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Kochen & Kinder

Kleine Kochschule

Kochen ist eigentlich kinderleicht. Die Voraussetzungen sind gut, denn das Interesse und die Neugier sind groß. Spielen kleine Kinder bis in den Kindergarten hinein am liebsten in der Küche und mit dem herrlich weichen, klebrigen oder matschigen „Spielzeug“, so sieht das bei Schulkindern schon anders aus. Wissen und Kenntnis um Lebensmittel und deren Handhabung wächst und wartet nur darauf ausprobiert zu werden. Ab acht Jahren – so die Einschätzung der Wissenschaft, die wie immer nur als grobe Orientierung dienen kann – sind Kinder in der Küche praktische Helfer und können auch schon leichtere Gerichte allein kochen sowie Kochutensilien sicher bedienen. Elektrische Geräte erfordern aber nach wie vor Anleitung und Aufsicht.

Selbstständigkeit und praktisches sowie vorsichtiges Umgehen mit den zum Teil verletzungsträchtigen Gerätschaften in der Küche bauen allein auf Erfahrung auf. Hier heißt es: Nur zusammen mit Erwachsenen lernen. Die Älteren lernen die Dinge „wie-beim-ersten-mal“ zu sehen, wenn sie Sinn und Zweck sowie Bedienungsanleitungen zu Töpfen, Pfannen, Herdplatten und Schneidebrett erklären. Und für die Kinder ist dieser Vorgang ein Schritt auf unbekanntes „erwachsenes“ Terrain. Spannende Sache – für Groß und Klein.

Viele Fragen und die dazugehörigen Erklärungen ergeben sich im praktischen Kontext, sprich in der Küche, am heimischen Herd.

Auf den folgenden Seiten geben wir einen kleinen Überblick und Anregungen, wie der Nachwuchs zu „briefen“ ist, bevor er sich ans Werk begibt: Kochgeräte, die in den Rezepten benutzt werden, „Vokabeln“, Checklisten, anhand deren man das Kochen vor- und nachbereiten kann, kleine Kochtips für zwischendurch – alte Hüte für die Alten und neue für die Kids, die es lohnt zu erklären, um Erfolgserlebnisse zu ermöglichen und kleine Pannen zu vermeiden.

Die wichtigsten Küchengeräte

sollten ausführlich erklärt werden. Das Benutzen des Herdes, Pürierstabs, Mixers, Dosenöffners etc. muß gelernt sein. Schwer ist es nicht, aber es gibt auch hier einige Tricks und Kniffe, die Sie an die Kleinen weitergeben können. Zum Beispiel:

Der Herd: Ob Elektro- oder Gasherd, es empfiehlt sich kleinere Stufen einzuschalten; so brennt nichts an oder läuft über. Bei Herdplatten sollte stets die benutzt werden, die genau so groß wie der Topfboden ist.

Achtung: Geben Sie dem (kleinen) Kind ruhig einen Eindruck davon, was eine heiße Herdplatte ist! Sprich: z.B. mal Milch anbrennen oder (fast) überkochen lassen. Kleine Kinder unter acht Jahren verstehen praktische Vorführungen viel besser als langatmige physikalische Erklärungen.

Mixer/elektrisches Handrührgerät: ist Kochlöffel und Schneebesen in einem. Er besitzt Rührquirle zum Feinrühren und Knethaken für Teige. Beginnt man auf der kleinsten Stufe zu rühren und schaltet dann langsam hoch, spritzt es weniger. An einige Geräte kann auch ein Pürierstab angeschlossen werden, es gibt diese aber auch solo. Nützlich ist er allemal: zum Zerkleinern, Pürieren – nicht nur von Gemüse und Obst.

Achtung: Obwohl neuere Mixer/Handrührgeräte/ Pürierstäbe auch neueren Sicherheitsvorschriften entsprechen, kann man sich dennoch heftig an ihnen verletzen. Immer darauf achten, daß elektrische Küchengeräte vor Einstecken in die Steckdose vollständig zusammengebaut sind. Also niemals erst Stecker in die Dose und dann die Knethaken einstecken. Vor dem Wechsel von Teilen immer die Stromzuführung unterbrechen. Das muß immer wieder mit dem Kind geübt werden und bei Kindern bis acht Jahren auch überwacht werden. „Notausschaltung“ üben – wie steht das Gerät am schnellsten still? Stecker ziehen! Schneidende Teile, wie z.B. beim Pürierstab, genau erklären. Mit einem Pürierstab dürfen Kinder unter acht Jahren niemals allein arbeiten.

