In den Baumwollfeldern der USA macht sich ein Unkraut
breit, das gegen das Monsanto-Herbizid Round Up mit seinem
Wirkstoff Glyphosat resistent ist. Es handelt sich um Palmer
Amaranth, eine Pflanze, die zwei bis drei Meter hoch wachsen
kann und der Baumwolle keinen Platz lässt. Zudem kann
das riesige Unkraut die Erntemaschinen für die Baumwollkapseln
beschädigen. Das Unkraut wurde bisher in den Baumwoll-Staaten
North Carolina und Georgia nachgewiesen und ist weiter
auf dem Vormarsch. Die Nachrichtenagentur AP meldete, dass
erste Farmer bereits ihre Felde aufgeben mussten. Der Unkrautspezialist
Alan York von der Staatsuniversität von North Carolina
in Raleigh vergleicht laut AP das Schadenspotential der
Amaranth mit dem des Baumwollkapselkäfers, der Anfang
des 20. Jahrhundert in den USA empfindliche Baumwollverlusten
ausgelöst hat.
Die meisten US-Baumwollfarmer setzen seit Jahren genmanipulierte
Baumwolle von Monsanto ein, die gegen den Wirkstoff Glyphosat
resistent ist. Durch den dauernden Einsatz des Pestizides
wurde jedoch auch der damit bekämpfte Amaranth immer
widerstandsfähiger. Weil Glyphosat nun nicht mehr
hilft, empfiehlt Monsanto betroffenen Farmern den zusätzlichen
Einsatz anderer, noch schädlicherer Pestizide. Das
belastet die Umwelt mit weiteren Giftstoffen und macht
den Anbau von Gen-Baumwolle für die Farmer finanziell
uninteressant.
Im US-Staat Arkansas tauchte im vergangenen Jahr in Feldern
mit herbizidresistenten Sojabohnen ebenfalls Amaranth auf,
der höhere Konzentrationen an Glyphosat vertrug, als üblich.
Nun fürchten die Farmer dort, dass auch ihre Ernten
langfristig von dem neuen Superunkraut bedroht sind.