Naturkost
das natürlichste der Welt
Naturkost hohe Ideale
Naturkost ist eine Sammel-Bezeichnung für Lebensmittel, die
- aus ökologischer Landwirtschaft stammen
- möglichst vollwertig und frisch sind
- ohne chemisch-synthetische Zusatzstoffe weiterverarbeitet werden
- ethische Kriterien erfüllen: fair und sozial verträglich verarbeitet und gehandelt, unter Achtung der Rechte anderer Lebewesen.
Nicht immer können alle diese Ansprüche hundertprozentig erfüllt werden. Aber es gelingt immer besser, sich den Anforderungen immer weiter zu nähern. Naturkost ist aktiver Umweltschutz von der ökologischen Erzeugung der Produkte über die schonende Verarbeitung und die meist kurzen Transportwege bis hin zu den umweltfreundlichen Verpackungen.
Wußten Sie schon?
Der Öko-Landbau
Der Öko-Landbau ist mehr als Landwirtschaft ohne chemisch-synthetische Dünge- und Spritzmittel. Öko-Lebensmittel werden so produziert, daß Natur und Umwelt langfristig geschont werden.
Der sogenannte konventionelle Anbau trat seinen Siegeszug erst in diesem Jahrhundert der Chemie an und beschert uns große Probleme: Schadstoffe in Luft, Boden und Wasser, Rückstände von Pestiziden und Tierarzneimitteln in Lebensmitteln, Nitrat im Trinkwasser, Bodenerosion, Artensterben, eine starke Veränderung der traditionellen Kulturlandschaft.
In der ökologischen Landwirtschaft werden die Kulturen entsprechend den Klima- und Bodenbedingungen des jeweiligen Standortes ausgewählt. Resistente Sorten werden bevorzugt, um so Pflanzenkrankheiten vorzubeugen.
Die Bodenfruchtbarkeit wird durch Fruchtfolge, Gründüngung und organischen Dünger aus Stallmist gefördert. Falls erforderlich, wird gegen Krankheiten und Schädlinge mechanisch (Abschütteln) vorgegangen oder biologisch durch den Einsatz von Nützlingen oder unbedenklichen Pflanzenschutzmitteln.
Die Tiere werden artgerecht gehalten und möglichst mit Futtermitteln aus dem eigenen oder anderen Biobetrieben verpflegt. Die Anzahl der Nutztiere ist an die Betriebsfläche angepaßt. Tierarzneimittel werden nicht als Futterzusatz verwendet. Gentechnik wird nicht eingesetzt.
Alle pflanzlichen Lebensmittel, die als ökologisch oder biologisch bezeichnet werden, müssen der EU-Verordnung für den ökologischen Landbau entsprechen. Das gilt auch für Produkte, die zusätzlich mit dem Zeichen eines Verbandes wie demeter oder bioland gekennzeichnet
werden. Die Verbände, die in der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) zusammengeschlossen sind, gehen mit ihren strengen Regelungen über die EU-Bioverordnung hinaus.
Gesundheit!
Bio-Anbau und gesunde Ernährung gehören natürlich zusammen. Künstliche Aroma-, Konservierungs- und Farbstoffe sind überflüssig. Genuss wird bei Naturkost großgeschrieben.
Für viele alternative Ernährungsweisen werden Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft empfohlen. Pflanzliche Produkte stehen bei den folgenden sechs großen Richtungen im Mittelpunkt.
Vegetarische Ernährung verzichtet auf Fleisch aus gesundheitlichen oder auch ethischen Gründen. Untersuchungen ergaben: Vegetarier sind in der Regel gesünder und erkranken seltener an Herz- und Kreislaufleiden oder Krebs.
Vollwert-Ernährung nach den Empfehlungen von Professor Dr. Claus Leitzmann ist vorwiegend lacto-vegetarisch. Eier, Fleisch und Fisch sollten selten oder gar nicht gegessen werden. Die Vorteile sind wissenschaftlich erwiesen: Die Nährstoffversorgung der Vollwertesser ist meist günstiger als die der Durchschnittsbevölkerung. In der Vollwert-Ernährung werden Lebensmittel empfohlen, die ökologisch und sozial verträglich erzeugt wurden. Gemüse, Obst, Getreide und Hülsenfrüchte stehen im Vordergrund. Etwa die Hälfte der Lebensmittel sollte frisch, also unerhitzt, gegessen werden.
Vollwertkost wie sie von Dr. Max-Otto Bruker vertreten wird, ist bis auf wenige Ausnahmen identisch mit der Vollwert-Ernährung nach Leitzmann.
