Aktuelle Meldungen vom 30.01.2008
Rewe Bio startet mit Umstellungsware
War nicht immer drin, was drauf stand?
Mit großem Werbeaufwand hat die Rewe-Gruppe zur Grünen Woche ihre neue Bio-Eigenmarke Rewe-Bio vorgestellt. Was kaum ein Kunde merkte: Im Obstregal der Rewe-Märkte kaufte er statt Bio-Lebensmitteln in einigen Fällen nur Ware aus Umstellungsbetrieben. Das wird es künftig auch anderswo geben.
"Wo Rewe Bio draufsteht, ist auch Bio drin", versicherte Jan Kunath, Chef der Rewe-Supermärkte in Deutschland, zum Start der neuen Eigenmarke. Korrekterweise hätte er hinzufügen müssen: "Wenn allerdings auf Tomaten und Orangen Rewe Bio draufsteht, ist auch Umstellungsware drin". Aufmerksame Kunden konnten dies feststellen. Denn an den Anhängern der entsprechenden Gebinde stand unter dem großen Marken-Logo Rewe Bio statt "aus kontrolliert ökologischem Anbau" lediglich "hergestellt im Rahmen der Umstellung auf ökologischen Landbau". Soweit ist das korrekt.
Weniger korrekt ist es allerdings, dass die so gekennzeichnete Ware zusammen mit völlig gleich aussehender richtiger Bioware in den "Rewe Bio" - Kisten lag und die Kisten im Regal als Bio-Tomaten und Bio-Orangen, Herkunftsland jeweils Spanien, ausgezeichnet waren. Verbraucher, die nicht genau hinschauten, griffen zu Rewe-Bio-Tomaten und hatten, womöglich ungewollt, Umstellungsware im Einkaufswagen.
Stephan Schneller von der Kontrollstelle BCS Öko-Garantie sagt, ein Händler müsse Bio-Ware und gleichartige Umstellungsware deutlich voneinander trennen. "Die Umstellungsware darf nicht in die Bio-Kiste." Denn sonst bestünde die Gefahr, dass der Verbraucher das Lebensmittel aus Umstellung für ein Bio-Erzeugnis hält und dadurch in die Irre geführt wird.
Rechtsanwalt Hanspeter Schmidt hält den geschilderten Fall für diskussionswürdig: "Umstellungsware ist Bio-Ware aus ökologischer Produktion. Nur das Durchlaufen der vollen Umstellungszeit fehlt". Schmidt weist darauf hin, dass mit dem Gültigwerden der Totalrevision der EG-Öko-Verordnung Ende des Jahres, pflanzliche Monoprodukte, also Obst, Gemüse, Feldfrüchte oder Getreide, aus Umstellungsbetrieben ohne Hinweis auf die Umstellung als Bio-Lebensmittel vermarktet werden dürfen.
Positiv formuliert ist Rewe also der Zeit nur etwas voraus.
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