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Aktuelle Meldungen vom 17.10.2005

Handystrahlung wird nicht ernst genommen

Zahlen aus Österreich auf Deutschland übertragbar?

Handys sind in Österreich zu einem Alltagsgegenstand geworden. Laut einer Fessel-GfK-Studie im Auftrag der mobilcom.austria haben bereits 89,7 Prozent ein Handy. Dabei ist die Einstellung der Österreicher in Bezug auf Mobiltelefonstrahlung sehr sorglos, wie eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Marketagent.com zu Elektrosmog belegt.

In einer Eigenstudie wurden 480 virtuelle Interviews mit web-aktiven Österreichern zwischen 14 und 59 Jahren geführt. Dabei stellte sich heraus, dass 38 Prozent der Befragten die von Mobiltelefonen ausgehende Strahlung immerhin als "eher bedenklich" befinden, doch nur 13 Prozent die Strahlung als "sehr bedenklich" ansehen. 73 Prozent sehen keine Veranlassung, sich aktiv gegen Handystrahlen zu schützen. Beim Kauf eines neuen Handys ist eine niedrige Strahlenbelastung für rund 37 Prozent ein "sehr wichtiges" Entscheidungskriterium. Eine ähnliche Studie, ausgehend vom Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm, bei der 1000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland telefonisch befragt wurden, liefert ähnliche Ergebnisse. Nur 20 Prozent der Befragten haben kein Handy und sogar 45 Prozent sehen "so gut wie kein Risiko" bei der Mobilfunknutzung.

Wie der im Bundesamt für Strahlenschutz in Deutschland angestellte Florian Emerich gegenüber pressetext sagte, gibt es als Messwert für Strahlungsintensität bei Mobiltelefonen den sogenannten SAR-Wert. Bei der Nutzung von Mobiltelefonen nimmt unser Kopf hochfrequente elektromagnetische Felder auf, die durch die sogenannte spezifische Absorptionsrate (SAR) errechnet werden. Die Maßeinheit ist Watt pro Körpergewebe (W/kg). Auf der Website findet sich auch eine Liste von SAR-Werten für mobile Endgeräte. Der aktuelle Spitzenreiter ist das Gerät "Motorola 55 MPX 200" mit 0,12 W/kg. Die Strahlenschutzkommission empfiehlt als Obergrenze einen SAR-Wert von 2 W/kg.

Doch selbst bei diesen geringen SAR-Werten glauben Kritiker nicht an die Ungefährlichkeit des Handykults. Die REFLEX-Studie der EU, die sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, kommt zu dem Schluss, dass unter Umständen Schäden und Veränderungen der Erbsubstanz durch Handynutzung erfolgen können. Allerdings lässt sich mit der Einführung der UMTS-Technologie zur schnellen Übertragung von Bildern und Daten voraussagen, dass die Nutzungshäufigkeit im Mobilfunkbereich noch weiter ansteigen wird. (Quelle: pressetext austria)

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