Aktuelle Meldungen vom 13.04.2008
Die langen Wege der Lebensmittel in Europa
Transportirrsinn
Die Transportwege für Lebensmittel werden immer länger. Über diese Entwicklung berichteten Wissenschaftler und Politiker auf einer Konferenz der European Science Foundation (ESF) in Budapest.
Die Experten kritisierten, dass die Importe von Lebensmitteln in die Europäische Gemeinschaft drastisch angestiegen sind. In England stammen mittlerweile die Hälfte des verbrauchten Gemüses und 95 Prozent der angebotenen Früchte aus anderen Ländern. Auch in den übrigen EU-Ländern geht der Trend in die gleiche Richtung. Eine Ursache für diese Entwicklung sind nach Ansicht der Fachleute die günstigen Produktionsbedingungen in den Entwicklungsstaaten. Lebensmittel können hier häufig zu einem Bruchteil der in Europa entstehenden Kosten produziert werden, vor allem weil die Arbeitskräfte günstig sind. Gleichzeitig fallen die Transportkosten kaum ins Gewicht. Aber auch die starke Ausbreitung der großen Discount-Ketten in ganz Europa fördere diese Entwicklung. Diese kaufen Gemüse und Obst weltweit in großem Maßstab ein und stellen so ein ganzjähriges Angebot fast aller Lebensmittel sicher. Ob der Handel damit das Kaufverhalten der Verbraucher beeinflusst oder deren Wünsche erfüllt, konnten die Wissenschaftler nicht eindeutig klären. Fest steht, dass die Europäer immer weniger lokal erzeugte Lebensmittel kaufen. (Quelle: aid)
| - | + | Leserbrief schreiben | Seite empfehlen | |


