Babykost
Muttermilch
Vollwertige und gesunde Ernährung von Babys ist durch Muttermilch gewährleistet. Diese enthält alles, was Säuglinge zum Leben und Wachsen brauchen. Sie ist optimal an ihre vielfältigen und wechselnden Bedürfnisse angepaßt. Man könnte sagen: Jederzeit frisch, fertig zubereitet und wohltemperiert ist sie die beste Möglichkeit für eine hygienische, preiswerte, praktische und gleichzeitig gesunde Kinderernährung.
Aber stillen ist noch mehr! Durch die hautnahe Beziehung von Mutter und Kind entsteht Geborgenheit. Dies schafft seelische Gesundheit, welche genauso wichtig ist wie die körperliche.
Dabei faßt der Begriff Muttermilch eigentlich verschiedene Lebensmittel zusammen. Denn die Zusammen-setzung paßt sich im Laufe der Zeit den Bedürfnissen des neuen Lebens an.
In den ersten Tagen wird die Vormilch (Kolostrum) produziert, die für den Aufbau der Abwehrkräfte des Babys wichtige Proteine enthält. Es sind Schutzstoffe darin, die direkt vor Infektionen schützen, wie Immun-globuline (Antikörper), Lysozyme (beschleunigen die Auflösung von Bakterienzellwänden) und Neuramin-säure (hemmt das Wachstum von Bakterien und Viren).
Zwischen dem sechsten und zehnten Tag wird die transitorische Milch gebildet. Diese reift in den nächsten zwei bis drei Wochen zur Frauenmilch heran, welche mehr Fett und weniger Proteine enthält als die Vormilch.
Mit Hilfe der Muttermilch entwickelt sich in den ersten Wochen die Darmflora des Babys. Die wichtigen Bifidusbakterien werden dadurch gefördert. Sie hemmen die Darmbesiedlung durch Krankheitserreger, indem sie ein saures Milieu aufrecht erhalten.
Muttermilch enthält viele lebenswichtige (essentielle) Aminosäuren und deckt den Proteinbedarf des Babys. Zu hohe Eiweißmengen wie z.B. in Kuhmilch enthalten belasten den Stoffwechsel, da sich die Nieren in den ersten Lebensmonaten noch im Aufbau befinden. Die Energie, die das Baby zum Wachstum benötigt, bekommt es zu 40% aus den Kohlenhydraten, wie z.B. dem Milchzucker (Lactose). Die Muttermilchfette decken fast den gesamten restlichen Energiebedarf und spenden wesentlich mehr wertvolle ungesättigte Fettsäuren als Kuhmilch. Auch sind sie leichter verdaulich, da das Enzym zur Fettverdauung gleich mitgeliefert wird. Für den Knochenaufbau nötiges Kalzium und das vor allem für die Gehirnentwicklung wichtige Eisen werden vom Säugling besonders effektiv aus der Muttermilch aufgenommen. Auch die Vitaminversorgung, vor allem an Vitamin A, C und E, ist bei gestillten Babys gewährleistet. Lediglich Vitamin D-Tabletten können ab dem dritten Monat zur Vorbeugung von Mangelerscheinungen sowie Rachitis verabreicht werden. Denn in unseren Breitengraden kann es aufgrund geringer Sonneneinstrahlung zu einer verringerten Vitamin D-Produktion kommen.
Schadstoffe in der Muttermilch
Muttermilch ist die natürlichste und vollwertigste Ur-Nahrung. Doch Skandale um Pestizide wie DDT und Lindan sowie die Industriegifte Dioxin und Furan in der Muttermilch verunsichern viele Eltern. Denn man hat herausgefunden, daß über die Nahrung aufgenommene Schadstoffe sich im Fettgewebe anlagern. Diese Schadstoffe können während der Stillzeit aus dem Fettgewebe freigesetzt werden. Dadurch können Babys neben den Nährstoffen und Immunfaktoren auch giftige Substanzen erhalten.
Um das Risiko giftiger Rückstände in der Muttermilch zu schmälern, empfiehlt es sich am besten bereits vor Schwangerschaft und Stillzeit der Verzehr unbelasteter Produkte aus kontrolliert ökologischem Anbau, die normalerweise weniger Rückstände aufweisen als konventionell erzeugte Ware. Dazu sollten Obst und Gemüse immer gründlich gewaschen werden. Kontakte zu Giften z.B. Schädlingsbekämpfungsmitteln im Haus und Garten sollten natürlich vermieden werden.
Muttermilchersatznahrung
Wird ein Baby warum auch immer nicht gestillt, kann es mit industriell hergestellter oder selbst zubereiteter Ersatznahrung versorgt werden. Ersatznahrung gibt es auch in Bio-Qualität, bspw. von Demeter.