Die Anthroposophische Ernährungsweise beruht auf der Lehre Rudolf Steiners und ist sehr komplex. Verschiedenen Pflanzenteilen wie Wurzeln, Blätter und Früchten werden unterschiedliche Wirkungsweisen nachgesagt. Getreide ist von zentraler Bedeutung. Philosophische Regeln bestimmen mit über den Speiseplan.
Ayurveda ist ein ganzheitliches System, das der Ernährung regulierende und heilende Kräfte zuschreibt. Es geht aus dem hinduistischen Weltbild hervor. Die dem Westen angepaßte Form betont die regionale Herkunft der Zutaten, legt Wert auf Vollkorngetreide und wird überwiegend als lacto-vegetarische Kost verstanden. Rohkost spielt hingegen kaum eine Rolle.
Makrobiotik fußt auf chinesischen und japanischen Lebensphilosophien. Charakteristisch ist eine Vielzahl von typisch japanischen Produkten, vor allem Sojaerzeugnisse und Meeresalgen.
Special
Fertigprodukte aus dem Naturkostladen
Naturkost-Fertiggerichte sind eine gute Alternative für alle, die sich gesund ernähren wollen, aber nicht immer Zeit fürs Kochen finden. Verarbeitete und vorverarbeitete Naturkost-Lebensmittel bestehen größtenteils aus biologisch angebauten Zutaten. Besondere Herstellungsverfahren schonen das Aroma und verhindern größere Nährstoffverluste. Zweifelhafte Zusätze wie künstliche Aromen, Farbstoffe und Konservierungsstoffe sind tabu. Bratlinge und Burger, Soßen, Suppen, Brotaufstriche oder tiefgekühlte Fertiggerichte aus dem Naturkostladen sind im Nu tischfertig und schmecken fast wie selbstgemacht.
Lesetips
- Das ist Naturkost, ein Schrot & Korn-Buch, enthält viele wichtige Informationen rund um die Naturkost. Rezepte für Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winter-Menüs machen Appetit auf die naturköstlich vollwertige Küche. Tips, Adressen und Hinweise runden das Buch ab. ISBN 3-9806429-1-7, gesund essen Verlag, 144 Seiten, 5 DM
- Vom Umgang mit den Früchten der Natur von Rupert Mayr & Renate Zeltner. Eine Einführung in Ernten, Sammeln, Verarbeiten, Einmachen. Dazu Rezepte und Anleitungen aus traditioneller und moderner Praxis. ISBN 3-576-11041-0, 160 Seiten, Mosaik Verlag 39,90 DM.
- Gemüse á la Saison, 2 Bände, Gemüseportraits,
140 Seiten und Rezepte rund ums Jahr, 272 Seiten, ISBN 3-923214-82-0,
25 DM
Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen e.V., Mintropstr. 27, 40215 Düsseldorf, Tel. 0211/3809-0, Fax 0211/3809172 - Das Gemüsebuch Alles über Geschichte,
Einkauf, Lagerung, Nährwerte und Zubereitung. Mit mehr als
100 Rezepten und Tips für die Zubereitung der Gerichte in
kleinen überschaubaren Schritten. Christine Ingramm. 256
Seiten, 600 Farbfotos, Großformat.
ISBN 3-7701-4455-4, DuMont Verlag; zu beziehen beim BUNDladen, Bestelltel. 0228/4009780
Rezept
Wintersalat mit Grünkern-Dip
für 4 Portionen
- 60g Grünkern (ganze Körner)
- 1 Bund Staudensellerie
- 200g Chicorée
- 350g Fenchel
- 1 Apfel
- 200g grüne Trauben
- je 2 EL Zitronen- und Orangensaft
- 150g Crème fraîche
- 1 EL Kürbiskernöl
- 1 EL Apfeldicksaft
- je 1 EL Kürbis- und Pistazienkerne
- Meersalz
Grünkern mit 200 ml Wasser zugedeckt bei mäßiger Hitze 45 Min. kochen. Mit Salz würzen und abkühlen lassen. Staudensellerie, Chicorée und Fenchel waschen, putzen und zerteilen. Apfel und Trauben waschen, entkernen und in Spalten schneiden oder halbieren. Fenchel und Apfelspalten mit Zitronensaft beträufeln. Das vorbereitete Gemüse und Obst auf Portionstellern anrichten. Crème fraîche mit Kürbiskernöl und Apfeldicksaft verrühren, einen Eßlöffel Grünkern untermischen. Auf jeden Teller einen Löffel Sauce geben, mit Grünkern, Kürbis- und Pistazienkernen bestreuen.
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