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Aktuelle Meldungen vom 12.02.2001

Bioland und Demeter verlassen die AGÖL

Die Interessenvertretung des ökologischen Landbaus formiert sich neu

Die Bundesdelegiertenversammlung von Bioland hat beschlossen, die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (AGÖL) zu verlassen. Wenige Tage zuvor hatte der Vorstand des Demeter-Bundes entschieden, gemeinsam mit Bioland aus der AGÖL auszutreten, wenn bei Bioland eine solche Entscheidung fällt. Beide Beschlüsse waren einstimmig.

Somit gehören der mitgliederstärkste und der älteste Verband des ökologischen Landbaus in Deutschland der Dachorganisation mit Wirkung zum 31. März 2001 nicht mehr an. Hintergrund sind unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Entwicklung der AGÖL. Konkret: Die Kritiker empfinden die Strukturen als verkrustet und reformbedürftig, die Abstimmungsprozesse als zu langwierig und zäh. Politische Kampagnen fänden nicht statt, wichtige Themen würden nicht besetzt. Heraus komme immer nur ein Minimalkonsens.

Diese Auffassung teilten in der Vergangenheit nicht nur die beiden ausgetretenen, sondern auch weitere Verbände. Insgesamt ergab sich für diese Ansicht aber keine Mehrheit, bei einer entscheidenden Abstimmung kam es zu einem Patt.

60 Prozent der Mitglieder, aber nur 28 Prozent der Stimmen

In der Mitgliederversammlung der AGÖL gibt es 25 Stimmen. Davon entfielen auf Bioland und Demeter zusammen 7 (Bioland: 4, Demeter: 3). Nimmt man die Anzahl der Betriebe, so sind rund 60 Prozent der "AGÖL-Bauern" bei Bioland oder Demeter Mitglied. Bezogen auf die Fläche repräsentieren die ausgetretenen Verbände etwa 40 bis 45 Prozent des Öko-Landbaus in Deutschland.

Insbesondere Bioland hatte mehrfach Anläufe zu einer Reform der AGÖL unternommen. Da diese an den Mehrheitsverhältnissen in der AGÖL-Mitgliederversammlung scheiterten, sah man keinen anderen Ausweg mehr als den Austritt.

Wie geht es weiter?

Bioland und Demeter möchten die gemeinsame Interessenvertretung des ökologischen Landbaus auf eine neue Basis stellen. Dazu haben sie "bilaterale" Gespräche mit den verbliebenen AGÖL-Verbänden aufgenommen. Als sicher gilt, dass die beiden ausgetretenen Verbände in Zukunft noch enger als bisher zusammenarbeiten werden. Erste Ansätze dazu wurden in der gemeinsamen Pressearbeit während der BSE-Krise deutlich.

Darüber hinaus sind Kooperationen mit anderen ökologischen Anbauverbänden sowie weiteren Interessengruppen, die sich für den Ökolandbau stark machen, auf drei Ebenen denkbar.

1. Breite Aktionsbündnisse mit Umwelt- und Verbraucherverbänden sowie kirchlichen Gruppen und Gewerkschaften.

2. Eine gemeinsame Interessenvertretung von Landwirten und Verarbeitern.

3. Trägerschaft bzw. Sponsoring für ein Dienstleistungszentrum nach dem Vorbild des schweizerischen FIBL.

 

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