Das Küchenvokabeln-ABC

Vorab: Kinder bis zu mindestens zehn Jahren lernen durch Selbermachen, durch (Nach)machen, weniger durch Lesen und Zuhören. Vorlesen von Rezepten oder Erklärungen können also nur Begleitung sein beim Lernen. Die Erwachsenen müssen vormachen und nachmachen lassen! Das Kind muß selber ausprobieren können, auch auf die Gefahr hin, daß was schiefgeht.
Soll Ihr Kind also mit den folgenden Vokabeln etwas Praktisches verbinden und erlernen, müssen Sie mit dem Kind Schritt für Schritt diese Vokabeln „tun“.

Braten: Gebraten wird vorwiegend Fleisch und Fisch, die hohe Temperaturen brauchen, um gar zu werden. Gebraten wird in der Pfanne (kleine Stücke) oder im Backofen (große Braten). Auch Gemüse läßt sich kurz anbraten und bekommt einen herzhaften Geschmack.

Backen: Gebacken werden Aufläufe und Kuchen. Der Gartest für Kuchen: nachdem die empfohlene Backzeit abgelaufen ist, die Form mit Topflappen aus dem Ofen ziehen; mit einem Holzstäbchen in den Teig stechen. Bleibt Teig daran hängen, muß er zurück in die Röhre, bleibt das Stäbchen sauber, ist er fertig. Um den Kuchen weiterzubacken, kann man die Ofentemperatur auf 0°C stellen und die Nachhitze etwa 5–10 Minuten ausnutzen.

Dämpfen: Gemüse und Getreide wird mit Hilfe eines Dampfeinsatzes im Dampf gegart. Der Dampf entsteht durch das Verkochen von Wasser. Beim Dämpfen bleiben die gesunden Vitamine, Mineralstoffe und auch das Aroma von Gemüse gut erhalten.

Dünsten: Um Obst und Gemüse zu dünsten braucht man einen Topf mit einem gut verschließbaren Deckel. Bei niedrigen Temperaturen (Stufe 1/2 oder 1) wird dann das Gemüse oder Obst in wenig Wasser in dem köchelndem Wasser(dampf) gegart.

Garen: heißt einfach das Erwärmen und Eßbarmachen von Lebensmitteln, unabhängig davon, ob es gedünstet, gebraten oder gebacken wird.

Köcheln: bedeutet auf kleinster Stufe weiter zu kochen. Zuerst werden die Lebensmittel gekocht, was bedeutet, daß die Flüssigkeit heftig aufwallt, große Blasen wirf, eben kocht. Dann wird die Herdplatte auf die kleinste Stufe (kleinste Flamme) gestellt und die Flüssigkeit soeben am Kochen – köcheln – gehalten. Zu erkennen ist dieser Vorgang an den kleinen Blubberblasen. Geköchelt wird, um Saucen oder Cremes dickzumachen, da bei diesem Vorgang Wasser verdampft.

Checkliste: Vor dem Kochen für Eltern

  • Vor dem Kochen empfiehlt sich immer eine Terminabsprache: Wann ist die Küche frei? Hat das Kind etwas anderes vor?
  • Zu den Kochvorbereitungen gehört auch, die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen sowie der Einkauf der Zutaten. Beziehen Sie hier schon das Kind mit ein! Nach dem Einkauf müssen die Lebensmittel sorgsam gelagert werden: Käse, Milchprodukte, Gemüse, Fisch und Fleisch kommen in den Kühlschrank, die übrigen können auf einem Tablett bereitgelegt werden. Und wieder: Möglichst alles gemeinsam machen!
  • Vor dem Kochen alle Zutaten und auch die Kochgeräte bereitstellen und durchchecken: Anhand der Liste „Grundausstattung“ vor den Rezepten ist das in ein paar Minuten geschehen. Am besten werden hier noch einmal alle Geräte erklärt, Fragen gestellt und beantwortet. Auch die Zutaten können schon abgewogen und bereitgestellt werden. Das spart während des Kochens eine Menge Zeit.x Überprüfen der Arbeitsfläche: Am besten wird vorher überlegt und durchdacht, wohin heiße Töpfe oder Backformen abgestellt werden können.
  • Händewaschen nicht vergessen. Ein weiteres Sauberkeitsgebot: Lange Haare sollten zusammengebunden werden, damit sie nicht im Kochtopf landen.
  • Kochprofis – und solche, die es werden wollen – tragen eine Küchenschürze. Zur Not schützt auch ein altes T-Shirt die Kleidung vor Flecken.

