Aktuelle Meldungen vom 20.01.2008
USA erlauben Lebensmittel von geklonten Tieren
Behörde hat keine Bedenken
Die US-Lebensmittelbehörde FDA hat festgelegt, dass Fleisch und Milch von geklonten Tieren ohne Bedenken verzehrt werden können. Die Produkte dürfen vermarktet werden und müssen nicht gekennzeichnet werden. Die EU-Lebensmittelbehörde EFA hat eine Stellungnahme vorgelegt, die diese Position teilt, will ihre Meinung jedoch noch zur Diskussion stellen.
Die US-Lebensmittelbehörde FDA erklärte, eine ausführliche Risikoabschätzung habe ergeben, dass Lebensmittel aus geklonten Rindern, Schweinen und Ziegen keine Gefahr für den Menschen darstellten. Eine Kennzeichnungspflicht sei nicht nötig, da sich die betreffenden Produkte nicht von jenen unterscheiden würden, die aus konventionell gezüchteten Tieren hergestellt werden.
US-Verbraucherverbände protestierten. "Die Risikoabschätzung
der FDA stützt sich nur auf eine Hand voll Studien der klonenden
Firmen und enthält wenig Aussagen über langfristige Wirkungen",
kritisierte Wenonah Hauter von Food & Water Watch.
Die Organic Consumers Association hat zu Protest-Mails an die FDA
aufgerufen. Die Organisation verweist darauf, dass in Befragungen
zwei Drittel der US-Bürger Lebensmittel von geklonten Tieren
ablehnen.
Die EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) hatte bereits am 11. Januar in einem Gutachten erklärt, es gebe aus wissenschaftlicher Sicht keine Bedenken gegen Klon-Lebensmittel. Die EFSA erklärte, es sei "sehr unwahrscheinlich, dass es im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit irgendeinen Unterschied zwischen den Lebensmittelprodukten auf der Basis von geklonten Tieren und ihren Nachkommen und den Produkten gibt, die von konventionell erzeugten Tieren stammen.". Auch würden keine Auswirkungen auf die Umwelt durch das Klonen von Tieren erwartet. Bis 25. Februar nimmt die Behörde Kommentare zu ihrem Gutachten entgegen.
Die grüne Europaabgeordnete Hiltrud Breyer MdEP erklärte, das Klonen von Tieren zu Nutzzwecken sei aus ethischen und tierschutzpolitischenGründen strikt abzulehnen. "Zwar mag es keine direkten gesundheitlichen Risiken für die Verbraucher geben, die Probleme der Tiergesundheit sind jedoch enorm. Nur in maximal fünf Prozent der Fälle entstehen beim Tierklonen gesunde Tiere. Die Tiere leiden unter erheblichen Schmerzen und Krankheiten und die Sterblichkeitsraten sind höher ist als in der regulären Tierzucht."
Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer sagte zum Auftakt
der Grünen Woche in Berlin, er habe "unter ethischen Gesichtspunkten
äußerst große Vorbehalte, geklonte Tiere als Lebensmittel
in die Lebensmittelkette zu bringen". Diese Frage dürfe
nicht nur unter naturwissenschaftlichen oder gesundheitlichen Gesichtspunkten
diskutiert werden.
Der Deutsche Bauernverband erklärte, es sei nicht zu akzeptieren,
wenn jetzt Fleisch von geklonten Tieren aus den USA in den europäischen
Lebensmittelhandel kommen dürfe. Noch sei unklar, welche Folgen
das Klonen als neue Züchtungsform für die Landwirtschaft
und ihre Tierzucht habe.
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