Pre- Säuglingsmilchnahrung kommt von der Zusammensetzung her der Muttermilch am nächsten und ist vom ersten Lebenstag an geeignet. Auch Säuglingsanfangsnahrung 1 kann von Beginn gefüttert werden, ist aber aufgrund von Zusätzen wie Maltose, Saccharose, Maltodextrine, Glucosesirup und glutenfreie Stärke belastender.
Die Folgenahrung 2 sollte nicht vor dem 5. Monat eingesetzt werden, da sie mehr Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate enthält als dem Kleinstkind zuträglich ist. Ebensogut kann Säuglingsnahrung pre- oder 1 bis zum Ende des ersten Lebensjahres verwendet werden.
Für allergiegefährdete Kinder wurde eine allergenarme (hypoallergene = HA) Milchnahrung entwickelt. Diese enthält kein Casein, welches am häufigsten Allergien auslöst. (Aber auch zur Vorbeugung von Allergien ist es am besten, sechs Monate lang voll zu stillen.)
Beikost ab dem 4. Monat
Die erste feste Nahrung Beikost kann bei gestillten Babys ab dem vierten Monat, besser aber nach dem sechsten Monat, beigefüttert werden. Mit der Flasche ernährte Kinder benötigen sie zu diesem Zeitpunkt unbedingt. Nun ist das Immunsystem, das u.a. vor Allergien schützt, ausreichend entwickelt. Allergiegefährdete Babys bekommen am besten vor dem siebten Monat keine Beikost.
Babys geben selbst das Startsignal für die Einführung der Beikost: Hunger nach dem Stillen, unruhiger Schlaf und Interesse am Essen der Erwachsenen sind eindeutige Zeichen, daß feste Nahrung gewünscht wird. Beikost wird langsam und in kleinen Mengen eingeführt. Nun benötigen Babys auch Wasser und ungesüßte Tees.
Brei ist der Übergang zur festen Nahrung. Muttermilch bzw. Ersatznahrung bleibt während des ersten Lebensjahres Hauptnahrungsmittel. Erste Beikost enthält leicht verdauliche Gemüsesorten wie süßaromatische Möhren, Pastinaken, Schwarzwurzeln. Kürbis, Blumenkohl und Broccoli sind ebenfalls geeignet. Zwiebeln, Porree, andere Kohlsorten und blähende Gemüse sind ungeeignet. Schwer verdauliche Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen sollten im ersten Jahr nicht gefüttert werden. Alle nitratspeichernden Gemüse, z.B. Spinat, Mangold und Rote Bete, sind mit Vorsicht zu verwenden. Bereits geringe Nitratmengen können den Sauerstofftransport im Blut behindern und zu Erstickungsanfällen (Blausucht) führen.
Vollkorngetreide werden langsam eingeführt. Zuerst gibt es Schleim und dann Gries. Rohes Getreide in Form von Flocken oder Schrot nicht vor Beendigung des ersten Lebensjahres füttern. Denn der Verdauungstrakt des Kindes kann es nicht aufschließen und es kommt zu Blähungen, Durchfall und Störungen der Darmschleimhaut. Leicht verdauliche Getreidearten sind Hirse, Reis und Hafer, schwer verdaulich sind Weizen, Gerste und Roggen.
Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung versorgt das Kind mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen. Besonders wichtig ist die Eisenversorgung. Eisen liegt in tierischen Lebensmitteln in zweiwertiger Form vor und ist leichter aufzunehmen als das dreiwertige aus pflanzlichen Lebensmitteln. Vitamin C erhöht prinzipiell die Aufnahme des Eisens aus der Nahrung.
Die Eisenversorgung ist auch ohne Fleisch gewährleistet. Allerdings muß man dann sehr genau darauf achten, genügend eisenreiche Zutaten zu verwenden. Zusätze von Fleisch, zweimal 20 Gramm pro Woche, erleichtern sie.
Karottenbrei
Die erste Beikost ab dem 4. Monat
Zutaten für 1 Portion
- 100g Karotten
- 1 TL Keimöl (z.B. Sonnenblumenöl)
Die Karotten gut bürsten, waschen und zerkleinern.
In wenig Wasser dämpfen oder dünsten. Anschließend Öl dazugeben und mit einem Pürierstab oder im Mixer pürieren.
5. und 6. Monat
Ist der erste Karottenbrei, der bereits im 4. Monat eingeführt werden kann, akzeptiert, können andere Variationen den Speiseplan bereichern.
Gemüse und Obst liefern viele gesunde Kohlenhydrate, Vitamine quer durchs ABC, Spurenelemente und dazu Ballast- und Mineralstoffe. Ihr Gesundheitswert beruht aber auch auf den wertvollen sekundären Pflanzenstof- fen. In ihrem komplexen Zusammenspiel stärken sie das Immunsystem und die Zellen.
