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Kochen & Kinder

Erste Hilfe bei Notfällen

Kochen mit Kindern ist kein herausragendes Risiko. Trotzdem: Kindern ist nicht bewußt, welche Gefahren sich z.B. hinter und in einigen Haushaltsgeräten verbergen können. Erwachsene haben in langjähriger Übung den Umgang mit „Messer, Gabel, Schere, Licht“ gelernt. Mühsam müssen sie jetzt wieder registrieren, daß Geschirrspülmittel ein verlockender grüner Drink sein kann oder auch, daß sämtliche Aus- und Einschaltknöpfe eine Aufforderung zum Spielen sind. Hier ein paar praktische Tips zur Vorbeugung und für den Notfall.

Vorkehrungen in der Küche

Kinder sind klein, schnell und mobil! Die wichtigste Sicherheitsvorkehrung beim gemeinsamen Kochen ist daher: Das Kind nicht lange aus den Augen lassen! Dies gilt insbesondere für Kinder bis acht Jahre. Für sie sind glänzende oder sich bewegende Küchengeräte (egal wie scharf), dampfende, brodelnde Töpfe oder farbige Flascheninhalte eine ständige Versuchung.

Ansonsten gelten für das Kochen mit Kindern keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen, die sich vom sonstigen Aufenthalt im Haus oder auf Spielgelände unterscheiden.

Erste Hilfe und Hausapotheke

In jedem Haushalt mit Kindern sollten die Erwachsenen über aktuelle Erste-Hilfe-Kenntnisse und die Hausapotheke mit dem Notwendigen für die kleine Erste Hilfe bestückt sein. Das gilt übrigens völlig unabhängig vom Kochen mit Kindern.

Erste-Hilfe-Kurse werden fast immer kostenlos von Hilfsorganisationen wie Rotes Kreuz, ASB oder Malteser Hilfsdienst angeboten. Adressen finden sie jeweils im örtlichen Telefonbuch.

Die Hausapotheke sollte kindgerecht ausgestattet sein für kleinere Schnittverletzungen, Verbrennungen, Verbrühungen und Hautabschürfungen.

Dazu gehört: Steriles Verbandsmaterial, das auch für einen Druckverband ausreicht, Pflaster (am besten Kinderpflaster: nicht nur weil es mit schönen Bildchen bedruckt ist, was kleinere Kinder interessant finden, sondern vor allem, weil es weniger allergieauslösend ist), Wund-Desinfektionsmittel (und zwar eines von denen, die nicht höllisch brennen), Schere.

Was an Verletzungen mit diesem Material nicht versorgt werden kann, gehört in Ärztehand!

Verbrennungen und Verbrühungen

Maßgeblich für den Schweregrad der Verbrennung ist ihre flächenmäßige Ausdehnung, die Tiefe und Dauer der Hitzeeinwirkung. Wegen einer verbrannten Fingerkuppe müssen Sie nicht sofort ins Krankenhaus, mit einer verbrannten oder verbrühten Hand hingegen schon. Und zwar schnell.

Die sofort durchzuführenden Maßnahmen sind:

  • Bei Verbrühungen evtl. Kleidung darüber entfernen
  • grundsätzlich Kaltwasseranwendung: Abbrausen und Übergießen der betroffenen Stellen mit kalten Wasser das lindert den Schmerz und verringert den Hautverlust (Achtung: Nicht ganz in Wasser eintauchen!);
  • Wärmeverlust verhindern (Vorsicht vor Unterkühlung durch Kaltwasseranwendungen)
  • Brandwunden keimfrei bedecken
  • ständig Bewußtsein, Atmung und Puls kontrollieren
  • niemals Mehl, Puder, Salben, Öle anwenden!

Schnittwunden und Hautabschürfungen

Blutungen aus der Haut – insofern sie nicht sprudeln und spritzen – hören nach einiger Zeit durch die natürliche Gerinnung von selbst auf. Entfernen Sie vorsichtig unter fließendem Wasser eventuell vorhandene Schmutzreste aus der Wunde und verbinden das Wehwehchen. Sickert das Blut durch die erste Bandage, legen Sie eine neue über die alte; das verhindert, daß bereits geronnene Blutzellen abgerissen werden.

Starke Blutungen sollten Sie mit einem Druckverband stillen und das verletzte Glied hochlegen. Fremdkörper wie Glasscherben oder Metallstücke müssen vorher entfernt werden. Gelingt dieses nicht, dann darf kein Druckverband angelegt werden. Jede tiefere Wunde muß ärztlich untersucht und behandelt werden.

Hautabschürfungen unter Wasser reinigen und mit Wunddesinfektion besprühen. Unbedeckt lassen, nur wenn ein Kleidungsstück reibt und scheuert, verbinden.

Vergiftungen

Wenn Ihr Kind plötzlich schwer krank wird, aber kein Fieber hat, unter Krämpfen/Atembeschwerden und Bewußtlosigkeit leidet, denken Sie an Vergiftungen.

  • Verständigen Sie einen Arzt. Finden Sie die mögliche Giftquelle (die Flasche, aus der es Essig, Putzmittel, Alkohol getrunken hat oder die Dose, aus der es Medikamente geschluckt haben könnte).
    Die meisten Städte haben Gift-Informationsstellen, die unter der gemeinsamen Nummer 19240 Tag und Nacht zu erreichen sind. Zusätzlich gibt es in fast jedem Klinikum einen Gift-Notruf. Diese Nummern stehen in den Telefonbüchern auf den ersten Seiten. Schreiben Sie sie zu den stets griffbereiten Notrufnummern dazu.
  • Bis der Arzt eintrifft, kontrollieren Sie Atmung und Puls, helfen beim Erbrechen – führen aber nicht selbst das Erbrechen herbei!
  • Geben Sie die gefundenen Giftreste zur Untersuchung in das Krankenhaus mit.
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