Aktuelle Meldungen vom 04.11.2007
E-Mail-Aktion für schärferes Gentech-Gesetz
Umweltinstitut München ruft zum Protest auf
Der Deutsche Bundestag wird am 8. November 2007 das neue Gentechnik-Gesetz in erster Lesung ehandeln. Bis zum Jahresende soll die Novelle in Kraft reten. Das Umweltinstitut München hat eine Online-Protestaktion gegen die Novelle gestartet.
Unter dem Motto "Der Gentechnik kein Tor öffnen" fordert das Umweltinstitut die Menschen dazu auf, Protest-E-Mails an CDU/CSU und SPD zu schreiben und so die Bundesregierung zu einer Verschärfung des Gentechnikgesetzes aufzufordern.
Denn noch in diesem Jahr will die Bundesregierung ein neues Gentechnikgesetz durchgebracht haben, das gentechnikfreie Landwirtschaft und gentechnikfreie Lebensmittel massiv bedrohen würde. Nachdem der Entwurf von Landwirtschaftsminister Seehofer mittlerweile vom Bundeskabinett angenommen wurde, sind die Beratungen des Gesetzes im Herbst im Bundestag die letzte Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger, Einfluss zu nehmen.
Tiefgreifende Verbesserungen sind dabei nach Ansicht des Umweltinstituts München dringend nötig, um gentechnikfreie Lebensmittel und gentechnikfreie Landwirtschaft in Deutschland auch in Zukunft zu ermöglichen. Denn bislang sieht die Novelle des Gentechnikgesetzes unter anderem vor:
- Der Anbau von genmanipuliertem Mais soll in einem Abstand von nur 150 Metern zu konventionellem und 300 Metern zu Öko-Mais erlaubt sein. Bei solch geringen Entfernungen sind Verunreinigungen vorprogrammiert.
- Die Durchführung von Freilandversuchen mit genmanipulierten Pflanzen soll wesentlich erleichtert werden, die Öffentlichkeitsbeteiligung dabei praktisch abgeschafft.
- Abstandsregelungen und andere Sicherheitsmaßnahmen dürfen durch "private Absprachen" außer Kraft gesetzt werden.
- Laut Entwurf dürfen genmanipulierte Pflanzen zu Forschungszwecken gänzlich unbeaufsichtigt bleiben, wenn die Bundesregierung diese für sicher befindet und können so dem Wirkungsbereich des Gentechnikgesetzes entzogen werden.
Drei von vier Bundesbürgern lehnen die Agro-Gentechnik ab. Deshalb sollen - wenn es nach dem Umweltinstitut geht - möglichst viele Menschen von den Bundestagsabgeordneten fordern, dass ein umfangreicher und effektiver Schutz der Landwirtschaft und unserer Lebensmittel vor der Gentechnik gesetzlich verankert wird.
Vorformulierte E-Mails finden sich hier.
| - | + | Leserbrief schreiben | Seite empfehlen | |


