Aktuelle Meldungen vom 14.12.2007
Versuchsanbau mit Zuckerrüben geplant
Süße Gentechnik...
Der deutsche Saatgutkonzern KWS will von 2008 bis 2011 an vier Standorten in Norddeutschland genmanipulierte Zuckerrüben anbauen. Die Rüben sind gegen das Totalherbizid Roundup des US-Konzerns Monsanto resistent.
Diese Rübensorte wurde in den 90-er Jahren entwickelt und
auch schon im Freiland getestet. Schon im Jahr 2000 haben die KWS
und Monsanto den kommerziellen Anbau in der EU beantragt. Für
das gentechnikkritische Umweltinstitut München ist deshalb
das eigentliche Ziel der Freisetzung, den Anbau genmanipulierter
Zuckerrüben in Deutschland und Europa zu ermöglichen.
"Die Gen-Rüben der KWS sind eine Provokation für
Verbraucher und Landwirte. Umweltschäden und die Steigerung
des Pestizideinsatzes sind durch den Einsatz herbizidresistenter
Gen-Pflanzen hinreichend dokumentiert. Trotzdem will die KWS diese
Relikte einer gescheiterten Technologie auf den Markt bringen",
sagt Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München.
Zudem bestehe die Gefahr, dass die manipulierten Zuckerrüben
ihr Erbgut in zahlreiche verwandte Kulturpflanzen wie Mangold, Spinat
oder Rote Beete einkreuzen.
Das Umweltinstitut hat deshalb dazu aufgerufen, der KWS
und Landwirtschaftsminister Seehofer Protestmails zu schicken.
Die KWS-Tochter Planta hatte ihren Antrag bereist Anfang Oktober beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingereicht. Sie will die Zuckerrüben in Dreileben (Sachsen-Anhalt), Thulendorf (Mecklenburg-Vorpommern), Höckelheim und Wetze (Niedersachsen anbauen. "Mit den Versuchen will KWS Daten zum Anbau der Rübe unter heimischen Boden- und Klimabedingungen gewinnen und international angelegte Forschungsbemühungen weiter vorantreiben", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.
Die Gen-Zuckerrübensorte H7-1 ist in den USA, Kanada und Japan zum Anbau freigegeben. In den USA wurde sie in diesem Jahr auf begrenzten Flächen ausgesät. 2008 will die dortige Zuckerindustrie in die kommerzielle Nutzung einsteigen.
Verbraucherorganisationen wie OCA (Organic Consumers Association) laufen Sturm dagegen. Mit ersten Erfolgen. Mehrere Süßwarenhersteller drängen die Bauern, auf den Anbau der Gentechnik-Rüben zu verzichten. Die EU dagegen hat US-Genrübenzucker die Tore geöffnet. Die EU-Kommission erlaubte im Oktober die Einfuhr von Zucker und Futtermittel aus H7-1-Zuckerrüben. Über den kommerziellen Anbau hat sie noch nicht entschieden.
| - | + | Leserbrief schreiben | Seite empfehlen | |


