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Leserbriefe in S&K 9/2011 zu "Vegetarische Zukunft?", Leserbrief S&K 7/2011 (Gelesen: 21 mal)
Rolf Mütze
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Leserbriefe in S&K 9/2011 zu "Vegetarische Zukunft?", Leserbrief S&K 7/2011
02.08.2011 um 09:48:48
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[b]Leserbrief Vegetarische Zukunft[/b]
Mit Verwunderung habe ich den Leserbrief von U. Neumeister gelesen, wonach eine vegetarische Ernährungsweise über Generationen hinweg gravierende Schäden anrichten soll. Ich kann dazu nur meine Erfahrungen schildern: Während der Schwangerschaft mit meiner Tochter habe ich ausschließlich vegetarisch gelebt. Bei der Geburt wog sie 3750 g – heute, 30 Jahre später, ist sie auch ganz „propper“, obwohl selbst Vegetarierin.
[i]B. Thieme-Sesgör, Stuttgart [/i]

[b]Gravierende Schäden durch Fleisch[/b]
Hunderte Millionen Inder leben seit Jahrtausenden vegetarisch. Die größte, je gemachte Ernährungsstudie, über die Dr. T. Colin Campbell das Buch „The China Study“ schrieb, wurde in China an Menschen durchgeführt, die seit Jahrtausenden wenig bis keine tierlichen Produkte konsumieren. Sie ergab, dass mit pflanzlicher Vollwertkost (also vegan) mehr gesunde Lebensjahre zu erwarten sind als mit jeder anderen Kost. Ich kenne einige Europäer (Kinder und Erwachsene), die von Geburt an in zweiter Generation vegan leben und ausnahmslos sehr gesund sind. Was die Kulturgeschichte betrifft, haben sich von den griechischen Philosophen über die römischen Gladiatoren bis hin zu den Arbeitern im 19. Jahrhundert ein Großteil der Europäer überwiegend vegan ernährt. Es war ein Privileg der Reichen, Tiere zu essen. Ob es für Europäer möglich ist, es schadlos dem Adel nachzutun, wurde ja erst die letzten sechzig Jahre geprüft. Die Schäden (Wohlstandskrankheiten, Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit, Welthunger) sind gravierend. [i]R. Hoog, Linz[/i]

[b]Kein „Puddingvegetarismus“[/b]
Die Einwände gegen Vegetarismus stammen von Leuten, die sich nicht damit beschäftigt haben. Selbst Veganer sind gesund und leistungsfähig, wenn sie sich vollwertig ernähren. Zur Deckung des Eiweißbedarfes ist kein tierisches Eiweiß notwendig! Wenn ein Vegetarier allerdings dem „Puddingvegetarismus“ frönt, also Auszugsmehle, Fabrikzucker und Fabrikfette zu sich nimmt und womöglich raucht, dann sind Krankheiten, auch der nachfolgenden Generationen, nicht auszuschließen.
[i]S. Köhler per E-Mail[/i]
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Gegri
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Beiträge: 1

Re: Leserbriefe in S&K 9/2011 zu "Vegetarische Zukunft?", Leserbrief S&K 7/2011
Antwort #1 - 12.01.2012 um 00:14:43
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Nach meinem Empfinden geht die Diskussion über eine vegetarische Ernährungweise an wichtigeren Problemen unserer Zeit bzw. an ökologisch-landwirschaftlichen Fakten vorbei, und ist eine sehr ideologische Diskussion bzw. eine von luxusverwöhnten und anspruchsvollen Menschen in Mitteleuropa und anderen westlich geprägten Kulturen.
Gleich vorneweg: Der Vegetarismus kann ein Beitrag zu einer nachhaltigen und ökologischen Versorgung der Weltbevölkerung sein, aber er ist sicher nicht das Allheilmittel – nicht in Mittel- und Nordeuropa und anderen Teilen der Welt, worauf später noch eingegangen weden soll.
Das Hauptproblem bei der Diskussion ist, dass ökologisch-landwirtschaftliche Aspekte und in Zeiten des Klimawandels solche des Energieverbrauchs nicht berücksichtigt werden.
Wenn man wegen des Klimas konsequent(er) Energie sparen will/wollte, müsste man viel stärker regionale Produkte nachfragen, als dies bisher der Fall ist. Dann käme so mancher Vegetarier (Veganer) wegen seiner Eiweißversorgung in ein Dilemma, da die meisten Nüsse und Hülsenfrüchte bei uns nicht oder nicht in ausreichender Menge wachsen. (Bitte auf die Länderangaben der Packungen schauen!) Ganz abgesehen davon, dass die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse in der kalten Jahreszeit deutlich eingeschränkt wäre.
