Aktuelle Meldungen vom 23.08.2004
In der Nähe von Tankstellen häufiger Leukämie?
Französische Studie
Kinder, die in der Nachbarschaft von Tankstellen oder Autowerkstätten leben, haben offenbar ein vier Mal höheres Risiko, an akuter Leukämie zu erkranken. Ursache sind vermutlich die Benzol-Emissionen der Motoren. Das ist das Ergebnis einer Studie zweier französischer Medizinerinnen, die sie im Fachblatt "Occupational and Environmental Medicine" veröffentlicht haben.
Akute Leukämie ist danach die häufigste bösartige Erkrankung bei Kinder. Bisher seien aber nur wenige Risikofaktoren eindeutig identifiziert. Bei Erwachsenen, insbesondere bei Beschäftigten in der Gummi verarbeitenden Industrie, sei bereits ein Zusammenhang zwischen Benzol und der Erkrankungshäufigkeit beobachtet worden.
In vier französischen Städten untersuchten die französischen Wissenschaftlerinnen jetzt die Lebensumstände von 280 Kindern mit akuter Leukämie und verglichen sie mit denen von 285 nicht betroffenen Kindern im Alter von bis zu 14 Jahren. Siebzehn der jungen Patienten hatten schon einmal in der Nähe einer Tankstelle oder einer Werkstatt gewohnt, jedoch nur sieben Kinder aus der Vergleichsgruppe. Unter Berücksichtigung weiterer Faktoren leiten die Forscherinnen daraus ein vier Mal höheres Erkrankungsrisiko ab.
Das Risiko stieg mit jedem Monat, den die Kinder in der Nachbarschaft solcher Betriebe gewohnt hatten. Die Nähe stark befahrener Straßen oder der Beruf der Mutter während der Schwangerschaft schienen dagegen keine Rolle zu spielen. "Derartige Resultate sind unseres Wissens nach niemals zuvor beschrieben worden und könnten zufälliger Natur sein", betonen die Forscherinnen. "Die Stärke des Zusammenhangs und der zeitliche Trend sprechen jedoch für eine kausale Verbindung." In jedem Fall seien weitere Studien notwendig.
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