Gemüsebreie dienen als vollständige Mahlzeiten, Obstmuse sind Zwischenmahlzeiten oder Nachspeisen, die besonders viel Vitamin C enthalten. Rohes Obst ist am vitaminreichsten. Die Zutaten der Gemüse- und Obstbreie, selbstzubereitet oder aus dem Gläschen, sollten immer aus biologischem Anbau stammen sowie ungesüßt und ungesalzen sein. Auch Honig muß nicht sein, denn die fruchteigene Süße reicht aus.
Weiterhin ist Milch das Hauptnahrungsmittel. Täglich wird etwa fünf mal gestillt oder drei bzw. zwei mal das Fläschchen gereicht. Abgestillte Kinder erhalten im 5. Monat zusätzlich eine Beikost- und zwei Zwischenmahlzeiten und im 6. zwei Beikost- und zwei Zwischenmahlzeiten. Die durchschnittliche Nahrungsmenge pro Tag beträgt ca. 800900 ml.
Karotten-Zucchini-Brei
Zutaten für 12 Portionen
- 100g Karotten
- 100g Zucchini
- 1 EL Keimöl (z.B. Sonnenblumen-, Soja- oder Maiskeimöl)
Karotten und Zucchini gut bürsten, waschen und zerkleinern. Karotten in wenig Wasser dämpfen oder dünsten. Zucchini am besten dämpfen, da sie viel Flüssigkeit enthalten. Gemüse miteinander pürieren und das Öl unter den Brei rühren.
Karotten-Kartoffel-Brei
Zutaten für 1 Portion
- 100g Karotten
- 50g Kartoffeln
- 1 EL Keimöl (z.B. Sonnenblumen-, Soja- oder Maiskeimöl)
Karotten und Kartoffeln gut bürsten und waschen. Karotten zerkleinern und in wenig Wasser dämpfen oder dünsten. Kartoffeln mit Schale, als Pellkartoffel, kochen. Anschließend pellen und mit den Möhren pürieren. Das Fett unter den Brei rühren.
Gemüse-Kartoffel-Brei
Zutaten für 1 Portion
- 100g Schwarzwurzeln, Tomaten oder Pastinaken
- 50g Kartoffeln
- 1 EL Keimöl
Das Gemüse putzen, kurz abspülen und zerkleinern. In wenig Wasser dünsten oder dämpfen. Gemüse im Mixer pürieren und dabei etwas Kochwasser hinzufügen. Kartoffeln mit Schale, als Pellkartoffel, kochen. Anschließend pellen und mit dem Gemüse pürieren. Das Öl unter den Brei rühren.
Kürbis-Kartoffel-Brei
Zutaten für 1 Portion
- 175g Kürbis
- 75g Kartoffeln
- 10g Süßrahmbutter
Es gibt unterschiedliche Arten, die verschiedenen Kürbisarten zuzubereiten. Den besten Geschmack bekommen sie, wenn sie im Backofen bei 180°C gebacken werden. Den Kürbis dazu halbieren, die Kerne entfernen und das Fleisch mit zerlassener Butter bestreichen. Die Hälften auf Folie legen und 40 Minuten lang backen. Beginnt das Fleisch auszutrocknen, mit Folie bedecken.
Kürbisfleisch kann auch in Wasser gedünstet oder in Butter geschmort werden.
175g des nach Belieben zubereiteten Kürbisfleisches abwiegen. Kartoffeln bürsten und kochen. Zusammen mit dem Kürbisfleisch pürieren. Wurde der Kürbis in Wasser gedünstet, Süßrahmbutter unter den Brei rühren.
Obstmus
Zutaten für 1 Portion
- 100g Obst (z.B. Apfel, Birne, Aprikose, Pfirsich oder Banane)
- eventuell etwas Nussmus
Obst waschen und schälen. Bei Apfel und Birne Kerngehäuse entfernen. Aprikosen und Pfirsiche entkernen. Obst anschließend zerkleinern und pürieren. Zur Geschmacksabrundung etwas Nussmus hinzufügen (wenn es bereits vertragen wird).
Reisflocken-Obst- oder Gemüsebrei
Zutaten für 12 Portionen
- 100g Obst (z.B. Apfel, Birne, Aprikose, Pfirsich oder Banane)
- oder: 100g Gemüse (z.B. Broccoli, Kürbis, Zucchini)
- Reisflocken
- etwas Vollmilch
Obst bzw. Gemüse putzen, waschen und zerkleinern. Gemüse in wenig Wasser dünsten. Mit Reisflocken und Milch mischen. Diese Obst- oder Gemüsebreivariante ist eine gute Methode, neue Nahrungsmittel mit kräftigem Eigengeschmack wie z.B. Spinat einzuführen.
