser oder Kohlendioxid verwendet werden.
  • Bei der Herstellung der Zutaten eines Aromas dürfen keine gentechnisch veränderten Ausgangsrohstoffe eingesetzt werden.

Die dem Verband angeschlossenen Hersteller sollen sich in der Produktentwicklung aber darauf einstellen, künftig ganz ohne natürliche Aromen auszukommen, teilte der Verband in einer Mitgliederinformation vom 1. Juni 2006 mit.

 

Tip:

Demeter ist bisher die einzige Öko-Organisation, die sich mit ihren rund 300 Vertragspartnern darauf geeinigt hat, den Einsatz von Natürlichen Aromen konsequent zu vermeiden. Bei Demeter werden heute schon ausschließlich Aromaextrakte eingesetzt. Insgesamt sind zugesetzte Aromen im Bio-Laden aber seit Jahren auf dem Rückzug und kaum noch zu finden.

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