Aktuelle Meldungen vom 18.05.2008
"Unfairer Handel produziert Hunger"
GEPA steigert Umsatz um 7 Prozent
Im 33. Jahr seines Bestehens konnte das Fair Handelsunternehmen GEPA erstmals die 50-Millionen-Euro-Marke sprengen und den Umsatz im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2007/2008 (Ende 31.3.2008) um 7 Prozent auf 52,3 Millionen Euro Großhandelsumsatz steigern. Kunden haben damit für ca. 71,3 Millionen Euro GEPA-Produkte gekauft.
"Der Schutz der biologischen Artenvielfalt, die Stärkung kleinbäuerlicher Strukturen und die gerechte Verteilung von Ressourcen, wie sie aktuell zur Bekämpfung der weltweiten Ernährungskrise gefordert wird, ist bereits seit über 30 Jahren ein zentrales Anliegen des Fairen Handels der GEPA", erklärte GEPA-Geschäftsführer Thomas Speck bei der Vorlage des Geschäftsberichtes in Wuppertal. Kürzlich hatte auch der Weltagrarrat eine Rückbesinnung auf natürliche Produktionsweisen, Einsatz natürlicher Düngemittel und traditionellen Saatgutes sowie kürzere Wege zwischen Produzenten und Verbrauchern angemahnt, um Probleme wie die aktuelle Lebensmittelkrise zu vermeiden. "Wir freuen uns, dass immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen, dass faire GEPA-Produkte genau diese Forderungen umsetzen," so Thomas Speck.
Als besonderen Gast konnte er die Trägerin des Alternativen Nobelpreises und Gründerin der indischen Stiftung Navdanya, Dr. Vandana Shiva begrüßen, die im Vorfeld der UN-Konferenz zur biologischen Artenvielfalt (ab 19. Mai in Bonn) am Kongress "Planet Diversity" teilnimmt. Von Navdanya bezieht die GEPA den fair gehandelten Bio -Basmati-Reis ohne Gentechnik.
"Unfairer Handel produziert Hunger", sagte Vandana Shiva, "Die GEPA ist für uns nicht nur ein Handelspartner, sondern ein Partner, um gemeinsam eine Welt zu schaffen, die gerechter und zukunftsfähiger ist. Für uns ist es wichtig, dass Partner wie die GEPA mit Bewegungen wie Navdanya zusammenarbeiten: zur Unterstützung von Kleinbauern, Bewahrung der Artenvielfalt und Produktion gesunder Nahrungsmittel für alle. Die GEPA war 1999 unser erster internationaler Partner, zu einer Zeit, als wir damit begannen, die Welt auf das Problem der Biopiraterie aufmerksam zu machen. Unser Basmati-Reis war damals 1997 von der US-Firma RiceTec patentiert worden. Die GEPA unterstützte uns dabei, unseren echten Basmati-Reis direkt von indischen Produzenten zu vermarkten." Navdanya konnte durchsetzen, dass das Patent aufgehoben wurde. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr hat die GEPA ca. 60 Tonnen Basmati-Reis über Weltläden, über den Lebensmittel- und Naturkosthandel sowie über europäische Fair-Handelsorganisationen abgesetzt.
Die Reis-Handelspartner im Fairen Handel wie Navdanya in Indien oder Green Net in Thailand achten darauf, dass die Eigenversorgung ihrer Mitglieder mit Lebensmitteln gesichert ist. Ihr Standbein ist der Inlandsmarkt. Der Export über den Fairen Handel der GEPA sichert ihnen darüber hinaus faire Preise, die zur Beratung der Bauern, zur Unterstützung der Diversifizierung (Ausbau verschiedener Einnahmequellen zur Verringerung der Exportabhängigkeit) oder dem Aufbau von Saatgutbanken zur Bewahrung traditionellen Saatgutes verwendet werden.
Über die garantierten Mindestpreise des Fairen Handels haben Kleinbauern die Möglichkeit, auch schlechte Phasen abzufedern und ihr Land weiter bewirtschaften zu können, ohne in die Slums der Städte abwandern zu müssen. Da ein Ziel des Fairen Handels ist, neben dem Exportprodukt immer auch die Eigenversorgung zu fördern, werden die Kleinbauern weniger leicht abhängig von den aktuell weltweit explodierenden Lebensmittelpreisen. Sie erhalten die Option, eigenständig über ihr Leben zu entscheiden.
Vertriebsbereiche
Im Vetriebsbereich Lebensmittel- Bio- Naturkosthandel und Drogerien konnte der Umsatz mit GEPA-Produkten um 11 Prozent auf 14,7 Millionen Euro gesteigert werden. Im größten Bereich Weltläden und Aktionsgruppen blieb der Umsatz mit 21,2 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Der Vertrieb an Großverbraucher legte um 7,4 Prozent auf 5,5 Millionen Euro zu. Der Vertrieb an Partnerorganisationen im europäischen Ausland legte um 17 Prozent zu.
Produktgruppen
Bei den Produktgruppen erreichte Kaffee einen Zuwachs um 5,3 Prozent, Lebensmittel insgesamt wie Bio-Schokolade, Bio-Tee, Honig und Bio-Honig, Bio-Reis, Trockenfrüchte, Bio-Säfte, Bio-Wein und viele stiegen um 11 Prozent. Handwerks- und allgemeine Nonfood-Produkte gingen um ca. 13 Prozent zurück, was überwiegend am niedrigeren Absätz von Bällen im Vergleich zum WM-Jahr 2006 liegt.
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