Aktuelle Meldungen vom 30.01.2008
Nur Bio-Ananas sind pestizidfrei
Pestizidrückstände auf allen getesteten konventionellen Ananas
Die österreischische Organisation GLOBAL 2000 hat stichprobenartig sieben konventionell erzeugte Ananas und zwei Bio-Ananas untersucht. Eindeutiges Ergebnis: Nur die biologisch erzeugten Ananas waren frei von Pestiziden. Auf allen sieben konventionell erzeugten Ananas wurden Chemikalien nachgewiesen.
Bis zu vier verschiedene Pestizide wurden auf einer Ananas gefunden. Bei den nachgewiesenen Chemikalien handelt es sich um Piperonylbutoxide, Triadimenol und Triadimefon sowie Carbaryl. "Der Umstand, dass alle getesteten Ananas aus konventioneller Produktion Pestizidrückstände aufweisen, verdeutlicht, dass diese Art der Produktion mit der systematischen Anwendung von Chemikalien einhergeht", sagt GLOBAL-2000-Pestizidexpertin Lisa Kernegger. "Nur wer zu Bio-Ananas greift, kann sicher sein, dass keine Pestizide während der Produktion sowie nach der Ernte zur Anwendung kamen. So können Konsumenten dazu beitragen, die Umwelt und die Plantagenarbeiter in Costa Rica vor giftigen Chemikalien zu schützen."
Die Ananasproduktion in Costa Rica zerstört Regenwälder, gefährdet die Biodiversität und verunreinigt wegen des hohen Pestizideinsatzes das Trinkwasser zahlreicher Dörfer Costa Ricas. Die Arbeitsbedingungen vor Ort sind äußerst prekär. Darauf machte GLOBAL 2000 Ende Dezember aufmerksam. Darüber hinaus werden konventionell erzeugte Ananas nach der Ernte mit Schalenbehandlungsmittel behandelt, damit die Frucht länger haltbar bleibt. Schon während der Produktion von konventionellen Ananas werden Pestizide angewendet. Noch vor der Pflanzung wird durch Unmengen von Herbiziden das Feld frei von störendem "Unkraut" gemacht. Während der Vegetationszeit werden Insektizide und Fungizide intensiv eingesetzt, um die Monokulturen schädlingsfrei zu halten.
Die abgeernteten Felder werden wiederum mit Herbiziden besprüht, um sich die mechanische Entfernung der Erntereste zu ersparen. Oft werden Pestizide ohne die nötige Schutzkleidung ausgebracht. Pestizide, die in Europa bereits verboten sind, kommen im Ananasanbau in Costa Rica noch zur Anwendung. "Besonders Sorge bereitet uns das Herbizid Paraquat, das akut toxisch ist", sagt Kernegger. "Bereits ein Teelöffel Paraquat stellt eine tödliche Dosis dar und dennoch hantieren die Arbeiter in Costa Rica oft ohne Schutzkleidung mit diesem gefährlichen Gift!" GLOBAL 2000 stellt sich entschieden gegen jeglichen Konsum auf Kosten der Umwelt und der Gesundheit der Arbeiter.
"Ananas ist ein Luxusprodukt und muss nicht in riesigen Mengen zu Schleuderpreisen angeboten werden. Mit der Einführung von 1-Euro-Ananas wird künstlich Nachfrage geschaffen und auf Kosten von Umwelt und der Gesundheit von Menschen ein schmutziges Geschäft betrieben", betont Kernegger. Die ideale Kombination sind biologisch erzeugte und fair gehandelte Ananas. Denn nur fair gehandelte Ananas tragen auch dazu bei, die Lebensbedingungen der Menschen in den Produktionsländern zu verbessern. (Quelle: www.global2000.at)
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