Aktuelle Meldungen vom 30.10.2002
Erste Fortschritte bei Acrylamid in Lebensmitteln
Bericht im ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus
Einzelnen Herstellern von Knäckebrot ist es gelungen, die Konzentration des mutmaßlichen Krebsgiftes Acrylamid in ihren Produkten drastisch zu senken. Auch eine Reihe von Knabberartikeln ist nur noch vergleichsweise niedrig damit belastet.
Das Ergebnis dieser Analyse, die beim renommierten NAFU-Labor in Berlin in Auftrag gegeben wurde, präsentierte das ARD- Wirtschaftsmagazin Plusminus.
Allerdings gibt es immer noch enorme Unterschiede zwischen den Produkten. Während die niedrigsten Werte bei wenig mehr als 100 Mikrogramm pro Kilo liegen, enthält das am höchsten belastete Knäckebrot über 2.000 Mikrogramm - und damit weit mehr als die meisten Pommes frites oder Chips.
Verschiedene Tests staatlicher Labors bestätigen die Plusminus- Ergebnisse. Allerdings lassen die Behörden die Verbraucher im Unklaren, wie hoch die Belastung in einzelnen Produkten ist. Bundesbehörden berufen sich dabei auf ein Verfassungsgerichtsurteil, das die Nennung von Produktnamen angeblich verbietet. Nach Recherchen von Plusminus erlaubt das Urteil aber eine Veröffentlichung.
Acrylamid entsteht, wenn Lebensmittel, die Eiweiß und Stärke enthalten stark erhitzt werden. Der Kölner Prof. Dr. med. Edgar Schömig hält Acrylamid für weit gefährlicher, als alle anderen Chemikalien, die man bisher in Lebensmitteln gefunden hat. Er rechnet bundesweit mit bis zu 10.000 zusätzlichen Krebsfällen pro Jahr.
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