Ja, es ist auch eine Diskussion aus den Anfängen der Naturkostbewegung, die aber immer noch aktuell ist, wenn sie auch etwa in den letzten beiden Jahrzehnten wegen der Anspruchshaltung der Verbraucher - auch der Bio-Verbraucher - (“immer alles verfügbar”) einfach übergangen wurde.
Ovo-lakto-Vegetarier übersehen zudem, dass bei ihren tierischen Produkten zwar direkt kein Tier verzehrt wird, aber die Frage, wie man mit den überzähligen männlichen Kälbern/Küken umgeht, dem Bauern überlassen bzw. aufgebürdet wird. Soll man sie später als Rind oder gleich als Kalb essen? Oder doch lieber (töten und) kompostieren? Ein Dilemma aus dem es keinen sauberen ethischen Ausweg gibt, außer man akzeptiert, dass gelegentlicher Fleischverzehr ein notwendiges Übel ist! Er kann (dann) natürlich auch ein Genuss sein!
In unseren Breiten ist die Nutzung des vorhandenen Grünlandes (Wiesen) und damit auch der gelegentliche Fleischverzehr wohl notwendig, um die Eiweißversorgnung der Menschen sicherzustellen. Inwieweit eine deutliche Reduzierung der allgemeinen Verschwendung von Lebensmitteln in der Lage ist dies auszugleichen, müsste wissenschaftlich geklärt werden. Ich gehe davon aus, dass das in Bezug auf die Eiweißversorgnung nur zum Teil gelingt. In manchen Flussauen ist Grünland außerdem für die Hochwasserregulierung nötig.
Global gesehen muss man sich bewusst machen, dass der Mensch in Gegenden vorgedrungen ist, wo Fleischverzehr überlebenswichtig ist, nämlich überall dort, wo das Klima extrem ist, das heißt wo Niederschlag und/oder Temperaturen zu hoch oder zu niedrig sind.
Für die echten Vegetarier (Veganer) bleiben nur wenige Klimazonen, die ein Überleben aus der Region möglich machen: die Tropen und Subtropen mit ausreichend Niederschlag. Je weiter man sich den Polen nähert oder je höher man lebt, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass man auf Fleisch angewiesen ist.
Zusammenfassend muss ich feststellen, dass eine global sinnvolle und individuell gesunde Ernährung sich möglichst am regionalen Angebot orientieren und tierische Produkte mehr oder weniger deutlich reduzieren sollte. Wie weit dies individuell möglich ist, muss jeder Einzelne für sich herausfinden. Ein vollständiger Verzicht auf tierische Produkte ist, außer in ausgewählten Gebieten der Erde (siehe oben) nicht möglich, und wird auch von vielen Mitteleuropäern (selbst vegetarischen) nicht praktiziert (Käse, Eier).
Noch ein anderer Aspekt in diesem Zusammenhang: In einer (unserer) Gesellschaft des Maßlosen und des Überflusses, mit einer Esskultur, die einseitig am niedrigen Preis und an der Menge orientiert ist – und von manchen Bevölkerungsteilen sein muss (!) - wird es ein langer Weg sein, eine gewisse (gesunde) Haltung des Verzichts bzw. der Bescheidenheit attraktiv oder sogar mehrheitsfähig zu machen, die dennoch den Wert regionaler Lebensmittelqualität schätzt und überwiegend nachfragt.
G. Grimm
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Lisa Kaufmann
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Re: Leserbriefe in S&K 9/2011 zu "Vegetarische Zukunft?", Leserbrief S&K 7/2011
Antwort #2 - 17.01.2012 um 17:54:42
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[quote author=Gegri link=1312271328/0#1 date=1326323683]Nach meinem Empfinden geht die Diskussion über eine vegetarische Ernährungweise an wichtigeren Problemen unserer Zeit bzw. an ökologisch-landwirschaftlichen Fakten vorbei, und ist eine sehr ideologische Diskussion bzw. eine von luxusverwöhnten und anspruchsvollen Menschen in Mitteleuropa und anderen westlich geprägten Kulturen.
Gleich vorneweg: Der Vegetarismus kann ein Beitrag zu einer nachhaltigen und ökologischen Versorgung der Weltbevölkerung sein, aber er ist sicher nicht das Allheilmittel – nicht in Mittel- und Nordeuropa und anderen Teilen der Welt, worauf später noch eingegangen weden soll.
