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Sommerküche & Getränke

Sommerküche & Getränke

Der Sommer fängt hierzulande im Juni an. Um genau zu sein: am 21. Juni und zwar damit, daß ihm mit der verordneten Sommerzeit eine Stunde geklaut wird. Im September, am 23., bekommen wir dann diese Stunde wieder zurück. Ein kleines Trostpflaster für die kommenden Herbst- und Wintermonate. Schon einige Wochen früher, bereits im Frühling, beginnt die sommerlich-leichte Küche. Gemüse und Obst reifen in verschwenderischer Fülle, frische Kräuter wachsen und blühen üppig in Gärten und an Wegesrändern. Das ist Lebenslust und kulinarischer Genuss pur!

Reich beschenkt und unbekümmert stehen wir vor vollen und bunten Marktständen und überquellenden Regalen. Wir brauchen lediglich die Wahl zu treffen, zuzugreifen, uns ein herrlich leichtes Mahl zu bereiten und schon haben wir Zeit, die Sonne und die ganz Glücklichen unter uns, auch noch Sand und Meer zu genießen.

Das war nicht immer so. Noch vor wenigen Jahrzehnten war der Sommer die Jahreszeit, in der zwar die Ernährung am wenigsten problematisch war, dafür aber auf dem Land auch sehr hart gearbeitet werden mußte. Der "Sommer wurde eingeholt" - gesät, gemäht, geerntet, gedroschen ...

Das ist eine Erklärung dafür, daß in dieser Jahreszeit wenig "ganz offiziell" gefeiert wurde. Im Gegensatz zu den vielen Festen und Gelagen im Herbst und Winter, sind die wenigen religiösen Festtage vor allem der Arbeit gewidmet. "Den Sommer einholen" - unter diesem Motto und eng verknüpft mit zum Teil uralten Fruchtbarkeitsbräuchen - kann man fast alle Sommerfeste zusammenfassen.

Sommerfeste

"Die Tage werden um einen Hahnenschrei kürzer". Diese Volksweisheit ist auf den Johannistag gemünzt. Am 24. Juni, in der Zeit der Sommersonnenwende, feierte man früher den Wendepunkt des kosmischen Jahreslaufs und später die Geburt Johannes des Täufers. Mit dem Johannisfeuer (oder auch Semmesfeuer, Sonnenwendfeuer, Himmelfeuer) lieferten sich die vorwiegend jungen und männlichen Teilnehmer einen ausgelassenen Wettstreit. Wer am geschicktesten über oder auch durch das Feuer sprang, hatte nicht alleine Ehre und Ruhm erworben, sondern bescherte auch seinen Eltern Fruchtbarkeit und eine reiche Ernte. Überhaupt war mit der Sonnenwende und dem Johannistag viel alter Fruchtbarkeitsglaube verbunden, so galten die an diesem Tag gepflückten Kräuter und späteren Tees als besonders heilkräftig.

Diesem Ziel versuchte man auch mit der Kräuterweihe am 15. August (Mariä Himmelfahrt) näher zu kommen. Im Hochsommer haben die sonnendurchfluteten Kräuter das intensivste Aroma und das wurde gefeiert. In vielen Regionen Deutschlands werden an diesem Tag auch heute noch Häuser und Kirchen mit bunten Blumen und Kräutern geschmückt.

Am 25. Juli, um "Jakobi", begann meist die Erntezeit. Mit dieser wichtigen da oft lebensentscheidenden Phase waren Feste verknüpft, die in der Regel Dank an einen Gott ausdrückten, der das alles ermöglicht hatte. Das Erntedankfest, wie wir es kennen, ist nur ein bescheidener Nachfahre dieses Brauches - die Feiern innerhalb einer großen Gemeinschaft und viele wunderschöne Gesten sind heute leider längst vergessen. So wurde früher oft das letzte Feld nicht ganz gemäht. Eine kleine Ecke blieb als Dank an die Natur und mancherorts an den "Korndämon" zurück. Andere Dankgeschenke waren Blumensträuße, üppige Gebinde und Erntekronen, die Dorfplätze, Häuser und Felder schmückten.

Heute feiern wir kleiner, privater. Sommerpartys, Picknicks, Grillen im Garten mit Freunden und Familie sind unsere Art, ein wenig zu danken und noch mehr zu genießen. All das knackig-frische Gemüse, Salate in sämtlichen nur denkbaren Grüntönen und das bunte, saftige Obst wird gewürdigt und kulinarisch gefeiert. Liebe geht nun mal durch den Magen ...

Damit das unbedenklich passieren kann, bieten immer mehr Landwirte und Ladner diese Köstlichkeiten aus natürlichem biologischen Anbau an. Deren Produkte stammen nicht aus dem Glashaus, haben keine langen Transportwege hinter- und keine aufwendigen Verpackungen um sich. Sie kommen frisch von ungespritzten und schadstoffarmen Äckern, Feldern und Wiesen. Die wertvollen Biostoffe - dazu gehören hauptsächlich Vitamine und Mineralien - sind hier am besten erhalten. Ebenso die intensiven Aromastoffe. In der Sonne gereift und erst kurz vor dem Verkauf geerntet, schmecken diese Früchte unvergleichlich gut. Eine ganze Menge davon roh zu essen, andere wiederum schonend, bei niedrigen Temperaturen und nur kurz, so wenig wie möglich verarbeitet zu genießen, sind die Garanten für Gesundheit, Wohlbefinden und Genuss. Der Natur sei Dank!

