Aktuelle Meldungen vom 02.11.2006
WHO-Netzwerk: Nichtraucher schützen!
Rückgang der Herzinfarkte in Italien dank Rauchverbots
Das Gesunde Städte Netzwerk Deutschlands - ein Zusammenschluss von 62 Städten und Kreisen mit mehr als 18 Millionen Einwohnern - hat an die Fraktionen im Deutschen Bundestag appelliert, schnellstens ein umfassendes Nichtraucherschutzgesetz zu beschließen.
Aktueller Hintergrund dieser auf der Sprecherratssitzung in Berlin erhobenen Forderung ist u. a. eine neue Studie aus Italien, bei der ein Rückgang der Infarkte um 11% seit Einführung des Rauchverbots in Gaststätten und Bars bei den unter 60jährigen nachgewiesen wurde.
Dr. Agnes Klein, Beigeordnete für Gesundheit in Münster und Mitglied des Sprecherrates: "Dies zeigt, dass ein konsequenter Nichtraucherschutz schon sehr schnelle Erfolge bringt. Die Zeit zum Handeln des Gesetzgebers ist gekommen."
Unabhängig von diesen Zahlen aus Italien hatte bereits das Deutsche Krebsforschungsinstitut darauf hingewiesen, dass in Deutschland mehr als 3.000 Menschen jährlich am Passivrauchen und mehr als 100.000 Menschen pro Jahr durch aktives Rauchen sterben.
Mit Sorge nimmt das Gesunde Städte Netzwerk zur Kenntnis, dass die Tabakindustrie offensichtlich versucht, eine fraktionsübergreifende Bundestagsinitiative für ein umfassendes Nichtraucherschutzgesetz zu unterlaufen. Das Gesunde Städte Netzwerk appelliert deshalb an die Abgeordneten, sich von den gesundheitlichen Fakten leiten zu lassen und ihrem Gewissen zu folgen, statt sich von der Tabaklobby die Feder führen zu lassen. In verschiedenen Städten des Netzwerks seien zwar schon in öffentlichen Verwaltungsgebäuden Rauchverbote verhängt worden. Ein umfassender Schutz für Schulen, Krankenhäuser, Gaststätten und Restaurants sei allerdings nur durch ein umfassendes Bundesgesetz zu erreichen.
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