Getränke
Unseren Bedarf an Flüssigkeit nehmen wir zu großen Teilen über die Nahrung auf. In gekochtem Reis sind beispielsweise 70%, in Gemüse 80 bis 90% Wasser und allein in einer Apfelsine stecken 95%. Durch eine salzhaltige und häufig zu scharf gewürzte Nahrung verspüren wir aber mehr Durst, so daß übermäßiges Trinken bereits zur Gewohnheit geworden ist.
Empfehlungen zum Thema Flüssigkeitsbedarf gibt es viele. Strenge Naturköstler gehen davon aus, daß bei einer natürlichen, salzarmen Ernährungsweise, mit viel Gemüse und Obst, ein halber Liter pro Tag dem Bedarf gerecht wird. Dr. Leitzmann, Ernährungswissenschaftler an der Universität Gießen mit dem Schwerpunkt Vollwert-Ernährung, empfiehlt hingegen eine Trinkmenge von 1-2 Litern täglich. Er räumt aber ein, daß der Flüssigkeitsbedarf je nach körperlicher Aktivität, Umgebungstemperatur und Wassergehalt der Nahrung stark schwanken kann.
Einig sind sich Ernährungsphysiologen allerdings darin, daß der Körper am besten mit ungechlortem Trinkwasser, Quellwasser oder natürlichem Mineralwasser versorgt wird. Zum Durstlöschen eignen sich auch ungesüßte Frucht- und Kräutertees, verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte sowie Getreidekaffees. Milch sowie unverdünnte Obst- und Gemüsesäfte hingegen sind Nährstofflieferanten und sollten nicht zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs dienen. Wenig empfehlenswert sind auch Tafelwasser, Fruchtnektare und Getränke mit anregender Wirkung wie Bohnenkaffee, schwarzer Tee, Kakao, Bier und Wein. Letztere sollten nicht täglich und auch nicht in größeren Mengen getrunken werden.
Was hinter dem (fast) geschmacksneutralen Naß, den bunten und saftigen Erfrischungen, bis hin zu den herrlich ungesunden hochprozentigeren Getränken steckt, erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Hintergrundinformationen, Tips und Anregungen führen Sie durch heiße Sommertage, kühle -nächte und gesund durch die mittlerweile unüberschaubaren Angebote des boomenden Getränkemarktes.
Wasser
ist für alle Erdenbewohner die wertvollste Flüssigkeit. Wasser ist für die Entstehung und Erhaltung allen Lebens von elementarer Bedeutung. Es deckt den lebensnotwendigsten Bedarf des Menschen an essentiellen Substanzen. Bereits ein Zeitraum von etwa drei Tagen ohne dieses kostbare Naß führt zum Tode. Kein anderer Nährstoffentzug hat so drastische Konsequenzen.
Der Körper eines Erwachsenen besteht durchschnittlich zu 60% aus Wasser. Die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wassers machen es zur Grundlage aller biochemischen Vorgänge im Organismus. Da alle Nährstoffe nur in gelöster Form die Zellmembran passieren können, ist Wasser das universelle Lösungsmittel für die Versorgung der Zellen. Es dient sowohl dem Transport der Nährstoffe als auch dem Abtransport von Endprodukten des Stoffwechsels über die Haut (Schweiß) und über die Nieren (Urin). Auch im Darm ist Wasser die Nr. 1: als Quellmittel für Ballaststoffe erhöht es das Volumen des Speisebreis und normalisiert dadurch die Ausscheidung des Stuhls.
Bei gesunden Menschen besteht unter normalen Bedingungen ein Gleichgewicht zwischen aufgenommenen und ausgeschiedenen Wassermengen. Diese Wasserbilanz wird hormonell gesteuert und paßt sich kinematisch an alle Faktoren an. Das bedeutet aber auch, daß unter außergewöhnlichen Bedingungen, wie hohe Außentemperaturen, Sport, Fieber und Erkrankungen, sich die Ausscheidungsmenge des Wassers teilweise erheblich steigern kann und sich der Flüssigkeitsbedarf erhöht.
