Aktuelle Meldungen vom 02.03.2008
Bayern und Brandenburg tun was für Ökolandbau
Anbauverbände zufrieden
Brandenburg will seine Position als bundesweiter Spitzenreiter in punkto Biofläche ausbauen und den Bioboom noch konsequenter für mehr Wertschöpfung und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Ländlichen Raum nutzen. Auch Bayern tut etwas für künftige Biobauern.
Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) hat einen Landesaktionsplan Ökolandbau angekündigt. Das Agrar- und Umweltministerium erarbeitet hierzu gemeinsam mit der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) und weiteren Vertretern der regionalen Biobranche Maßnahmen und Instrumente für die spürbare Erhöhung des Anteils regionaler Öko-Lebensmittel auf dem Berliner und bundesdeutschen Markt.
Woidke: "Brandenburg ist mit zehn Prozent Biofläche bereits bundesdeutscher Spitzenreiter. Nach der Öffnung des Förderprogramms Ökologischer Landbau für alle Antragsteller in 2007 möchten wir im Rahmen eines Landesaktionsplans nun weitere Maßnahmen ergreifen, um vor allem den Berliner Markt noch gezielter mit Brandenburger Bioprodukten beliefern zu können. Neben der Bedienung der starken Nachfrage nach frischem Obst und Gemüse verfolgen wir vor allem das Ziel, mehr Veredelung und Verarbeitung in der Region zu realisieren und damit die Berliner Regale mit mehr Produkten made in Brandenburg zu füllen. Der Landesaktionsplan versteht sich daher auch als Signal an Erzeuger und Verarbeitungsbetriebe, in die zukunftsträchtige Produktion und Veredelung von Bioprodukten einzusteigen."
Bayern hilft auch
Auch Bayerns Staatsminister Miller hat Erhöhungen bei der Förderung von Umstellungsbetrieben angekündigt. So soll es ab 2009 für die ersten zwei Jahre 300 Euro Prämie pro Hektar geben; bei allen anderen Ökobetrieben wird die Prämie um ca. 10 Prozent auf 210 € pro Hektar bzw. 420 € pro Hektar bei Dauerkulturen angehoben. Damit bleibt Bayern an der Spitze der flächenbezogenen Förderung des ökologischen Landbaus.
Ökoanbauverbände hatten in den letzten Monaten verstärkt darauf hingewiesen, dass der steigenden Nachfrage kein entsprechendes Wachstum im Ökolandbau gegenüberstehe. Jüngste Zahlen belegen, dass die seit Jahren gestiegene Nachfrage nach Ökoprodukten auch im vergangenen Jahr um 15 Prozent gestiegen ist. Dem gegenüber liegen die Umstellungszahlen und der Flächenzuwachs weit darunter. Auch im Jahr 2007 liegt der Zuwachs in Bayern lediglich bei 3.3 Prozent. Damit ging die Schere zwischen dem starken Umsatzwachstum beim Absatz von ökologischen Lebensmitteln und die Zunahme der ökologisch wirtschaftenden Betriebe immer weiter auseinander. "Deshalb ist diese Anreizkomponente für Neueinsteiger von 300 Euro pro Hektar ein wichtiges Signal für umstellungsinteressierte Landwirte", so Josef Wetzstein, Vorstandsmitglied der LVÖ und Bioland-Vorsitzender.
Zudem kündigte Staatsminister Miller an, dass es noch weitere Verbesserungen in Detailregelungen zugunsten des ökologischen Landbaus geben wird. Dazu werden in den nächsten Wochen ausführliche Gespräche mit den Vertretern der LVÖ und den Fachleuten für den ökologischen Landbau im Ministerium geführt. "Die LVÖ wird darauf achten, dass die Ausgestaltung zu einer nachhaltigen Umstellungsbereitschaft und einer angemessen Honorierung von Umweltleistungen durch den ökologischen Landbau führt", so Arthur Stein, LVÖ-Vorsitzender und Naturland-Präsidiumsmitglied.
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