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Aktuelle Meldungen vom 06.11.2006

Weiter zu viele Pestizide in Obst und Gemüse

Maßnahmen zur Pestizidreduktion gefordert

In der vergangenen Woche veröffentlichte die EU-Kommission ihren Bericht zu Pestizidbelastungen pflanzlicher Lebensmittel für das Untersuchungsjahr 2004. Danach enthielten rund 47% aller untersuchten Proben Pestizidrückstände. Davon überstiegen 5% die gesetzlichen Höchstmengen.

Zu berücksichtigen ist, dass im aktuellen Bericht erstmals die Untersuchungsberichte von acht der 10 neuen EU-Mitgliedsstaaten einberechnet werden. Die Zahl der beteiligten Länder steigt von vormals 18 auf 26 an. Werden für einen direkten Vergleich zu früheren Ergebnissen nur die 18 alten Länder berücksichtigt ergeben sich 47,4% Pestizidfunde und 5,4% Überschreitungen. Damit ist ein weiterer Anstieg der Belastungssituation zum Vorjahr zu verzeichnen. Im Jahr 2003 lagen die Werte bei insgesamt 43,4% Pestizidfunden und 5,5% Überschreitungen. In Deutschland wurden 2004 wieder überdurchschnittlich viele Lebensmittel mit Pestiziden nachgewiesen. 61% aller untersuchten Proben enthielten Pestizidrückstände, davon überschritten 8% den erlaubten Höchstwert. Im Jahr 2003 lagen die Werte zum Vergleich bei 57,4% und 8,4%.

Besonders problematisch ist, dass schon wieder bestimmte Wirkstoff/Produkt-Kombinationen auffallen, die bei Kindern akut gesundheitsgefährdend sind, wie beispielsweise das Nervengift Oxydemeton-methyl in Äpfeln und Salat.

"Ein Ziel des Deutschen Reduktionsprogramm Chemischer Pflanzenschutz ist es, die Höchstmengenüberschreitungen auf unter 1% zu senken. Um dieses Ziel zum Schutz der Verbraucher und der Umwelt zu erreichen, müssen endlich Taten folgen, in Deutschland aber auch EU-weit", so PAN-Geschäftsführerin Carina Weber.

In den neuen östlichen Mitgliedstaaten ist ein drastischer Anstieg pestizidbelasteter Lebensmittel in den kommenden Jahren zu befürchten. Dazu trägt vor allem die aggressive Werbung für chemische Pestizide bei. Im Berichtsjahr 2004 stieg in Polen der Pestizidverkauf um 21% gegenüber dem Vorjahr. Die Pestizidindustrie investierte allein im ersten Halbjahr 2004 in Polen 2,7 Millionen Dollar für die Pestizidwerbung.

Das Fazit der PAN-Expertin Susanne Smolka "Während in Brüssel endlich begonnen wird, darüber nachzudenken, wie die große Abhängigkeit von Pestiziden in der Landwirtschaft zu verringern wäre, wird im Osten chemisch kräftig aufgerüstet. Es sollten dort die Chancen ergriffen werden, die traditionell pestizidarme Landwirtschaft sowie den Ökoanbau auszubauen, anstatt alte Fehler zu wiederholen. Dies wäre auch für deutsche Konsumenten von Vorteil, da Lebensmittel zunehmend aus Osteuropa importiert werden."

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