Das Trinkverhalten der Menschen hat sich bis heute stets gewandelt - gab es früher "nur" Wasser für die Armen, dafür aber unbelastet und sauber, und neben Säften, Tees und Alkoholika, teures Mineralwasser für die Reichen, zeichnet sich seit den 50er Jahren in Deutschland eine beeindruckende Wende ab: Mineralwasser wird vom Luxusartikel zum Alltagsprodukt. Zurückzuführen ist diese Entwicklung u.a. auf die miserable Trinkwasserqualität des boomenden Wirtschaftswunder-Deutschlands. Physikalisch und chemisch aufbereitet hatte und hat es in weiten Teilen immer noch einen faden Eigengeschmack und trägt dadurch maßgeblich zu der Entscheidung bei, auf Wasser aus der (Pfand)Flasche zurückzugreifen.
Statistisch verdoppelte sich der Mineralwasserverbrauch allein in den letzten zehn Jahren, während gleichzeitig das Leitungswasser verschmäht wird. Aus gesundheitlichen Gründen hat das Trinkwasser diese Schmach nicht (mehr) verdient. Es ist - so die Verbraucher-Zentrale - ebenso gesund, wie das in Pfandflaschen abgefüllte.
Trinkwasser
Die Trinkwassergewinnung erfolgt zu etwa 65% aus Grundwasser, zu etwa 27% aus Oberflächenwasser (Seen und Flüssen) und aus Uferfiltrat, indem Flußwasser durch filtrierende Bodenschichten dem Grundwasser zugeführt wird. Die restlichen 8% Trinkwasser entstammen Quellwasser.
Trotz der beruhigenden Worte der Verbraucher-Zentrale muß die Trinkwasserproduktion stets kritisch überwacht werden. Zwar konnten die alarmierenden Werte, die in den 70ern, 80ern und frühen 90er Jahren gemessen wurden, in letzter Zeit korrigiert werden, die Qualität des Wassers ist aber nach wie vor in einigen Regionen und abhängig von der Gewinnung, unbefriedigend. Die Wasserwerke geben Auskunft über die Qualität und eventuelle Schadstoffgehalte des regionalen Trinkwassers. Von den über 2000 in der Trinkwasserverordnung erfaßten Verbindungen können aber lediglich 70 Wirkstoffe kontrolliert werden. Die Gesamtsituation der Schadstoffbelastung kann daher nur unvollständig charakterisiert werden.
Wirksame Maßnahmen, um die Wasserqualität zu verbessern, bestehen allein darin, die Emissionen aus landwirtschaftlichen, industriellen und aus privaten Bereichen zu vermeiden.
Die Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTV):
- Natürliches Mineralwasser muß aus unterirdischen Quellen stammen und rein sein. Außer Kohlendioxid darf nichts zugesetzt werden. Eisen, Schwefel und Kohlensäure dürfen abgetrennt werden. Es kommt nur mit amtlicher Anerkennung auf den Markt. Es wird unmittelbar am Standort abgefüllt, lange Transporte sind untersagt. Name der Quelle, Herkunftsort und Datum der geltenden Analyse gehören auf das Etikett.
- Quellwasser muß seinen Ursprung ebenfalls in einem unterirdischen Wasservorkommen haben und darf nur direkt an der Quelle abgefüllt werden. Auf dem deutschen Markt spielt es kaum eine Rolle.
- Tafelwasser wird künstlich hergestellt. Mineral-, Trink-, Salz- und Meerwasser können zusammengemischt werden. Auch der Zusatz von Mineralsalzen und lange Transporte in Containern und Tankwagen ist gestattet.
- Heilwasser gehört juristisch zu den Arzneimitteln und muß als solches zugelassen werden. Anwendungsgebiete (Indikationen) und Dosierungsanleitungen müssen auf dem Etikett stehen. Es ist normalerweise nicht für den täglichen Gebrauch bestimmt.
Obst- und Gemüsesäfte
Vor rund 100 Jahren begann die Herstellung von Obst- und Gemüsesäften und hat sich seitdem vor allem in Deutschland rasant entwickelt. Mehr als 41 Liter werden hierzulande jährlich pro Kopf geschluckt. Apfel- und Orangensaft sind dabei die Spitzenreiter.
