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Aktuelle Meldungen vom 15.05.2006

Doch Krebs durch Handynutzung?

Schwedische Studie: Risiko um bis zu 240 % größer

Schwedische Forscher untersuchten Patienten mit Gehirntumoren.
Eine intensive Nutzung von Mobiltelefonen erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken. Das geht aus einer in Stockholm veröffentlichten Studie schwedischer Wissenschaftler vom Nationalen Institut für Arbeitsleben (Arbetslivsinstitutet) hervor.

Nachdem zwei Untersuchungen in den Niederlanden und Großbritannien keine direkte Verbindung ziehen konnten, stellten die Forscher nun gezielt gesunde und kranke Intensivnutzer gegenüber.

Von 2.200 untersuchten Krebspatienten im Alter von 20 bis 80 Jahren waren 905 an einem Gehirntumor erkrankt. "Von diesen 905 waren 85 Intensivnutzer von Mobiltelefonen", heißt es in der Studie. Diese hätten bereits vor einiger Zeit mit der Handy-Nutzung begonnen und häufig mobil telefoniert. Unter gesunden Testpersonen war der Anteil der Intensivnutzer geringer.

Nach Angaben der Wissenschaftler traten die Tumore auch verstärkt auf der Seite des Kopfes auf, an die auch das Handy während des Gespräches gehalten wurde. Da Erkenntnisse über das Rauchen, das Arbeiten in ungesunder Umgebung und andere Risikofaktoren mit berücksichtigt wurden, sehen die Forscher einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Mobiltelefonie und Krebs.

Laut Kjell Mild, der die Untersuchung leitete, steigt das Risiko bei häufiger Handytelefonie, auf der zum Telefonieren genutzten Kopfseite, um bis zu 240 Prozent. Intensivnutzern empfahl er Freisprecheinrichtungen, durch die die Strahlungsbelastung am Kopf deutlich reduziert werde.

Enge Verbindung zwischen Mobilfunkkonzernen und dem Staat:
Rainer Frentzel-Beyme, Umweltmediziner an der Universität Bremen, beklagt eine enge Verbindung zwischen Mobilfunkkonzernen und dem Staat. Eine unabhängige Erforschung der Wirkung von Funkstrahlung sei daher nur schwer möglich und würde seit über zehn Jahren verzögert. "Die staatlichen Stellen sind derartig mit den Betreibern verbunden, dass ich da nicht genau trennen kann." Eine ernsthafte Förderung der Forschung habe es in Deutschland nicht gegeben, so der Professor. "Echte Unabhängigkeit erfordert ohnehin, dass staatliche Forschungsförderung völlig unabhängig von Mitteln aus der Industrie erfolgt. Da das Mobilfunkforschungsprogramm zur Hälfte durch die Betreiber der Technik finanziert wird und diese nachweislich bei der Vergabe von Studienförderung Einspruch erheben können, sind die Weichen schon vor ernsthaften objektiven Ansätzen gestellt", sagte Frentzel-Beyme.

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