Aktuelle Meldungen vom 05.01.2008
Alternativer Nobelpreisträger auf Tour
Percy Schmeiser unterwegs in Deutschland und Österreich
Der kanadische Bauer Percy Schmeiser hat im Dezember 2007 in Stockholm den Alternativen Nobelpreis für den Schutz der Biodiversität und den Kampf gegen die Patentierung von Saatgut gewonnen. Jetzt ist er auf Tournee durch Deutschland und Österreich.
Die Rapsfelder des Saatgutzüchters Percy Schmeiser wurden durch Genpflanzen der Firma Monsanto, die von den Nachbarfeldern herübergeweht wurden, verunreinigt. Obwohl er nachweisen konnte, dass er das lizenzpflichtige Saatgut nicht angebaut hatte und seine Ernte durch das Monsantosaatgut wertlos geworden war, wurde er wegen Missbrauchs des Patentschutzes verurteilt. Der Fall Schmeiser zeigt die schizophrene Situation der gegenwärtigen Rechtsprechung.
Seit in Deutschland gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden dürfen, wird der Protest der Bevölkerung immer vernehmlicher. So etwas wie Koexistenz, also ein Nebeneinander von Gentechnik und traditioneller Landwirtschaft gibt es nicht, erklärt Schmeiser. Die Erfahrungen aus Kanada hätten gezeigt, dass einige Jahre nach Einführung der Gentechnik praktisch kein gentechnikfreier Anbau mehr möglich ist.
Von diesen Erfahrungen wird der Bauer, der bereits im Jahre 2000 in Indien den Mahatma-Ghandi-Preis verliehen bekommen hat, auf einer Vortragsreise durch Deutschland und Österreich berichten. (Alle Termine stehen hier.) Am 9. Januar 08 wird er auf einer Demo für sauberes Saatgut und ein Europa ohne Gentechnik am Odeonsplatz in München sprechen.
Im Anschluss daran findet eine Gerichtsverhandlung gegen die Gentechnikgegner Jürgen Binder, Imkermeister, Rainer Kuhbach, Milchviehbauer, und Tanja Hinze, Mutter, statt. Die Angeklagten fordern ein totales Gentechnik-Anbauverbot in Deutschland.
| - | + | Leserbrief schreiben | Seite empfehlen | |