Hauptbestandteil der Säfte ist Wasser. Es folgen die fruchteigenen Zucker und Säuren. Zu erwähnen sind ferner Pektine und Gerbstoffe sowie das Vitamin C, die in fast allen Säften vorkommen. Säfte sind (Teil-) Lebensmittel und sollten als Durstlöscher 1:1 verdünnt getrunken werden. Dem Körper wird als Flüssigkeit allein das sogenannte Restwasser zugeführt. Ein relativ großer Teil der Flüssigkeit wird benötigt, um die harnpflichtigen Substanzen auszuscheiden. Bei Säften stehen dem Körper 80-95% und bei Gemüsen nur 40-80% Restwasser zur freien Verfügung. Und: Saft ist nicht gleich Saft! Und schon gar nicht wenn er Nektar oder Saftgetränk heißt.
- Fruchtsäfte werden zu 100% aus Früchten hergestellt. Sie enthalten keine Farb- und Konservierungsstoffe. Beim Vitamingehalt ist insbesondere das Vitamin C hervorzuheben. Ein wichtiger Mineralstoff in Säften ist Kalium. Bio-Säfte zeichnen sich dadurch aus, daß die Früchte aus ökologischem Anbau stammen und nur leicht gefiltert und nicht gezuckert sind. Konventionellen Säften hingegen werden oft bis 15g isolierte Zucker pro Liter ohne Deklaration zugesetzt. Mit der Deklaration "gezuckert" dürfen manche Säfte sogar 200g Zucker pro Liter enthalten. Oft werden sie zwecks Transport und Lagerung durch Wasserentzug konzentriert. Vor dem Abfüllen wird die entsprechende Menge Wasser dann wieder zugeführt.
- Gemüsesaft ist relativ energiearm, da Gemüse nicht viel Zucker enthält. Gemüse besitzt weniger Vitamine, mit Ausnahme des Möhrensaftes, dank dessen Carotingehalts. Dafür ist der Mineralstoffgehalt höher.
- Fruchtnektare sind gesüßte Säfte. Ihnen dürfen bis zu 20% Zucker zugesetzt werden. Sie werden stark verdünnt, so daß der Mineralstoff- und Vitamingehalt geringer als bei Fruchtsäften ist. Dasselbe gilt für Gemüsenektare.
- Fruchtsaftgetränke sind Erfrischungsgetränke mit Fruchtsaft, Fruchtsaftaromen und Zucker. Der Mineralstoff- und Vitamingehalt ist unbedeutend. Ernährungsphysiologisch unbedeutend bis gesundheitsschädlich sind Limonaden und Cola-Getränke. Gesäuert werden sie mit Zitronensäure, teilweise mit Phosphorsäure. Weitere Zusatzstoffe sind oft Zuckercouleur, Koffein, Chinin und Konservierungsmittel. Auch Instantgetränke setzen sich vorwiegend aus Wasser, Zucker und Geschmacksstoffen aus dem Labor zusammen. Zu einer gesunden Ernährung haben sie nichts beizutragen.
Erfrischungsgetränke: gesund & selbstgemacht
Im Sommer können wir so richtig aus dem Vollen schöpfen. Obst und Gemüse in allen Farben und Formen scheinen allein darauf zu warten, von uns gegessen oder als Saft auch getrunken zu werden.
Selbstgemachte Drinks sind zu dieser Jahreszeit nicht nur ein Genuss sondern auch ein Kick für unsere Gesundheit. Da kommt nichts ins Glas, was auch nur entfernt an Konservierung, Farbstoff oder Zucker erinnert. Am besten werden frische Früchte aus Bio-Anbau verwendet. Diese enthalten kaum Schadstoffe und, dank der kurzen Transportwege, die meisten Vitamine.
Zur Grundausstattung, die die eigene Saftproduktion erheblich erleichtert, gehören: scharfe Messer, Sparschäler, Zitruspresse, ein Pürierstab und ein Mixer. Optimal ist auch ein Entsafter (Saftzentrifuge).
