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Aktuelle Meldungen vom 12.09.2007

Vogelgrippe trotz aller Vorkehrungsmaßnahmen

Massentierhaltung ist das Problem

Seit 2006 gilt das Gebiet um Wachenroth, der ersten Ausbruchsstelle der Vogelgrippe, als so genanntes Risikogebiet. Das heißt, es steht unter besonderer behördlicher Kontrolle. Nach menschlichem Ermessen dürfte in einem derart gesicherten Gebiet keine Vogelgrippe und schon gar nicht das gefährliche H5N1-Virus ausbrechen. Das Gegenteil ist der Fall.

Im Gebiet um Wachenroth gibt es seit mehr als einem Jahr kein freilaufendes Geflügel, auch Katzen haben Hauspflicht, Hunde müssen an die Leine und mit vorsorglichen Vergrämungsmaßnahmen wird das Wassergeflügel reduziert. Doch wie schon beim Vogelgrippefall im vergangenen Jahr ist das Virus in einem so genannten geschlossenen System, einem abgeschlossenen Stall, ausgebrochen. Ein System, das von der Käfig- und Massentierhalter-Lobby wie auch mehrheitlich von der Politik als das einzig sichere propagiert wird.

Seit langem leiden Freilandbetriebe, besonders kleine Bio-Betriebe, unter dieser Politik. "Trotz belegbaren Erkenntnissen, dass nicht die kleinen, biologisch arbeitenden, Geflügelbetriebe Auslöser der Infektion sind, sondern Großbetriebe, wie die aktuellen Beispiele mit 160.000 und 205.000 Enten zeigen, haben unsere Biobauern von behördlicher Seite mit großen Auflagen zu kämpfen. Bis hin zu einer Art Berufsverbot, da in Gebieten mit hoher Geflügeldichte, die ausnahmslos aus konventioneller Massentierhaltung resultiert, kein Biobauer sein Geflügel ins Freiland entlassen darf", so Walter Höhne, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei GmbH, deren Richtlinien für Legehennen freien Zugang zum Grünland vorschreiben. Nicht hinnehmbar an der derzeitigen Situation ist für ihn vor allem, dass alle Maßnahmen, die bisher zur Vermeidung von Vogelgrippe ergriffen wurden, nicht das gewünschte Ergebnis erzielten und trotzdem weiter an den Verordnungen, die schon manchem Freilandgeflügelhalter die Existenz gekostet haben, festgehalten wird.

"Durch Wegsperren und massenhaftes Keulen wird das Problem Vogelgrippe nicht gelöst", so Walter Höhne weiter. Eine natürliche Haltung in bäuerlicher Tradition mit robusten Rassen und einem geschlossenen System im Sinne von kleinen Herden und Futtermitteln aus vorwiegend eigener Erzeugung sind seiner Meinung nach geeignete Mittel. "Wir fordern eine generelle Abkehr von der Massentierhaltung und eine flächendeckende Wiederzulassung der Freilandhaltung in artgerechtem Maße. Erst dann macht die Forschung nach den Übertragungsursachen der Vogelgrippe wirklich Sinn."

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