Aktuelle Meldungen vom 05.10.2007
Bekanntgabe der Genraps-Standorte gefordert
Imker im Norden Deutschlands wehren sich
Die Imker von Bioland, Demeter und De Immen e.V. fordern eine Offenlegung der Standorte, auf denen in den vergangenen Wochen versehentlich gentechnisch verunreinigtes Raps-Saatgut ausgesät worden ist. Bisher halten die Landwirtschaftsminister der norddeutschen Bundesländer die Standorte geheim. "Wir Imker aber sind ganz besonders von Gentechnik bedroht", sagt Ekkehard Nepf, Sprecher der Bio-Imker in Schleswig-Holstein.
Honig ist ein Naturprodukt. Er besteht auch aus Pollen, und Verbraucher und Verbraucherinnen erwarten, dass er gentechnikfrei erzeugt wird. Bio-Honig muss laut Gesetz frei sein von Gen-Pollen. Andernfalls droht den Bio-Imkern der Entzug ihrer Bio-Zulassung, ihrer Vermarktungsmöglichkeiten und damit ihrer Existenzgrundlage.
"Wir müssen wissen, wo Genraps ausgesät worden ist, um uns aktiv zu schützen. Unsere Bienenvölker müssen wir von diesen Standorten weit genug fernhalten", sagt Ekkhard Nepf. Bienen haben einen Aktionsradius von bis zu zehn Kilometern. Das Fernhalten von diesen Standorten gilt für die nächsten eineinhalb Jahrzehnte. 15 Jahre lang können Rapssamen im Boden überdauern und wieder austreiben.
Bienen sind im Gartenbau und in der Landwirtschaft unersetzlich. Sie bestäuben 80 Prozent aller Obst-Blüten und sorgen dafür, dass der Rapsertrag um ein Viertel höher liegt als durch reine Windbestäubung. Raps ist mit 80 Prozent die Haupttracht der Bienen.
In Schleswig-Holstein gibt es neben einigen Vollerwerbsimkern rund 2500 Nebenerwerbs- und Hobbyimker mit etwa 23.000 Völkern. In Niedersachsen sind rund 8.000 Imker mit etwa 70.000 Völkern tätig. In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten 1.500 Imker mit 16.000 Völker.
Bio-Imker sind grundsätzlich gegen Gentechnik, weil sich gentechnisch veränderte Pflanzen nicht mehr aus der Natur zurückholen lassen und die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen ungeklärt sind.
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