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Aktuelle Meldungen vom 14.07.2003

Jeck und Fair ...da tanzt der Bär!

Zehn Prozent "faires Wurfmaterial" das Ziel

Die Tatort-Kommissare Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär machten sich auf der Inter-Karnevalmesse für fair gehandelte Fruchtgummis als Wurfmaterial im Karneval stark. Blumensträußchen aus menschen- und umweltschonender Produktion fliegen mit! Wird der Berliner Karnevalszug zum ersten "Fairen Zoch" im Land?

Mit dem neuen Sessions-Motto "Jeck und Fair ...da tanzt der Bär!"beteiligt sich die Kampagne "Jecke Fairsuchung - Faire Kamelle im rheinischen Karneval" mit einem eigenen Stand an Europas größter Jeckenmesse "Inter-Karneval", die an diesem Wochenende in den Kölner Messehallen stattfindet.

Auf der Pressekonferenz begrüßte Messeorganisator Ludwig Klöckner ausdrücklich die Idee, den Fairen Handel auch im Karneval zu verankern. Er versprach seine Hilfe zur Erreichung des Kampagnenziels von 10 Prozent am Wurfmaterial der Vereine und Umzüge im Straßenkarneval. In einem Grußwort verkündete das designierte Stommelner Dreigestirn, daß sie in der Session 2004 der Jecken Fairsuchung erliegen werden.

Prominente Unterstützung erfuhr die Kampagne auch durch die beiden Schauspieler Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär - bekannt als die Kölner Tatort-Kommissare - die extra zur Pressekonferenz von Berlin an den Rhein angereist waren. Behrendt und Bär stellten drei neue Produkte der Kampagne vor: Bio-Gummibärchen mit fair gehandeltem Rohrzucker aus Paraguay, Maniok-Chips aus Indonesien und "Mango-Monkeys", Fruchtgummis von den Philippinen. Der Verkaufserlös an diesen Gummiäffchen geht zu einem festen Anteil direkt an das Gefängniskinderprojekt des philippinischen Kinderschutzzentrums Preda. Über 20.000 Kinder sind in diesem Land wegen geringster Vergehen unter unvorstellbaren Bedingungen in Gefängnissen zusammen mit Erwachsenen eingepfercht. Sexueller Missbrauch und Gewalt geschehen täglich. Die Organisation Preda kümmert sich mit psychologischer Betreuung, Kleidung, Spielsachen und ärztlicher Hilfe um diese "vergessenen" Kinder.

Der überwiegende Teil der so beliebten "Strüssjer" im Straßenkarneval kommen zu dieser Jahreszeit als Importe aus Ländern Afrikas und Lateinamerikas. Auf riesigen Blumenplantagen arbeiten dort Kinder und Erwachsene unter unwürdigen Bedingungen und zu Hungerlöhnen. Ihre Gesundheit ist durch den unkontrollierten Einsatz von hochgiftigen Pestiziden gefährdet. Eine Alternative bietet seit 1999 die Initiative Flower Label Programm (FLP). Die Zertifizierung ist ein Abkommen, mit dem sich Blumenproduzenten verpflichten z. B. Gewerkschaften zuzulassen, Kinderarbeit zu verbieten, Umweltschutzstandards einzuhalten und existenzsichernde Löhne zu zahlen.

Blumenimporteur Günter Ebert machte darauf aufmerksam, dass der Kölner Karnevalsverein "Rote Funken" bereits seit einem Jahr nur noch Blumen aus FLP-Produktion im Karneval verteilt. Auch viele weitere Vereine würden über den Großmarkt diese Blumen beziehen, ohne es zu wissen: Grund genug für die Kampagne "Jecke Fairsuchung" offensiv über FLP-Blumen zu informieren und für verstärkte Bestellungen zu werben. Optimal: "Faire Strüssjer" sind kein bisschen teurer als "normal"produzierte Schnittblumen!

Nachdem die Kampagne bereits in der letzten Karnevalssession 100.000 Stück "Faire Kamelle" an 20 Vereine und 10 Schulen vermittelte und die Stadtwerke Düsseldorf zu einem hundertprozentigen Umstieg gewinnen konnte, steht sie nun vor dem Sprung aus dem Rheinland zu den Jecken nach Berlin. Es finden bereits intensive Gespräche mit den Berliner Zugorganisatoren und deren Wurfmaterial-Lieferant, der Metro, statt. Sollte alles klappen, würden schon bald 10 Prozent der Berliner Wurfgeschosse aus Fairem Handel stammen und der Berliner Zug der erste "Faire Zoch" des Landes sein. Die Vorsitzende des KölnAgenda e.V, Dorothea Freese, bemerkte dazu schmunzelnd: "Dietmar Bär, der Berliner Bär und Faire Gummibärchen ....bei diesem Dreigestirn kann Thomas Gottschalk doch einpacken!"

Die "Jecke Fairsuchung" wird getragen vom KölnAgenda e.V. und dem Agenda-Büro der Stadt Brühl, den Fairhandelshäusern gepa, El Puente, dritte-welt Partner und dem Weltladen Bonn. Jecke Unterstützung leisten neben dem Tatort e.V. u.a. das Brühler Dreigestirn 2003, die Siegelorganisation TransFair und die Stadtwerke Düsseldorf, die sich aktiv für die Ziele der Kampagne einsetzen. Ministerpräsident Peer Steinbrück, Minister Michael Vesper und Ministerin Bärbel Höhn unterstützen ebenfalls die Idee der Kampagne. Gefördert wird die Kampagne durch die NRW-Stiftung für Umwelt und Entwicklung.

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