Aktuelle Meldungen vom 04.07.2005
Mineralwasser für Babys muss Uran-frei sein
Für Erwachsene meist kein gesundheitliches Risiko
Mineralwasser, das mit dem Zusatz "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" versehen ist, sollte kein Uran enthalten. Dieses Fazit zieht das Bundesamt für Risikobewertung (BfR), nachdem es die Urangehalte von Mineralwässern gesundheitlich bewertet hat.
"Uran ist, wie andere Schwermetalle auch, ab bestimmten Konzentrationen giftig. Da Säuglinge besonders empfindlich reagieren, müssen bei ihnen strengere Maßstäbe angelegt werden als bei Erwachsenen", sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Für den Gehalt von Uran in Mineralwasser gibt es bisher keinen Grenzwert. Die Weltgesundheitsorganisation geht für Erwachsene davon aus, dass Urangehalte im Trinkwasser bis 15 µg je Liter aus gesundheitlicher Sicht tolerierbar sind. Bis eigene Höchstmengen für Mineralwasser festgelegt werden, kann dieser Trinkwasserwert nach Ansicht des BfR hilfsweise angewendet werden. Die Untersuchungsbehörden der Bundesländer hatten über 1.500 Proben von Mineralwässern aus Deutschland auf ihren Gehalt an Uran untersucht.
Uran ist ein auf der Erde weit verbreitetes giftiges und radioaktives Schwermetall. Uranverbindungen können daher natürlicher Bestandteil von Gesteinen und Mineralien sowie von Wasser, Boden und Luft sein. Spuren von Uran sind daher auch in vielen Lebensmitteln und natürlich auch in Wasser nachweisbar.
Wie alle Schwermetalle kann Uran, wenn der Körper größere Mengen davon aufnimmt, auch die Funktion der Nieren beeinträchtigen. Der Mensch und insbesondere Säuglinge, als eine der empfindlichsten Bevölkerungsgruppen, sollten daher so wenig Uran wie möglich aufnehmen.
Eine Quelle der Uranaufnahme sind natürliche Mineralwässer.
Bei seiner Passage durch die verschiedenen Gesteins- und Bodenschichten
kann das Wasser dort vorkommende Uranverbindungen aufnehmen.
Nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist
eine Belastung von Trinkwasser bis 15 µg je Liter für
Erwachsene gesundheitlich akzeptabel. Das BfR geht davon aus,
dass auch bei dem Genuss von Mineralwasser mit Urangehalten
bis zu dieser Menge mit keiner gesundheitlichen Gefährdung
des Verbrauchers gerechnet werden muss. Die Behörden
der Bundesländer haben bei ihrer Untersuchung von Mineralwässern
aus deutschen Brunnen festgestellt, dass rund 97 % der 1.530
Proben dieser Anforderung genügen.
Zunehmend wird Mineralwasser aber auch zur Zubereitung von
Säuglingsnahrung verwendet. Hier sind strengere Maßstäbe
anzulegen. Da Säuglinge besonders empfindlich auf Schwermetalle
und damit auch auf Uran reagieren, sollte aus Vorsorgegründen
in Mineralwässern, die speziell als "Geeignet für
die Zubereitung von Säuglingsnahrung" ausgelobt
werden, kein Uran enthalten sein. Immerhin erfüllen noch
44 % der untersuchten Mineralwässer diese Anforderung.
- Die ganze Stellungnahme des BfR findet man hier.
- Uran in Kartoffeln
- www.bfr.bund.de unter dem Menupunkt Lebensmittel/ Lebensmittelsicherheit/ Rückstände und Kontaminanten
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