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Aktuelle Meldungen vom 09.02.2006

Bioland und BUND gegen Gen-Raps

"Raps-Anbauer, Bio-Bauern und Imker sind akut gefährdet!"

Beim Raps besteht ein sehr viel höheres Risiko, dass sich die artfremden Gene auf Wildpflanzen übertragen, als etwa beim Mais oder Kartoffeln. "Die Freisetzung von Gen-Raps in einem Raps-Land wie Mecklenburg-Vorpommern gefährdet akut alle deutschen Raps-Anbauer," warnt Dr. Burkhard Roloff, Agrarexperte beim BUND.

"Rapspollen können durch den Wind und Insekten mehrere Kilometer weit verbreitet werden. Deshalb ist die Gefahr der Auskreuzung auf gentechnisch unveränderte Rapspflanzen oder auf verwandte Kreuzblütler-Arten besonders hoch", besätigt auch Carola Ketelhodt, Geschäftsführerin des Bioland-Landesverband.

BUND-Fachmann Roloff ergänzt, dass "z.B. die Firma 'Uni Lever' Raps für ihre Margarineherstellung gerade deshalb aus Deutschland bezieht, weil deutscher Raps bisher garantiert gentechnikfrei ist." Die Freisetzung von gen-verändertem Raps gefährde aber auch die Bio-Bauern, insbesondere in der angrenzenden deutschlandweit ersten gentechnikfreien Region Warbel-Recknitz, die sich freiwillig verpflichtet hätten, auf den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu verzichten. Betroffen seien aber auch die Imker in der Region um Groß Lüsewitz, denn die Bienen könnten im Umkreis von vier bis 20 Kilometer die genveränderten Rapspollen verbreiten. Die Imker könnten dann nicht mehr garantieren, dass Ihr Honig gentechnikfrei ist.

Anlass für die Warnungen von BUND und Bioland ist die Veröffentlichung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vom 12. Januar 2006, in der es bekannt gibt, dass der Verein zur Förderung Innovativer und Nachhaltiger Agro Biotechnologie Mecklenburg-Vorpommern e. V. (FINAB) die Genehmigung zur Freisetzung von gentechnisch veränderten Rapspflanzen erhalte. Die Genehmigung gilt für eine Fläche innerhalb eines 10,1 Hektar großen Versuchsgeländes in Groß-Lüsewitz in der Gemeinde Sanitz. Der Genehmigungsantrag liegt noch bis zum 27. Februar in Berlin im Bundesamt aus. Bis zum 27. März 2006 sind Einwendungen gegen den Antrag möglich. Berücksichtigt werden aber nur Einwendungen, die auf "besonderen privatrechtlichen Titeln" beruhen. Den Sommer-Rapspflanzen in Groß-Lüsewitz wurden Gene eingesetzt, die die Bildung von Resveratrol auslösen sollen, das als gesundheitsförderlicher Lebensmittelzusatzstoff gilt. Zusätzlich enthalten die Pflanzen Antibiotika-Resistenz-Gene aus einem Bakterium als Marker-Gene und artfremde Gene, die die Rapspflanzen widerstandsfähig machen gegen ein bestimmtes Herbizid. Der Gen-Raps soll auf einer 480m² großen Fläche innerhalb des Versuchsareals freigesetzt und zum Schutz vor Auskreuzung mit Mantelsaaten von z.T. männlich sterilem Raps umgeben werden.

"Erfolgt dennoch eine ungewollte Auskreuzung, könnte auch die Antibiotikaresistenz auf die Wildpflanzen bzw. benachbarte Öko-Rapsfelder übertragen werden.", mahnen die Experten von Bioland und BUND. "Das ist eine große Gefahr für die Artenvielfalt in der Natur und für die Imker in der Region und bedroht die Wahlfreiheit der Bauern und der Verbraucher, die weiterhin gentechnikfrei wirtschaften und leben wollen."

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