Frisch-fruchtige Brise
Zutaten für 2 Gläser
- 3 Scheiben Ananas,
- 2 große Grapefruit
- etwas kohlensäurehaltiges Mineralwasser
Zubereitung:
Ananasscheiben pürieren, Grapefruit auspressen und beide Säfte gut miteinander vermischen. Wasser hinzufügen, umrühren und - wer's mag - mit jeweils 2 Eiswürfeln pro Glas servieren. (Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Magnesium; Vitamine: Niacin, Vitamin C, Sonstiges: Kohlenhydrate)
Gesund & Grün
Zutaten für 2 Gläser
- 300g Gemüsefenchel mit Grün
- 200g Äpfel
- 1 TL Zitronensaft
- weißer Pfeffer,
- etwas stilles Wasser
Zubereitung:
Fenchel mitsamt Grün und Äpfeln entsaften, mit Zitrone und Pfeffer abschmecken. (Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen; Vitamine: Carotin, Vitamin C; Sonstiges: Kohlenhydrate und Ballaststoffe)
Von Holunder und anderen Blüten
Viele Sträucher und Bäume blühen ab dem Frühjahr bis in den Sommer hinein. Der Holunder steht beispielsweise vom Mai bis Juli in prächtiger Blüte. Erst später reifen die schwarzen Beeren, die in der herbstlichen Küche reichlich Verwendung finden.
Die duftenden Blüten, richtig zubereitet, bieten erfrischenden Genuss als Limonade, Sirup, Likör, in Saucen ... Und wer hätte das heute noch von der Linde gedacht? Zu "Großmutter's Zeiten" waren Lindenblüten sehr beliebt als Sirup, Essig, in Saucen und in Tees.
Holunderblütensekt
Zutaten für 5 Liter
- 12 Holunderdolden
- 5 l Wasser
- 4 Zitronen (in Scheiben geschnitten),
- 700g Zucker
Zubereitung:
Alle Zutaten in einer Schüssel zusammenrühren. Eine Woche an einen warmen Ort stellen und oft umrühren. Wenn sich Bläschen bilden, sofort abseihen und in (Sekt-)Flaschen füllen. Die Verschlüsse müssen gut sitzen, denn sie haben eine Menge Druck abzufangen! (Achtung: Mineralwasserflaschen explodieren!) Der Sekt kann bis zu 2 Monaten aufbewahrt werden. Unbedingt Kühl lagern und servieren.
Holunderblütensirup
Zutaten für 1 Flasche à 0,75 Liter
- 12 Holunderdolden
- 4 Zitronen (in Scheiben geschnitten)
- 1Ž4 l Obstessig
- 1,5 kg Zucker,
- 1 l Wasser
Zubereitung:
Zitrone, Holunder, Wasser in einem Krug 5-6 Tage an einem kühlen Ort ziehen lassen. Flüssigkeit abseihen und mit Essig und Zucker verrühren. Alles ca. 20 Minuten offen kochen. Anschließend in die Flasche füllen und gut verschließen.
Lindenblütensekt
Zutaten für 5 Liter
- 200g frische Lindenblüten,
- 1 Handvoll frische Minze
- 1 l Weißwein,
- 4 l Wasser,
- 500g Zucker
- 1 Zitrone und 1 Orange (in Scheiben geschnitten)
Zubereitung:
Lindenblüten und Minze mit heißem Wasser überbrühen und erkalten lassen. Die übrigen Zutaten dazugeben, gut verrühren. An einem warmen Ort 1 Woche stehenlassen. Oft umrühren. Wenn sich Blasen bilden Flüssigkeit abseihen, in Flaschen füllen und gut verkorken. 2-3 Monate kühl lagern.
Power-Drinks für Aktive
Zu den Aktiven zählen Sportler, die in einer Stunde bis zu drei Liter Schweiß verlieren können, aber vor allem auch Kinder. Erstens sind sie "passiv" aktiv, d.h. sie wachsen und brauchen dafür eine Menge Energie und zweitens, wer kennt die lieben Kleinen denn nicht tobend und rasend und das mit einer beneidenswerten Ausdauer?
