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Aktuelle Meldungen vom 11.09.2006

Ministerium muss Urangehalt bekanntgeben

Foodwatch gewinnt vor Gericht

Das Gesundheitsministerium von Sachsen-Anhalt hatte sich geweigert, Fragen zur Uranbelastung von Mineralwasser zu beantworten. Ein Rechercheur von foodwatch hatte daraufhin auf Herausgabe der Informationen geklagt - und am 19.07.2006 vom Magdeburger Verwaltungsgericht Recht bekommen. Das Gericht räumte dem Gesundheitsministerium bis zum 04.09.2006 aber die Möglichkeit ein, Berufung einzulegen. Diese Frist ließ das Gesundheitsministerium ungenutzt verstreichen.

Nun ist die Behörde in der Pflicht. Ein von foodwatch beauftragter Anwalt hat das Gesundheitsministerium schriftlich dazu aufgefordert, die Informationen über die Uranbelastung innerhalb von 14 Tagen herauszugeben.

Zwischenzeitlich hat Foodwatch bundesweit 124 Abfüller und Vertreiber von Mineralwasser angeschrieben und folgende Fragen zum Urangehalt gestellt:

 

  1. Welche Gehalte an Uran in Mkrogramm pro Liter (µg/l) haben die von Ihnen abgefüllten bzw. vertriebenen Mineralwässer im Einzelnen? (Bitte alle Marken angeben.)
  2. Wie viele Quellfassungen* können den oben erwähnten Mineralwässern jeweils zugeordnet werden?
  3. Wie hoch sind die Gehalte an Uran in Mikrogramm pro Liter jeweils in den einzelnen Quellfassungen jedes einzelnen der oben erwähnten Mineralwässer? (Quellfassung ist der Fachbegriff für Brunnen. Ein Mineralwasser wird oft aus Wasser aus verschiedenen Brunnen gemischt. Der Mineralien- und Urangehalt kann bei jedem Brunnen anders sein.)
Nur acht von 124 Firmen antworten

Foodwatch bat darum, die Anfrage bis zum 18.08.2006 zu beantworten. Bis zum 30.08.2006 haben nur acht Hersteller reagiert. Die restlichen 116 Hersteller haben anscheinend kein Interesse an einem offenen Dialolg mit der Öffentlichkeit - oder der Urangehalt ihrer Mineralwässer spricht gegen eine Veröffentlichung.

Hersteller des Testverlierers will Urangehalt senken

Der Anbieter des bei Lidl verkauften Mineralwassers "Saskia Quelle Naturis" plant nach seinen schlechten Ergebnissen im foodwatch-Test Gegenmaßnahmen. Durch die Erschließung eines neuen Brunnens soll in Leißling der Urangehalt der Quelle "Saskia" von 17 auf unter 10 Mikrogramm Uran pro Liter gesenkt werden. Das beweist: Die Werte müssen veröffentlicht werden. Nur dann ergreifen Hersteller kurzfristig Maßnahmen.

Die Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH & Co. KG unterstützt außerdem die Forderung von Foodwatch, dass Mineralwässer nur dann als "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" gekennzeichnet werden dürfen, wenn diese maximal bis zwei Mikrogramm Uran pro Liter enthalten. Auch einen Grenzwert für den Urangehalt sowie einer Deklarationspflicht lehnt der Hersteller nicht ab. Die Wirtschaft ist also durchaus bereit, einen Grenzwert für den Urangehalt zu akzeptieren. Nun ist die Politik in der Pflicht. Grenzwerte für den Urangehalt von Mineralwasser müssen eingeführt werden.

Keine Auskunftspflicht, also keine Auskunft

Die geringe Zahl von Antworten der Hersteller auf die foodwatch-Anfrage zeigt, wie wenig Unternehmen bereit sind, freiwillig Auskunft über ihre Produkte zu geben. Deutschland braucht deshalb ein Verbraucherinformationsgesetz, das nicht nur Behörden, sondern auch Hersteller zur Herausgabe von gesundheitsrelevanten Informationen verpflichtet.

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