Das Hauptproblem bei der Diskussion ist, dass ökologisch-landwirtschaftliche Aspekte und in Zeiten des Klimawandels solche des Energieverbrauchs nicht berücksichtigt werden.
Wenn man wegen des Klimas konsequent(er) Energie sparen will/wollte, müsste man viel stärker regionale Produkte nachfragen, als dies bisher der Fall ist. Dann käme so mancher Vegetarier (Veganer) wegen seiner Eiweißversorgung in ein Dilemma, da die meisten Nüsse und Hülsenfrüchte bei uns nicht oder nicht in ausreichender Menge wachsen. (Bitte auf die Länderangaben der Packungen schauen!) Ganz abgesehen davon, dass die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse in der kalten Jahreszeit deutlich eingeschränkt wäre.
Ja, es ist auch eine Diskussion aus den Anfängen der Naturkostbewegung, die aber immer noch aktuell ist, wenn sie auch etwa in den letzten beiden Jahrzehnten wegen der Anspruchshaltung der Verbraucher - auch der Bio-Verbraucher - (“immer alles verfügbar”) einfach übergangen wurde.
Ovo-lakto-Vegetarier übersehen zudem, dass bei ihren tierischen Produkten zwar direkt kein Tier verzehrt wird, aber die Frage, wie man mit den überzähligen männlichen Kälbern/Küken umgeht, dem Bauern überlassen bzw. aufgebürdet wird. Soll man sie später als Rind oder gleich als Kalb essen? Oder doch lieber (töten und) kompostieren? Ein Dilemma aus dem es keinen sauberen ethischen Ausweg gibt, außer man akzeptiert, dass gelegentlicher Fleischverzehr ein notwendiges Übel ist! Er kann (dann) natürlich auch ein Genuss sein!
In unseren Breiten ist die Nutzung des vorhandenen Grünlandes (Wiesen) und damit auch der gelegentliche Fleischverzehr wohl notwendig, um die Eiweißversorgnung der Menschen sicherzustellen. Inwieweit eine deutliche Reduzierung der allgemeinen Verschwendung von Lebensmitteln in der Lage ist dies auszugleichen, müsste wissenschaftlich geklärt werden. Ich gehe davon aus, dass das in Bezug auf die Eiweißversorgnung nur zum Teil gelingt. In manchen Flussauen ist Grünland außerdem für die Hochwasserregulierung nötig.
Global gesehen muss man sich bewusst machen, dass der Mensch in Gegenden vorgedrungen ist, wo Fleischverzehr überlebenswichtig ist, nämlich überall dort, wo das Klima extrem ist, das heißt wo Niederschlag und/oder Temperaturen zu hoch oder zu niedrig sind.
Für die echten Vegetarier (Veganer) bleiben nur wenige Klimazonen, die ein Überleben aus der Region möglich machen: die Tropen und Subtropen mit ausreichend Niederschlag. Je weiter man sich den Polen nähert oder je höher man lebt, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass man auf Fleisch angewiesen ist.
Zusammenfassend muss ich feststellen, dass eine global sinnvolle und individuell gesunde Ernährung sich möglichst am regionalen Angebot orientieren und tierische Produkte mehr oder weniger deutlich reduzieren sollte. Wie weit dies individuell möglich ist, muss jeder Einzelne für sich herausfinden. Ein vollständiger Verzicht auf tierische Produkte ist, außer in ausgewählten Gebieten der Erde (siehe oben) nicht möglich, und wird auch von vielen Mitteleuropäern (selbst vegetarischen) nicht praktiziert (Käse, Eier).
Noch ein anderer Aspekt in diesem Zusammenhang: In einer (unserer) Gesellschaft des Maßlosen und des Überflusses, mit einer Esskultur, die einseitig am niedrigen Preis und an der Menge orientiert ist – und von manchen Bevölkerungsteilen sein muss (!) - wird es ein langer Weg sein, eine gewisse (gesunde) Haltung des Verzichts bzw. der Bescheidenheit attraktiv oder sogar mehrheitsfähig zu machen, die dennoch den Wert regionaler Lebensmittelqualität schätzt und überwiegend nachfragt.
G. Grimm[/quote]
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Lisa Kaufmann
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Re: Leserbriefe in S&K 9/2011 zu "Vegetarische Zukunft?", Leserbrief S&K 7/2011
Antwort #3 - 17.01.2012 um 17:58:56
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das war ein versehen - ich durchblicke auch gerade nicht, wie man es löscht!
viele grüße
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