Besonders im Sommer benötigen Kinder noch mehr Flüssigkeit. Als tägliche Faustregel gilt: pro Kilogramm Körpergewicht mehr als 100 ml Flüssigkeit. Am besten ist Wasser, aber zu außergewöhnlichen Anlässen darf's auch mal was besonderes sein.
Optimal bei den folgenden Rezeptideen ist die Versorgung des Körpers mit Mineralstoffen, die bei den körperlichen Anstrengungen ausgeschieden werden.
Cooler Drink für Kids
Zutaten für 2 Gläser
- 150g reife Aprikosen,
- 2 große Orangen
- 100g Himbeeren
- Eiswürfel
- kohlensäurehaltiges Mineralwasser
Zubereitung:
Aprikosen und Himbeeren entsaften, Orangen auspressen und alle Zutaten verrühren. Mit Eiswürfeln servieren. (Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Magnesium; Vitamine: Carotin, Niacin, Vitamin C; Sonstiges: Kohlenhydrate, Ballaststoffe)
Power-Drink
Zutaten für 2 Gläser
- 3 Orangen,
- 2 EL Weizenkeime
- 1 EL Honig,
- 200g Joghurt
Zubereitung:
Orangen auspressen, mit Weizenkeimen und Honig verquirlen und Joghurt unterrühren. (Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen; Vitamine: A, E, B1, B2, B6, C; Sonstiges: Eiweiß, essentielle Fettsäuren, Kohlenhydrate, Ballaststoffe)
Alternative Getränke: Kombucha, Brottrunk & Co.
Als "Enzymgetränke" sind immer mehr Getränke in private Haushalte und auch in die Naturkostläden eingezogen. Kombucha, Wasserkefir und Brottrunk sind die populärsten. Doch was steckt eigentlich dahinter? Enzyme sind komplexe Eiweißverbindungen, die als Katalysatoren zahlreiche Stoffwechselvorgänge steuern.
Ohne die Tätigkeit von Enzymen (Fermenten) kämen alle biochemischen Vorgänge zum Erliegen. Menschen produzieren einen Großteil der benötigten Enzyme selbst, sind aber auf die Hilfe enzymbildender Darmbakterien ebenso angewiesen, wie auf die Zufuhr von Enzymen aus Lebensmitteln. Durch deren Aktivität werden die meisten Nährstoffe verwertbar.
Nur - was ein Enzymgetränk wirklich ausmacht, ist nirgendwo definiert. Gemeint sind in der Regel Gär- getränke, die durch ihren Herstellungsprozeß Enzyme anreichern. Wie hoch der jeweilige Enzymgehalt ist, hängt von den Zutaten, Art und Dauer der Gärung und äußeren Bedingungen ab. Somit kann der Gehalt beträchtlich schwanken.
Die ältesten "Enzymgetränke" sind Sauerkrautsaft und Honigwein (Met). Mit Hilfe von Mikroorganismen in Lebensmitteln führt man eine Gärung herbei, bei der wertvolle Inhaltsstoffe entstehen. Auch bei der Herstellung von Kombucha ("Teepilz") bringt man Hefen und Bakterien mit Zucker und Schwarztee zusammen. Während des mehrtägigen Gärprozesses verwandeln die Mikroorganismen die Nährlösung unter anderem in Cellulose.
Wirksame Bestandteile sind: Milch- und Essigsäure, Glukonsäure, Vitamine B und C sowie Aromastoffe, einige Prozent Alkohol (0,5-2%) und Kohlensäure. Diesen wird von Naturheilkundlern Heilwirkung bei Immunschwächen, Rheuma, Gicht und Ausschlag zugesprochen. Wissenschaftlich sind diese Heilwirkungen nicht verifiziert.
Als reines Erfrischungsgetränk scheiden Enzymgetränke bei den meisten Menschen aus. Gerade der säuerliche Brottrunk ist nicht gerade ein Gaumenschmeichler. Dafür konnte bei ihm nachgewiesen werden, daß er einen günstigen Einfluß auf die physiologische Darmflora hat.
Buchtip
Weitere Informationen zu Enzymgetränken und viele praktische Tips zu diesem Thema finden Sie in dem neuerschienen Buch:
Kombucha, Kefir & Co.
