Naturkost in Italien
Die Naturkost-Bewegung erfreut sich in der ganzen Welt großen Zuwachses. Dies gilt besonders für Italien. Im Land von Pasta und Pesto hat der Bio-Bereich die stärkste Dynamik weltweit. Die italienischen Bio-Verbände registrieren starken Zulauf. Der Öko-Landbau in Italien wies in den letzten fünf Jahren eine der höchsten jährlichen Wachstumsraten in Europa auf. Dieser Trend zeigt sich deutlich in der Zunahme der ökologisch bewirtschafteten oder in Umstellung befindlichen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Sie wuchsen zwischen 1990 und 1997 von 13.000 auf 564.913 Hektar an. Die Anzahl der Öko-Betriebe stieg in der gleichen Zeit von 1.300 auf über 30.000
Der Erfolg der hochwertigen Öko-Produkte verwundert keineswegs, bedenkt man den hohen Stellenwert des Essens und Genießens in Italien. So sind viele Grundsätze der Naturkost ohnehin in der italienischen Küche verankert. Frische Produkte von hoher Qualität haben den höchsten Stellenwert. Wichtige Grundsätze wie Regionalität und Saisonalität sind für Italiener eine Selbstverständlichkeit. Der schonende Umgang mit der Natur ist für viele Erzeuger ein alter Grundsatz.
Kein Wunder, daß die Produktion von rückstandsärmeren, gesunden Bio-Produkten und deren Nachfrage in Italien ständig weiter wächst. Dies gilt auch für das
Bewußtsein der italienischen Bevölkerung: 70% der in einer Studie befragten Italiener kennen Bio-Produkte, 40% erwerben sie. Ökologisch erzeugte Waren landen in immer mehr Kochtöpfen italienischer Genießer.
Italienische Bio-Bauern erzeugen demnach nicht nur für den Export, wie beispielsweise ihre ungarischen Kollegen, sondern gerade auch für den Binnenmarkt. Weit über die Hälfte ihrer Bio-Produkte bleibt im Lande, wo sie auf immer mehr Märkten und in Geschäften angeboten werden. 1997 wurden 25% der Waren über ca. 2.000 Supermärkte abgesetzt. Heute bieten 95% aller Supermärkte Bio-Produkte an. Es existieren etwa 1.000 Bioläden, zwei Drittel davon im Norden des Landes. Auch ihre Zahl nimmt stetig zu.
Bio-Erzeugnisse aus Italien wie Tomaten, Auberginen, Artischocken und viele andere Gemüse, bereichern unseren Speiseplan in den kalten Winter-Monaten, in denen auf deutschen Bio-Äckern hauptsächlich Kohl produziert wird. Aber auch original italienische Bio-Pasta, -Olivenöle, -Saucen lassen das Herz deutscher Italienfans in Naturkostläden höher schlagen. Diese Produkte sind aus der naturköstlichen Küche nicht mehr wegzudenken.
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