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Aktuelle Meldungen vom 17.10.2005

Antibiotika in der Landwirtschaft unnötig

Experte setzt auf Ersatz in Ackerbau und Viehzucht

Der Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft ist nicht notwendig. Zu diesem Schluss kommt der Experte Friedhelm Berger, Präsident des Umweltbundes. Berger reagiert mit seiner Aussage in einem Interview auf die mehr als 9.000 Tonnen Antibiotika, die jährlich in der EU an Schweine, Rinder und Geflügel verfüttert werden und die zu einem großen Teil mit dem Mist wieder auf die Felder gelangen.

"Antibiotika werden aber auch in Obstkulturen legal und illegal gegen Feuerbrand, Bakterienbrand ausgebracht", so der Experte. "Sowohl die Antibiotika aus der Tierhaltung als auch die aus den Intensivkulturen wirken im Naturhaushalt und werden auch von Bienenvölkern mitgesammelt und kommen in Bienenprodukte", erklärt Berger. Daher gebe es sowohl in der konventionellen als auch in der Bio-Produktion für den Menschen gefährliche Bakterienarten. "Gegen die phytopathogenen Bakterienarten werden weltweit verschiedene Antibiotika wie etwa Streptomycin oder Tetracyclin eingesetzt", führt der Forscher aus. Darüber hinaus werde auch auf Antagonisten, das heißt Gegenspieler gegen die phytopathogenen Bakterien gesetzt. "Solche Bakterien sind im Allgemeinen säureproduzierende Arten oder Gattungen die damit den anderen Bakterien das Leben schwer machen. Dies wird zum Beispiel bei der Herstellung von Sauerkraut genutzt." Einige der Schmutzbakterien, die auf Blättern und im Stall vorkommen, sind auch für den Menschen gefährlich.

"Allerdings werden auch viele andere Bakterienarten in Zusammenhang mit Krankheiten bei Mensch und Tier gebracht, wie bestimmte Schmutzbakterien, die sogar vom manchen Wissenschaftler als die wahren Erreger von BSE oder Creutzfeldt-Jakob genannt werden", erklärt der Wissenschaftler im pressetext-Gespräch. "Bei hohen Dichten von säureproduzierenden Bakterien wirkt aber die Säure auf lebenden Pflanzen phytotoxisch. Das bedeutet, dass die Pflanzen sterben." Der Wissenschaftler kritisiert, dass bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln leider nicht auf die Beeinflussung der Artenzusammensetzung von Bakterien eingegangen werde. "Dadurch können einzelne Arten gehemmt oder begünstigt werden. Bei Säuren und Basen werden alle gleichmäßig abgetötet."

Berger hat als Alternative Versuche mit gesättigter Löschkalklösung durchgeführt. "Dieses natürliche und ohnehin notwendige Düngemittel wird in wenigen Stunden zu Karbonatkalk, der darüberhinaus sogar Nahrungsergänzungsstoff ist", führt Berger aus. Kalk wird normalerweise in der Vegetationsruhe als trockener Dünger im Tonnenbereich gestreut. Um die Lösung allerdings gleichmäßig auf die Blattflächen zu bringen, musste eine neue Technologie angewendet werden. Der Schweizer Apparatehersteller Belatec konnte dieses Problem lösen: "Im Praxisversuch zeigte sich danach sogar, dass durch das Ausbringen solcher Düngemittel über das Blatt vollkommen auf Pflanzenschutzmittel verzichtet werden konnte", erklärt der Wissenschaftler. Auch im Tierbereich konnte Belatec eine Maschine entwickeln mit welcher normales Trinkwasser mit etwas Salz so aufbereitet wird, dass auch hier vollständig auf Antibiotika verzichtet werden kann, erklärt Berger abschließend. (Quelle: pressetext austria)

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