Licht und Lebenskraft durch Enzymgetränke.von Ulrich Arndt
Falken Verlag, Niedernhausen
133 Seiten, 14,90 DM
Heißes aus dem Orient - Tees
Hierzulande werden heiße Tees eher mit Kaminfeuern und verschneiten Wintertagen in Verbindung gebracht. Mit Unverständnis sieht der Mitteleuropäer auf heiße Tassen vor Wüstenzelten, während er mehr denn je den Luxus eines eisgekühlten Drinks genießt. Traditionen haben aber (meistens) einen Sinn. Grüner oder schwarzer Tee mit viel Minze und Zucker erweisen sich als optimale Erfrischungen. Gesundheitsbewußte lassen heutzutage den Zucker lieber weg - zurück bleibt eine gesunde und erfrischende - heiße - Abkühlung. Er regt das Gehirn, das zentrale Nervensystem und die Verdauung an, senkt den Blutdruck und wirkt beruhigend.
An der Spitze der Teetrinker liegen Kuwaitis mit beeindruckenden 5,23 Kilo pro Kopf. Darauf folgen Iren, Briten und Ostfriesen (!) und dann erst wieder Länder aus dem Morgenland und Afrika. Tee hat also auch in Europa Tradition. Im 17. Jahrhundert importierten Holländer die in Asien beheimatete Kostbarkeit. Rasch breitete sich das aromatische Getränk über den ganzen Globus aus, wobei grüner Tee lange Zeit den Markt beherrschte.
Grüner Tee ist unfermentiert. Die in Blättern enthaltenen Enzyme, die die Färbung und Fermentierung des schwarzen Tees bewirken, werden direkt nach dem Pflücken durch Erhitzen mittels Dampf unwirksam gemacht. Durch dieses Verfahren bleibt das Tein erhalten, dem der grüne Tee seine anregende Wirkung verdankt. Anschließend werden die Blätter gerollt und getrocknet. Oolong-Tee, die Zwischenstufe zum schwarzen Tee, wird zum Teil fermentiert. Seine grünbraunen Blätter ergeben ein kräftigeres Aroma als die grünen, schmecken aber zarter als schwarze.
Bei uns ist schwarzer Tee mittlerweile am beliebtesten. Die Herstellung umfaßt fünf bis sechs Stufen, zu denen Welken, Rollen, Fermentieren, Trocknen, Sortieren und Zerkleinern gehört. Viele schwarzen Tees werden aromatisiert. Zimt, Kardamom, Fruchtschalen, ätherische Pflanzenöle (Bergamotteöl im berühmten Earl-Grey-Tee) oder Blüten verleihen ihm das gewisse Etwas.
Tee enthält viele Stoffe, darunter Tein, ätherische Öle, Enzyme, Gerbstoffe (Tannine) sowie Mineralstoffe, Kalium, Magnesium und geringfügig Vitamin C und B1. Die im Tee enthaltenen Gerbstoffe können die Eisenaufnahme einer Mahlzeit um 50% vermindern. Tee sollte daher nie zu Hauptmahlzeiten genommen werden.
Tein ist besser verträglich als das ähnliche Koffein. Der Teingehalt hängt von der Blattsorte und der Brühzeit ab - je länger der Tee zieht, desto geringer die anregende Wirkung. Wahrscheinlich verdankt Tee seine Beliebtheit, auch in heißen Regionen, nicht nur seinem Aroma, sondern auch der guten Verträglichkeit und Wirkung, die jeder Temperatur und Tagesplanung optimal angepaßt werden kann.
Heisskaltes
Tee beeindruckt immer wieder durch seine Anpassungsfähigkeit an menschliche Wünsche und Bedürfnisse. In Zeiten der Kühlschränke und Tiefkühlfächer kamen Findige auf die Idee, Tee eisgekühlt zu servieren. Der Eistee war geboren und überrollte als Welle - leider oft in Dosen - die Welt.
Eistee wird aus schwarzem Tee hergestellt, den man sechs bis zehn Minuten ziehen läßt. Mit Zitrone oder anderen Früchten garniert und meistens auch gesüßt wird er eisgekühlt serviert. Während des Abkühlens wird der Tee wegen der Gerbstoffe häufig trübe, was den Geschmack jedoch nicht vermindert.
