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Aktuelle Meldungen vom 19.05.2005

Schäden durch Insektizide

Großstudie gibt Hinweise

Viele der in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide sind neurotoxisch. Schäden für den Menschen sind bisher nur nach versehentlicher hoher Exposition beobachtet worden. Jetzt kommt eine große Kohortenstudie in Environmental Health Perspectives (2005 doi:10.1289/ehp.7645) erstmals zu dem Ergebnis, dass auch die chronische Exposition geringer Mengen, wie sie in der Landwirtschaft üblich sind, zu dauerhaften Beschwerden führen können.

Die Daten stammen aus der laufenden Agricultural Health Study, an der mehr als 89.000 Personen aus den Agrarstaaten North Carolina und Iowa teilnehmen, die im Privatleben oder von Berufs wegen mit Pestiziden in Berührung kommen. Die Studie wurde von verschiedenen US-Gesundheitsbehörden initiiert, die sich Sorgen über die Auswirkungen von Pestiziden machen, von denen in den USA jedes Jahr mehr als eine Millionen Tonnen eingesetzt werden.

Die Studienteilnehmer werden nach ihren gesundheitlichen Beschwerden befragt, die dann mit der Pestizid-Exposition in Verbindung gesetzt werden können. Freya Kamel vom US-National Institute of Environmental Health Sciences in Triangle Park in North Carolina hat diese Analyse für 18 782 Farmer gemacht, die einen Beschwerdefragebogen ausgefüllt hatten. 23 neurologische Symptome wurden abgefragt, darunter Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit ("fatigue"), Schlafstörungen, Schwindelanfälle, Übelkeit, Tremor und Taubheitsgefühle.

Eine Assoziation dieser Symptome bestand vor allem zum Einsatz von Insektiziden. Diese Mittel waren von 3 000 Teilnehmern über wenigstens 500 Lebenstage angewendet worden. Von diesen berichteten fast 800 über mehr als zehn neurologische Symptome. Diese traten damit zweieinhalbfach häufiger auf als bei Farmern mit einer Lebenszeitexposition von weniger als 50 Tagen.

Für Herbizide und Fungizide wurde keine Assoziation gefunden. Bei den Ausräucherungsmitteln bestand ein leicht erhöhtes Risiko für Personen, die diese Mittel häufiger als 50 Mal in ihrem Leben eingesetzt hatten.

Die neurologischen Beschwerden standen nicht unbedingt in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Exposition. Das bedeutet, dass frühere Mittel noch bis heute nachwirken könnten.

Insektizide gelten als die bedenklichste Gruppe der Pestizide. In diese Gruppe fällt auch DDT, das in Industrieländern seit den 70er-Jahren nicht mehr verwendet wird (in der DDR vereinzelt noch bis 1989; Verbot in den USA: 1972). Für andere Insektizide gelten heute Anwendungseinschränkungen. Für wieder andere gibt es keine Auflagen, wie für die Pyrethroide, die auch beim Menschen als Mittel gegen Läuse eingesetzt werden.

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