Alle Checklisten sind für Erwachsene und Jugendliche: Kinder bis etwa 12 Jahre sollen mitmachen, nachmachen, lernen!

Checkliste: Beim Kochen

  • Vorsicht mit scharfen Messern! Am besten wird immer vom Körper weg geschnitten. Immer ein Schneidebrett als Unterlage verwenden.
  • Vorsicht vor heißen Herdplatten: Sie speichern die Hitze sehr lang, so daß man sich auch noch eine halbe Stunde nach dem Kochen daran verbrennen kann.
  • Pfannen so auf den Herd stellen, daß der Stiel nicht in die Küche ragt. Sonst kann schnell jemand hängen bleiben und sich verletzen (Erwachsene wie Kinder!)
  • Immer Topflappen benutzen, wenn Töpfe vom Herd oder Backformen aus dem Ofen geholt werden.
  • Immer Untersetzer benutzen, wenn heiße Töpfe und Pfannen auf die Arbeitsplatte gestellt werden.
  • Die Küche darf während des Kochens nicht verlassen werden, ohne daß der Herd ausgeschaltet wurde.
  • Wenn während des Kochens etwas auf den Boden spritzt, sollte sofort nachgewischt werden. Sonst klebt es an den Schuhen und kurz darauf in der ganzen Wohnung. Außerdem besteht Rutschgefahr! Alle Abfälle gehören sofort in den Mülleimer – werden sie liegengelassen, verwandeln sie die Küche schnell in eine Müllhalde.
  • Zu Beginn ist es am einfachsten, die Rezepte genau nachzukochen. Aber sobald man etwas Erfahrung hat, kann mach auch experimentieren: mit Kräutern würzen, andere Gemüse ausprobieren. Wer vorsichtig vorgeht und zwischendurch immer mal wieder probiert – „abschmeckt“ – erlebt keine Überraschungen.
  • Wenn die Zubereitungen länger dauern, als in diesem Buch oder in anderen Rezepten angegeben, ist das kein Grund zur Sorge. Mit Übung und Erfahrung wird man schneller, besser und findet zu seinem eigenen Rhythmus.

Grundsätzlich gilt: Kochen soll Spaß und Freude bereiten!

Checkliste: Nach dem Kochen

  • Vorsichtige Köchinnen und Köche kontrollieren sofort nach dem Kochen, ob die Herdplatten oder der Backofen ausgeschaltet sind. (Ein Gasherd sollte immer zusammen mit einem Erwachsenen ausgeschaltet werden.)
  • Nach dem Essen gehört das Aufräumen und Spülen mit zum Kochen!
  • Das Aufräumeinmaleins
  • Vor dem Spülen werden alle Essensreste so weit wie möglich entfernt, damit sie nicht im Spülbecken, im Abfluß oder in der Geschirrspüle(-maschine) landen.
  • Töpfe mit angebrannten Speiseresten werden schnell wieder sauber, wenn lauwarmes Wasser hineingeschüttet wird. Nach einer halben Stunde kann dann gespült und gereinigt werden.
  • Bei hartnäckigen Verschmutzungen kocht man eine Mischung aus Essig und Salz im Topf auf, läßt alles abkühlen und wischt dann die Schmutzschicht aus. Anschließend kann der Topf wie gewohnt gespült werden.
  • Besonders empfehlenswert ist es, Küchengeräte sofort nach dem Gebrauch zu reinigen. Das verhindert das Eintrocknen von Speiseresten und erspart das umständliche und langwierige Reinigen der Geräte.
  • Töpfe und Pfannen werden am besten von Hand gewaschen, da sie in der Spülmaschine viel Platz wegnehmen und manchmal auch die hohen Temperaturen und die Spülmittel nicht vertragen.
  • Benutzte Messer sollten am besten einzeln gereinigt werden. Beim Abwasch im Spülbecken kann man sonst leicht in die Klinge greifen und sich verletzen.
  • Schneidebrettchen aus Holz sollten nicht in der Spülmaschine gereinigt werden. Sie vertragen die Hitze schlecht, werden glanzlos, stumpf und können brechen. Genauso bei heißem Spülwasser.

Der praktische Tip: Holzbrettchen, nur mit wenig Wasser oder mit Essig- oder Zitronenwasser abreiben und dann gut trocknen lassen.

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