Eisiger Gewürztee
Zutaten für 5 Personen
- 3/4 l Wasser,
- 6 TL schwarzer Tee
- 1/4 TL Zimt,
- 1 Msp. Muskat,
- 2 EL Honig
- 1 Tasse Orangensaft,
- 1 Tasse Zitronensaft
Zubereitung:
Tee aufgießen und 5-10 Minuten ziehen lassen. Zimt, Muskat hinzugeben, 5 Minuten wirken lassen und anschließend durch einen Filter sieben. Honig und Säfte hineinrühren und kühlstellen. Mit Eiswürfeln oder gestoßenem Eis servieren.
Kalter Kaffee
Zutaten für 2 Personen
- 2 kleine Bananen
- 1 EL Honig
- 1 EL Zitronensaft
- 200 ml schwarzer Kaffee
- 2 EL Sahne
Zubereitung:
Alle Zutaten bis auf die Sahne im Mixer durchmischen (Bananen vorher kleinschneiden). Zuletzt Sahne unterrühren und entweder mit Eis - oder ganz sündhaft lecker - mit Vanilleeis servieren.
Ayran
ist eine orientalische Spezialität, die mit der zunehmenden Beliebtheit der Döner-Kebab-Buden in Deutschland immer mehr Freunde findet. Das Rezept ist denkbar einfach - das Ergebnis herzhaft erfrischend.
Zutaten für 1 Liter
- 1 l Joghurt (oder auch Milch),
- ein Glas Wasser
- Meersalz
Zubereitung:
Joghurt oder Milch salzen, immer wieder abschmecken. Wasser, am besten Mineralwasser, mit einem Schneebesen unterrühren.
Hochprozentiges
Die Deutschen trinken mehr Bier als Mineralwasser - mehr als 150 Liter pro Kopf und pro Jahr! Noch bedrohlicher klingt die Meldung: In der BRD werden durchschnittlich 21g reinen Alkohols pro Person und Tag aufgenommen (Ernährungsbericht 1992).
Die gesundheitlichen Risiken und Folgen ständigen Alkoholkonsums sind erschreckend. Leber, Bauchspeicheldrüse, Nerven und Immunsystem werden geschädigt, Bluthochdruck und Herzmuskelstörungen treten ebenso vermehrt auf, wie Tumore in der Mundhöhle, im Rachen und in der Speiseröhre. Auch die sozialen Folgen können verheerend sein. Chronischer Alkoholkonsum ist eine große Gefahr, vor der nicht eindringlich genug gewarnt werden kann.
Ein vernünftiger Umgang mit Hochprozentigem kann aber auch Genuss und Lebensfreude bedeuten. Ein Gläschen Wein z.B. gilt allgemein als der Gesundheit förderlich. Vor allem trifft das auf Bio-Wein zu. In hoher Qualität und in Maßen genossen, passen sie vorzüglich zu der gesunden und naturköstlichen Küche. Selbst Bier gibt es mittlerweile aus biologischer Produktion. Es ist im Gegensatz zu konventionellem in der Regel nicht gefiltert und sterilisiert. Getreide und Hopfen kommen aus biologischem Anbau. Das trägt zum wesentlichen Unterschied zu dem konventionellen Bier bei, in dem Dünger- und Spritzgebrauch Spuren hinterlassen.
Weine aus ökologischem Anbau
Die Zahl qualitätsorientierter ökologischer Weingüter wächst beständig und damit auch das Sortenangebot. WeinliebhaberInnen müssen nicht länger auf ihre bevorzugten Weine, wie Chardonnay, Soave, Riesling, Pinot Gris, verzichten.
Bio-Winzer setzen auf pflanzliche und mineralische Präparate und fördern den "Nützling"-anti-"Schädling"-Kampf. Sie verzichten auf Herbizide, Pestizide und Kunstdünger und erhalten somit das natürliche Gleichgewicht. Sie fördern die Artenvielfalt und begrünen die Weinberge mit Kleesorten, Gräsern, Malven u.a.