Die Sommerküche - gemüse- & obstbetont

Nicht nur im Sommer sind in der naturköstlichen vollwertigen Küche Gemüse und Obst die wesentlichen Komponenten. Mittlerweile steht fest, daß Menschen mit einer gemüse- und obstbetonten Kost seltener an Erkältungen, Herz- und Kreislaufkrankheiten oder an Krebs erkranken. Zu verdanken haben wir diesen Effekt den wertvollen Biostoffen, die uns pflanzliche Kost reichlich bietet. Gemüse besitzt viele Vitamine, besonders A, B (außer B12), und C, Mineralstoffe wie Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor. Auch seine Spurenelemente, u.a. Eisen, Selen und Mangan, machen es für eine gesunde Ernährung unerläßlich. Die reichlichen Ballaststoffe sind verdauungsfördernd und die aromatischen Öle appetitanregend. Obst ist wertvoll durch seine Vitamine, organische Säuren, Ester als Vorstufen organischer Säuren, und Aromastoffe. Neben Gemüse ist es die wichtigste Vitamin-C-Quelle. Da Gemüse und Obst zu 75-95% aus Wasser bestehen, sind sie kalorienarm, das einzige natürliche und gesunde "light" Produkt. Der Gesundheitswert von Gemüse und Obst beruht auch auf den über 10.000 wertvollen sekundären Pflanzenstoffen, beispielsweise den Flavonoiden und Carotinoiden. In ihrem komplexen Zusammenspiel stärken sie u.a. Immunsystem und Zellen und gelten als die "biologische Geheimwaffe" gegen viele Krankheiten.

Ernährungstips

  • Bevorzugen Sie Produkte aus ökologischem Anbau: Bio-Gemüse und -Obst ist gesünder als Gemüse und Früchte aus konventionellem Anbau. Aufgrund der Umweltverschmutzung ist es nicht ganz rückstandsfrei, aber deutlich schadstoffärmer. Intensivanbau schmälert Geschmack und Gesundheitswert: Mehr Wasser bedeutet auch weniger Nährstoffe.
  • Saisongemüse und -obst aus der Umgebung schmeckt besser und ist gesünder: Bei optimalen Wachstumsbedingungen bildet es seine wertvollen Inhaltsstoffe, die auf nur kurzen Transportwegen erhalten bleiben.
  • Gemüse und Obst so oft wie möglich, mindestens zur Hälfte, roh verzehren: Beim Kochen sinkt der Nährwert: Der Vitamingehalt nimmt ab, Eiweiß wird denaturiert, köstliche Aromastoffe gehen verloren.
  • Täglich fünfmal frisches Gemüse und Obst (je 200g) decken den Tagesbedarf an Vitalstoffen.
  • Gemüse und Obst nach dem Ampelprinzip zusammenstellen: Eine Mischung aus rotem, gelbem und grünem Gemüse und Obst sorgt für den gesundheitlichen Rundumschlag. Denn jede Farbe steht für eigene gesunde Inhaltsstoffe.
  • Häufig Wildgemüse essen: Löwenzahn und Giersch tragen bspw. - genau wie Sprossen und Keimlinge - aufgrund ihrer Vitalstoffe zu einer gesunden Ernährung viel bei.

Sommergemüse

  • Artischocken
  • Auberginen
  • Blumenkohl
  • Bohnen
  • Brokkoli
  • Chinakohl
  • Endivien
  • Eisbergsalat
  • Erbsen
  • Feldsalat
  • Fenchel
  • Frühlingszwiebeln
  • Gurken
  • Kartoffeln
  • Knoblauch
  • Kohlrabi
  • Kopfsalat
  • Kürbis
  • Lauch
  • Mangold
  • Meerrettich
  • Möhren
  • Paprika
  • Pastinaken
  • Petersilienwurzeln
  • Postelein
  • Radieschen
  • Rettich
  • Rosenkohl
  • Rote Bete
  • Rotkohl
  • Sauerampfer
  • Schalotten
  • Sellerie
  • Spinat
  • Spitzkohl
  • Tomaten
  • Weißkohl
  • Wirsing
  • Zucchini
  • Zuckermais
  • Zwiebeln

Sommerkräuter

  • Basilikum
  • Borretsch
  • Dill
  • Estragon
  • Fenchel
  • Kresse
  • Liebstöckl
  • Majoran
  • Petersilie
  • Pimpinelle
  • Schnittlauch
  • Thymian
  • Zitronenmelisse

Sommerobst

  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Birnen
  • Brombeeren
  • Erdbeeren
  • Heidelbeeren
  • Himbeeren
  • Johannisbeeren
  • Melonen
  • Mirabellen
  • Pfirsiche
  • Rhabarber
  • Sauerkirschen
  • Stachelbeeren
  • Süßkirschen
  • Pflaumen (Zwetschgen)

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