7. bis 9. Monat
In diesem Alter werden Babys immer aktiver. Sie sind tagsüber länger wach. Die ersten Zähnchen sind da und das Interesse, selbst zu essen auch wenn manches noch daneben geht ist geweckt.
Kinder lernen nun zu kauen, weshalb ihr Essen nicht mehr ganz fein püriert sein muß. Es reicht aus, die Zutaten mit der Gabel zu zerdrücken, kleinzuschneiden oder zu hacken.
Um den wachsenden Hunger zu stillen, gibt es nun ungefähr 510 Teelöffel Beikost dreimal am Tag. Da die Beikost an Bedeutung gewinnt, verringert sich die Muttermilch von selbst. Im 7. Monat können Babys noch drei Stillmahlzeiten erhalten. Diese reduzieren sich im 8. Monat auf zwei und ab dem 9. Monat auf eine.
Neben einer Beikost-Hauptmahlzeit sollten zwei Zwischenmahlzeiten gereicht werden, wie frisches Obst oder Obstmuse. Wird das Baby nicht mehr gestillt, erhält es ein Fläschchen, drei Hauptmahlzeiten sowie zwei Zwischenmahlzeiten.
Zur Unterstützung des Zahnens erhält das Kind beispielsweise Brotrinden zum Beißen. Als Getränke gibt es je nach Bedarf Wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Die durchschnittliche Nahrungsmenge pro Tag beträgt im 7. und 8. Monat ca. 900 ml und ab dem 9. Monat 1000 ml.
Gemüsebrühe
Zutaten für 2 Liter
- 500g Karotten
- 1 Stück Knollensellerie
- 1 Petersilienwurzel
- 25g Butter oder Pflanzenöl
Das Wurzelgemüse gründlich bürsten, waschen und in große Stücke schneiden. Fett in einem Suppentopf erhitzen und das Gemüse hinzugeben. Bei schwacher Hitze dünsten, bis das Gemüse leicht gebräunt ist. 11/2 Liter Wasser hinzuschütten und alles zum Kochen bringen. Zugedeckt etwa eine Stunde köcheln lassen. Anschließend durch ein Sieb gießen und abkühlen lassen.
Dieses Rezept ergibt eine Menge von 2 Litern Gemüsebrühe. Nach dem die Brühe für mehrere Stunden kaltgestellt wurde, kann sie portionsweise eingefroren werden. In dieser Brühe kann auch ein Stück mageres Fleisch mitgekocht werden, das anschließend püriert und ebenfalls portionsweise eingefroren werden kann.
Haferflocken-Obst-Brei
Zutaten für 23 Portionen
- 1 Apfel
- 400 ml Vollmilch
- 40g Haferflocken
- 1 große oder 2 kleine Birnen
- etwas Apfelsaft
- 1 EL Orangensaft
Obst waschen und Kerngehäuse entfernen. Apfel reiben. Birne in Stücke schneiden. Beides miteinander vermischen und mit etwas Wasser ca. 5 Minuten weich dünsten. In einem Topf Milch erhitzen, die Haferflocken hineinrühren und zum Kochen bringen. Unter Rühren
34 Minuten köcheln lassen. Danach vom Herd nehmen. Getreidebrei mit dem Obst vermischen und mit Apfelsaft abschmecken. Ein Eßlöffel Orangensaft unter den abgekühlten Brei rühren, das verbessert die Eisenaufnahme aus dem Getreide.
Breie aus Hafer und anderen Getreideflocken, mit Milch und Obst sind ein schmackhaftes und nahrhaftes Frühstück. Das Grundrezept kann nach Belieben abgewandelt werden. Andere beliebte Obstsorten sind Aprikosen, Pfirsich, Banane oder Heidelbeeren. Je nach Saison können ganz unterschiedliche Breie kreiert werden.
Getreide-Obst-Brei
Zutaten für 1 Portion
- 100g Pfirsiche, Apfel oder Birne
- 1 EL Mandel- oder Haselnussmus
- 12 EL Hirse-, Hafer-, Dinkel oder Reis
Obst waschen und entkernen. Zerkleinern und mit Nussmus vermischen, eventuell etwas Wasser hinzufügen und pürieren. Getreide fein mahlen und in wenig Wasser aufkochen. Mit dem Obstmus vermischen.
Tip
Mittlerweile führen Naturkostläden und Reformhäuser alle geeigneten Getreidearten auch als Instantflocken, mit bereits aufgeschlossener Getreidestärke. Aus kontrolliert biologischem Anbau sind diese von hoher Qualität und eine sehr praktische Alternative zu frischem Getreide.
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