Aktuelle Meldungen vom 05.07.2002
EU-Parlament drängt auf strenge Kennzeichnung von Gen-Produkten
Konsumenten-Schutz durch eindeutige Hinweise auf Verpackungen und Werbematerialien
Die Mehrheit der EU-Parlamentarier hat sich bei einer Abstimmung zur Gentechnik für eine umfassende Kennzeichnung von Gen-Nahrungsmittel ausgesprochen. Gefordert werden noch strengere und klarere Vorschriften für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Lebens- und Futtermitteln. Das Parlament hat deswegen eine Änderung angenommen, der zu Folge auf Verpackungen und Werbematerialien ein eindeutiger Hinweis auf die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen stehen muss. Dadurch soll Verbrauchern die Wahl zwischen herkömmlichen und genmanipulierten Nahrungsmitteln erleichtert werden.
Die Abgeordneten wollen auch die Verfütterung von Tieren oder Tierbestandteilen, die ihrerseits unter Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen entstanden sind, nachvollziehbar machen. Diese Regeln sollen nicht nur für in der EU hergestellte, sondern auch für importierte Lebensmittel gelten.
Der Vorschlag der Kommission sieht einen Schwellenwert von einem Prozent für die Kennzeichnung von zufälligem oder technisch unvermeidbarem Vorhandensein von GVO in Lebens- oder Futtermitteln vor. Die Abgeordneten treten für einen Schwellenwert von 0,5 Prozent für das zufällige oder technisch nicht vermeidbare Vorhandensein von in der Gemeinschaft zugelassenen GVO ein. Dieser Schwellenwert soll jedoch in dem Maße weiter gesenkt werden, wie der Stand von Wissenschaft und Technik dies erlaubt.
Greenpeace zufrieden
Die Umweltorganisation Greenpeace kommentierte die Entscheidung des EU-Parlaments so: "Vom Soja-Öl bis zum Schokoriegel - Die Gen-Industrie kann dem Käufer im Supermarkt keine Gentechnik mehr unterschieben. Vorausgesetzt, die verschärften Kennzeichnungs-Regelungen werden tatsächlich Gesetz. Dies wäre ein klarer und weit reichender Sieg für die Verbraucher. Aktuelle Umfrage-Ergebnisse zeigen, dass neun von zehn Verbrauchern eine umfassende Kennzeichnung wollen. Sie wollen nicht länger als Versuchskaninchen für Gentechnik in Lebensmitteln missbraucht werden. Zum ersten Mal soll jetzt ein gesetzlicher Rahmen geschaffen werden, der es Verbrauchern möglich macht, Gen-Food aus Europa zu verbannen. Ein erfreulicher Schritt, dem weitere folgen sollten." (Quelle: pressetext.deutschland und andere)
- Wir brauchen eine lückenlose Gentechnik-Kennzeichnung (Standpunkt in Schrot & Korn 10/2000)
- Kennzeichnungspflicht ab 1 %
- Ökologische Nahrungsmittelproduktion muss gentechnikfrei bleiben können
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