Baby-Breie

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Definition:

Beikost ab dem dritten oder vierten Monat für Babys und Kleinkinder. Je nach Entwicklungsstufe aus Obst, Gemüse, Getreide und Milcherzeugnissen zusammengestellt.


Geschichte:

Die gesetzlichen Anforderungen an Babys erste Kost sind hoch: Sie muß z.B. nitratarm und frei von Pflanzenschutzmitteln sein. Die Diätverordnung schreibt einen maximalen Nitratwert von 200 Milligramm je Kilogramm vor. Denn der Pflanzennährstoff Nitrat kann im Körper zu Nitrit abgebaut werden und dann den Sauerstofftransport im Blut hemmen. Bei Gemüsesorten, die von Natur aus viel Nitrat aufnehmen, wie Karotten, Fenchel, Kohlrabi oder Spinat, lässt sich der strenge Grenzwert nur durch viel Sorgfalt und Aufwand beim Anbau, zum Beispiel Nährstoffanalysen des Bodens, und strenge Qualitätskontrollen einhalten. Ein anderes Problem: Schwermetalle. Sie sind überall zu finden, auch ökologisch bewirtschaftete Böden sind davon nicht verschont. Deshalb wird im kbA-Anbau der Boden vor der Aussaat untersucht.


Herstellung:

Die Babykost-Hersteller verarbeiten ihre Zutaten schonend, waschen, putzen und blanchieren das Gemüse, pürieren das Obst. Unter Vakuum kommen die Zutaten zusammen, werden gekocht, passiert und abgefüllt. Die verschlossenen Gläschen werden kurz erhitzt und sind danach ungeöffnet 24 Monate haltbar. 2003 fanden Labore in Babygläschen Spuren von Semicarbazid (SEM). Die Substanz war ein Abbauprodukt des Treibmittels, mit dem die Dichtungen der Deckel aufgeschäumt wurden. Ein Jahr später tauchte 2-Ethylhexansäure (2-EHA) auf. Sie stammte aus Stabilisatoren, die eingesetzt wurden, um die Dichtungen hitzebeständig zu machen. Zwar hat das Bundesinstitut für Risikobewertung in beiden Fällen versichert, dass die festgestellten Konzentrationen kein Gesundheitsrisiko darstellten. Dennoch hätten die Substanzen in Babykost nichts zu suchen. Nach Aussagen der Hersteller kommen inzwischen nur noch Deckel ohne SEM und 2-EHA zum Einsatz. In den jüngsten Untersuchungen haben Labore im Inhalt der Bioladen-Gläschen keinen der beiden Stoffe mehr nachweisen. In manchen Gläschen aus Super- und Drogeriemärkten dagegen fanden sich weiterhin Spuren dieser Chemikalien.


Konventionelle Produkte:

Aus diesen Gründen ersetzen einige Hersteller konventioneller Gläschenkost die herkömmlichen Rohstoffe zunehmend mit Zutaten aus aus Bio-Anbau. Achten Sie genau auf die Zutatenliste, Bio-Produkte sind einzeln mit Sternchen gekennzeichnet.

Von Fachleuten kritisiert wird die generell starke Süßung der Obst- und Getreidemischungen mit isoliertem Zucker.


Biologische Produkte:

Grundsätzlich nur hochwertige kbA-Rohstoffe und bei Getreidezubereitungen immer das gesündere Vollkorngetreide. Rohstoffe stammen von Bauern, die in den Anbauverbänden organisiert sind und noch viel strengere Richtlinien einhalten. Babys haben empfindlichere, noch untrainierte Geschmacksnerven. Deshalb kommen in die Gläschenbreie im Bioladen weder Salz noch Gewürze und nur selten ein paar Gartenkräuter. Bio-Hersteller verzichten neben Zucker auch auf Salz, Bindemittelzusätze und synthetische Vitamine. Gesüßt wird, wenn überhaupt mit Früchten oder Honig. Besonderheiten gibt es auch im Sortiment. Dort sind Gläschen mit nur einer Sorte Obst oder Gemüse besonders stark vertreten. Das ist gut für Babys mit erhöhtem Allergierisiko. Glutenhaltiges Getreide wie Weizen, Dinkel und Hafer ist kaum zu finden. Isolierte Stärke, Zucker und natürliche Aromen kommen nicht in der Zutatenliste vor.


Tip:

Auch wenn auf den Gläschen „ab dem vierten Monat“ steht: Wenn möglich sollten Frauen bis zum sechsten Monat voll stillen. Für das Zufüttern gilt: Langsam anfangen, bei jeder Sorte eine Woche bleiben, dann die nächste ausprobieren. Häufige Wechsel überfordern das Baby. Außerdem lassen sich Unverträglichkeitsreaktionen so genau zuordnen. Je weniger Inhaltsstoffe in der Zutatenliste, desto besser. Auf aromatisierte und gesüßte Produkte verzichten. Bei Gemüse- und Obstbrei gehört immer auch ein Getränk dazu. Tee oder Fruchtsaft. Brei alleine wäre zu trocken. Gut eignen sich für den Anfang Karotte, Kürbis, Pastinake, Fenchel oder Kartoffel. Obstbrei kommt erst später als zweite Mahlzeit hinzu. Mit einem Jahr kann das Kind bei den Eltern mitessen, eigene Gläschen braucht es dann nicht mehr.


Zum Weiterlesen

Die Broschüren Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen (2 Euro) und Empfehlungen für die Ernährung von allergiegefährdeten Säuglingen (3 Euro) des Forschungsinstituts für Kinderernährung können bei www.fke-shop.de oder telefonisch unter 0180-5798183 (12 ct/min) bestellt werden.


Weblinks

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