Aktuelle Meldungen vom 27.01.2009
US-Regierung pro Gentechnik
Auch unter Obama keine Änderung zu erwarten
Der Präsidentenwechsel in den USA wird die gentechnikfreundliche Haltung der dortigen Administration nicht ändern. Darauf deutet die Berufung von Landwirtschaftsminister Tom Vilsack durch Präsident Obama hin. Auch eine enge Beraterin von Außenministerin Hillary Clinton gilt als Genfood-Lobbyistin.
Tom Vilsack war vor seiner Berufung als Landwirtschaftsminister
acht Jahre Gouverneur des Farmerstaates Iowa gewesen. Er gilt als
ein großer Freund von Monsanto und anderen Giganten des Agro-Business.
Die Biotech-Industrie wählte Vilsack 2001 zum "Gouverneur
des Jahres". Der bedankte sich mit der Verleihung zweier Umweltpreise
an eine Pestizidfabrik von Monsanto. Eine wichtige Rolle bei der
Entscheidung für Vilsack dürfte auch der wichtigste Landwirtschaftsberater
in Obamas Übergangsteam gespielt haben: Monsanto-Vize Michael
Taylor.
Die Verbraucherorganisation Organic Consumers (OCA) organisierte
mit verbündeten Organisationen eine Protest-Kampagne mit über
60.000 E-mails an Obama, konnte die Ernennung damit aber nicht verhindern.
"Vilsacks Ernennung zeigt, dass gefährliche, ungetestete
und nicht gekennzeichnete genmanipulierte Pflanzen auch unter Obamas
Verwaltung der Normalfall sein werden" sagte OCA-Geschäftsführer
Ronnie Cummins.
Unterstützung bekam Vilsack dagegen von der Organic Trade
Association und einigen großen Bio-Unternehmen wie Whole Foods
Market oder Stonyfield Farms. Sie verwiesen auf die Lernfähigkeit
des neuen Ministers.
Außenministerin Hillary Clinton wird in Wissenschaftsfragen
von Nina Fedoroff beraten. In einem Spiegel-Online-Interview sagte
die Wissenschaftlerin: "Als Pflanzenphysiologin ist es mir
ein ganz besonderes Anliegen, vor einem Verzicht auf gentechnische
Methoden zu warnen. Die Pflanzensorten, die nötig sind, um
neun Milliarden Menschen inmitten erheblicher Klimaveränderungen
zu ernähren, werden nicht allein mit klassischen Züchtungsmethoden
entstehen." Allerdings schränkte sie auch ein: "Es
bedarf mehr als einer gentechnikfreundlichen Politik, damit alle
Menschen ausreichend Nahrung haben." Sie sprach sich für
mehr staatliche Gentechnikforschung und forderte, "die überzogenen
Auflagen für die grüne Gentechnik abzuschaffen. Es gibt
keine Technologie, die besser auf Risiken untersucht wurde."
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