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Aktuelle Meldungen vom 10.08.2008

Imker stoppen Honigverkauf

Grund ist ein benachbartes Genmais-Feld

Ludwig und Manfred Huber, zwei Hobby-Imker im oberbayerischen Poing östlich von München, werden in diesem Jahr keinen Honig verkaufen. Der Grund dafür ist ein Genmais-Acker in ihrer Nachbarschaft. Der gehört dem Freistaat Bayern, der in der nahegelegenen Ortschaft Grub ein Versuchsgut betreibt und dort seit Jahren Gen-Mais anbaut.

Im Mai hatte das Verwaltungsgericht Augsburg in einem vergleichbaren Fall entscheiden, dass Honig, in dem auch nur Spuren von Pollen der Gen-Maissorte MON 810 enthalten sind, nicht verkauft werden darf. In einem Umkreis von drei Kilometern um ein Maisfeld besteht jedoch die Möglichkeit, dass Bienen Pollen des Maises mit in den Stock bringen. Aufgrund der Nähe ihres Bienenhauses zum staatlichen Genmais-Versuchsfeld können Ludwig und Manfred Huber aber nicht sicher sein, dass ihr Honig tatsächlich gentechnikfrei ist. Um das zu kontrollieren, wären teure Analysen notwendig. Deshalb haben Vater und Sohn, die gemeinsam eine Hobby-Imkerei betreiben, sich dazu entschlossen, heuer vorsichtshalber keinen Honig zu verkaufen, "um nicht mit einem Bein im Gefängnis zu stehen", wie Manfred Huber der örtlichen Tageszeitung sagte.

Einen anderen Weg wählten die von dem Augsburger Urteil direkt betroffenen Imker aus dem Landkreis Donauwörth. Mit Hilfe eines dafür ausgerüsteten Bioland-Berufsimkers versetzten sie ihre Bienenstöcke für die Zeit der Maisblüte in das gentechnikfreie München. Die Imkervereine der Landeshauptstadt hatten sich mit ihren vom Genmaisanbau betroffenen Kollegen solidarisch erklärt und angeboten, die Betreuung der Bienen zu übernehmen. Einige der Stöcke standen dann in Form einer Mahnwache vor dem bayerischen Landtag.

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