Aktuelle Meldungen vom 30.08.2008
Bioware ist meist unbelastet
Ergebnis einer staatlichen Untersuchung
Der Jahresbericht 2007 des Ökomonitorings in Baden-Württemberg ist veröffentlicht worden. Die Ergebnisse aus diesem staatlichen Untersuchungsprogramm fielen erneut positiv aus. Wie in den Vorjahren unterscheiden sich sowohl Häufigkeit von Rückstanden als auch die Pestizid-Rückstandsgehalte bei ökologischem Obst und Gemüse sehr deutlich von den Ergebnissen für konventionell erzeugte Ware.
Bei den meisten Bio-Proben waren trotz risikoorientierter Auswahl keine Rückstände nachweisbar. Sofern Rückstände festgestellt wurden, handelte es sich meist nur um einzelne Wirkstoffe im Spurenbereich (weniger als 0,01 mg/kg).
Die Tageszeitung "taz" hat die Bio-Trockenfrüchte und türkische Herkünfte in den Fokus der Berichterstattung über den Ökomonitoring-Bericht gestellt. Die wenig schmeichelhaften Ergebnisse für türkische Bio-Produkte - bei der Hälfte wurden Rückstände bemängelt - beruhen jedoch auf nur 12 Proben. Außerdem ist die Herkunft dieser Proben nicht bekannt. Bei Probenziehungen im Fachhandel sind aufgrund der großen Anstrengungen von Unternehmen wie der Bionahrungsmittel GmbH, Naturata und Rapunzel bessere Ergebnisse zu erwarten. Freiwillige zusätzliche Analysen, langjährige Bio-Projekte in der Türkei, der Einsatz von Beratern vor Ort und die Fortbildung der türkischen Landwirte sichern die Qualität. Auffällige Container werden aufgrund der freiwilligen strengen Kontrollen zurückgewiesen. Qualität hat ihren Preis! Während türkische Trockenfrüchte für den Fachhandel streng kontrolliert werden, findet sich Frischware aus der Türkei kaum in Bioläden und Bio-Supermärkten. Bei den Markterhebungen für das BNN-Monitoring wird fast kein Obst und Gemüse aus diesem Land gemeldet.
Auffällig im Ökomonitoring-Bericht 2007 waren Bio-Zitrusfrüchte. Die Lebensmittelchemiker beanstandeten 17 Prozent der Proben. Im BNN-Monitoring, das nur Produkte aus dem Fachhandel überprüft, hat 2007 von 55 Proben nur eine einzige den BNN-Orientierungswert nicht eingehalten, was einer Beanstandungsquote von nur 1,8 Prozent entspricht. Da Bio bekanntermaßen nicht unter der Glasglocke produziert werden kann, muss die allgemeine Belastung der Umwelt mit Pestiziden reduziert werden. Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel fordert, dass krebserregende, erbgutverändernde oder die Fortpflanzung schädigende Wirkstoffe sowie Stoffe, die das Immun- und Nervensystem schädigen, verboten werden. Wenn die konventionelle Landwirtschaft auf Pestizide nicht verzichten kann, müssen zumindest für alle Wirkstoffe einfache und kostengünstige Nachweise im Rahmen von Multimethoden zur Verfügung stehen.
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