Aktuelle Meldungen vom 28.09.2007
Impfung gegen Blauzungenkrankheit gefordert
Aufruf, bei der Internet-Petition mitzumachen
In Nordrhein-Westfalen, Hessen und im Saarland sterben immer mehr Schafe an der Blauzungen-Krankheit. Auch Bio-Schäfer sind betroffen und fürchten um ihre Existenz. Sie fordern eine sofortige Impfkampagne. Doch die Behörden zögern, und die Seuche breitet sich aus.
Die Blauzungenkrankheit ist eine tropische Tierkrankheit. Sie wird von einem Virus ausgelöst, der nur Wiederkäuern gefährlich wird. Er ist nicht auf Menschen übertragbar, alle tierischen Produkte sind völlig unbedenklich. Verbreitet wird die Krankheit ausschließlich über kleine Stechmücken, die das Virus von einem Tier zum anderen tragen. Sie fliegen wegen der Klimaerwärmung immer weiter nach Norden. Im letzten Sommer trat die Krankheit erstmals in Mitteleuropa auf. In diesem Jahr sind vor allem Schafherden in NRW und den angrenzenden Bundesländern betroffen. Auch einzelne Rinder erkrankten. Inzwischen liegen aus Sachsen und Bayern ebenfalls erste Meldungen vor. Für die infizierten Tiere bedeutet die Krankheit in den meisten Fällen einen qualvollen Tod. Die Schafhalter sind durch die Seuche in ihrer Existenz bedroht.
Es gibt seit Jahren einen Lebend-Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit, von dem die EU nach Angaben von Schafhaltern rund 500.000 Dosen vorrätig hat. Doch die deutschen Behörden verweigern den Einsatz. Denn im Falle flächendeckender Impfungen würde die EU ein Exportverbot für Fleisch verhängen, was zwar nicht die Schafzüchter, dafür aber umso härter die Rinderzüchter treffen würde. Erst im kommenden Jahr soll es Versuche mit einem Totimpfstoff geben.
Weil die Schäfer so lange nicht warten können, sammeln sie mit einer Petition Unterschriften für eine sofortige Impfung, um möglichst vielen Tieren einen qualvollen Tod zu ersparen. Die Petition findet man hier.
| - | + | Leserbrief schreiben | Seite empfehlen | |