Die ökologische Weinbereitung verzichtet auf Chemie, spart an Schwefel und lehnt Zusätze wie Sorbin und Ascorbinsäure, die häufig Allergien auslösen, ab. Stark gechlorte Korken sind ebenfalls tabu.
In Deutschland vergibt der Bundesverband Ökologischer Weinbau (EcoVin e.V.) Winzern und ihren Weinen ein Siegel, mit dem kontrolliert biologische Produktion garantiert wird. Infos zu Bio & Weinen können angefordert werden bei:
EcoVin e.V.
Zuckerberg 19
55276 Oppenheim
Telefon (06133) 1640, Fax (06133) 1608
Rezepte: Cocktails & Sangria
Spanische Sangria
Zutaten für 6 Personen
- 2 Orangen
- 1 Grapefruit
- 2 Flaschen spanischer Rotwein
- 1 Flasche Sodawasser
Zubereitung:
Obst heiß abwaschen und in Scheiben schneiden. In einen Krug geben und den Rotwein darübergießen. Nur kurz vor dem Servieren gekühltes Sodawasser dazugeben.
Sommerdrink: cool & light
Zutaten pro Glas
- 8 Brombeeren
- 2 cl frisch gepreßter Zitronensaft
- 5 cl Wodka
- Eis (zerstoßen und in Würfeln)
Zubereitung:
Brombeeren pürieren und - wer's mag - passieren; zusammen mit dem Zitronensaft, Wodka und Eiswürfel im Shaker schütteln; weniger als die Hälfte des Glases mit dem zerstoßenen Eis auffüllen und den Drink über das Eis schütten.
Der Erdbär
Zutaten pro Glas
- 5 große Erdbeeren
- 3 cl frisch gepreßter Zitronensaft
- 1 Prise Salz
- 1 Prise frisch gemahlener grüner Pfeffer
- 4 cl weißer Tequila
- zerstoßenes Eis
Zubereitung:
Alle Zutaten im Mixer gut vermischen und in vorgekühlten Gläsern servieren.
Abkühlung für heiße Köpfe
Kopfschmerzen, ausgelöst durch Hitze, Streß oder auch Markenzeichen des berüchtigten "Tag-danach", lassen sich bekämpfen.
Alte Hausmittel, jahrzehntelang bewährt, wirken auf natürlicher Basis und haben, im Gegensatz zu den Hilfen aus Apotheken, keine Nebenwirkungen.
Kühlende Quarkauflage
- 100g Quark
- 1 Baumwolltuch
- 1 dünnes Taschentuch
- Pflaster
Anwendung:
Baumwolltuch passend auf Stirngröße falten. Quark fingerdick auf das Baumwolltuch streichen. Das Taschentuch darüber legen und mit Pflaster verkleben, damit der Quark nicht ausläuft. Die Quarkauflage auf die Stirn legen und erst dann abnehmen, wenn der Quark ausgetrocknet ist.
Die kühlende Wirkung lindert Kopfschmerzen. Zudem leitet Quark entzündliche Stoffe ab und wirkt abschwellend.
Eine wirksame und belebende Wirkung hat auch Pfefferminzöl. Massiert man das ätherische Öl leicht in die Schläfen ein, ist es ebenso wirksam wie eine Kopfschmerztablette. Bei Hitze hat es zudem den Vorteil, daß es kühlend und belebend wirkt. Allerdings sollte man es sparsam anwenden und die Augen schließen, da sie von den flüchtigen Dämpfen leicht gereizt werden.
"The day after" Drink
Für eine Person
- 30 ml Sangrita Pikante
- 75 ml Tomatensaft
- 1Ž4 Bund Petersilie
- 50 ml Karottensaft
- 50 ml Orangensaft
Zubereitung:
Petersilie waschen, trockenschütteln und zerkleinern. Sangrita mit Tomatensaft verquirlen, Petersilie und restlichen Säfte dazugeben. Die Mineralstoffe (Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium und Eisen) helfen ebenso wie die Vitamine (Carotin, Vitamin C) den Körper wieder zu beleben und die Kopfschmerzen abklingen zu lassen.
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