Aktuelle Meldungen vom 01.08.2005
Nahrungsergänzung umstritten
Britische Forscher erkennen keine Vorteile
Gerade alte Menschen nehmen häufig Multivitamin- und Mineralstoffpräparate ein, um sich vor Infektionen zu schützen. Ein solcher Schutz lässt sich bisher jedoch wissenschaftlich nicht belegen.
Zwei britische Forscher werteten acht Studien mit insgesamt rund 1.000 Teilnehmern aus. Die Testpersonen waren meist älter als 60 Jahre und wurden nach einem Zufallsprinzip in eine Placebo- und eine Supplementegruppe eingeteilt. Zwar verkürzte sich in drei Studien durch die Einnahme von Multivitamin- und Mineralstofftabletten die Krankheitsdauer um rund 18 Tage. Doch umfassten diese drei Studien zusammen nur 100 Probanden.
Aufgrund der geringen Teilnehmerzahlen und der unterschiedlichen Studiendesigns, fehlt diesem Ergebnis die wissenschaftliche Aussagekraft. Im weiteren zeigte sich, dass Senioren, die Präparate einnahmen, das gleiche Risiko für eine Infektion hatten wie die Placebogruppe. Auch die Infektionsrate war in beiden Gruppen gleich.
Die Forscher wenden jedoch ein, dass die untersuchten Studien sehr unterschiedlich aufgebaut waren. So wiesen die Teilnehmer in einer Studie beispielsweise zu Beginn Nährstoffdefizite auf. Bislang fehlen standardisierte Untersuchungen mit einer sorgfältig ausgewählten, großen Teilnehmerzahl. Nach Meinung der britischen Wissenschaftler reichen die derzeitigen Erkenntnisse nicht aus, um Senioren eine vorbeugende Einnahme von Nahrungsergänzungen zu empfehlen. (Quelle: aid)
- Originalaufatz: EI-Kadiki A and Sutton AJ.: Role of multivitamins and mineral supplements in preventing infections in elderly people: systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. BMJ 330 (7496), 871-77, 2005
- Nahrungsergänzungsmittel eigentlich überflüssig
- Einige Artikel über Nahrungsergänzung in der Schrot & Korn-Ausgabe 8/2005)
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