Bier
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Definition:
Alkoholhaltiges vergorenes Getränk aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.
Geschichte:
Bierbrauen gehört zu den ältesten Erfahrungen der Menschen. Historische Quellen berichten von Brautätigkeiten der Sumerer, alten Griechen und Germanen. Das berühmte Reinheitsgebot verordnete 1516 der bayerische Herzog Wilhelm IV. 1872 trat es für Deutschland per Gesetz verbindlich in Kraft. Erlaubt sind demnach nur die oben genannten Zutaten. Im Ausland sind zum Beispiel Konservierungsmittel, Farbstoffe, Schaumstabilisatoren, Antioxidantien und der Austausch der Rohstoffe durch billigere Varianten wie Reis und Mais üblich. Der Bier Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland liegt zwischen 130 und 140 Litern.
Konventionelle Produkte:
Brauereien halten sich an die Zutatenliste, setzen aber vielfach modifizierte Rohstoffe wie Hopfenpulver (mit Lösemitteln wie Hexan und Äthanol gewonnen) ein. Gebräuchlich sind weiter Eiweißstabilisatoren, Getreideschwefelung, Kieselsäurepräparate und Zuckerkouleur. Weitere zum Teil eingesetzte Maßnahmen: Sterilisierung der Kronkorken mit Formaldehyd, Kontrolle der Flaschenfüllstände mittels radioaktiver Bestrahlung. Die Rohstoffe stammen aus konventionellem Anbau, das Brauwasser kann nitratbelastet sein. Gentechnisch hergestellte Brauhefe wird zur Zeit noch nicht in Deutschland eingesetzt. An weiteren gentechnischen Ersatzstoffen wird zur Zeit aber dennoch gebastelt. Obergäriges Bier darf gezuckert und mit Zuckerkulör (E 150a) eingefärbt werden.
Druck und Temperatur beschleunigen die Gärung, Heißabfüllung verlängert die Haltbarkeit. Als Hilfsstoff, um Eiweiße auszufällen und das Bier klarer und haltbarer zu machen, kann Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) zum Einsatz kommen. Der Glucosesirup, auf dem die Hefen wachsen und aus dem man Zuckerkulör macht, wird unter Umständen mit genmanipulierten Enzymen aus Gen-Mais gewonnen. In all diesen Fällen entspricht das Bier dennoch dem deutschen Reinheitsgebot. Vor allem die Großbrauereien setzen auf technische Tricks, um schneller und billiger produzieren zu können.
Biologische Produkte:
Rohstoffe aus kontrolliert-biologischem Anbau, keine chemische Saatgutbeizung, kein Hopfenextrakt. Gute Wasserqualität ist Pflicht. Bei der Herstellung keine Schnellgärmethoden, Klärhilfsmittel oder Geschmackskorrekturen mit Bieraromen. Verpackung: Verzicht auf Dosen, Flaschenetiketten zum Teil ohne Stanniolkragen, schwermetallfrei, Verzicht auf PVC-haltige Verschlüsse. Reinigung der Mehrwegflaschen mit umweltverträglichen Mitteln, keine Desinfektionsmittel zur Säuberung der Abfüllanlage.
Tip:
Das Buch "Prost Mahlzeit! Kochen und Geniessen mit Bier" (Martin Sieberer,Haymon Verlag; Auflage: 1 (April 2003), ISBN: 3852184215) enthält Rezepte, die durch einen guten Schuß Hopfensaft (oder mehr) erst so richtig gelingen und es geht auch um das Bier als kulinarischer Begleiter zum guten Essen. Mit Menüvorschlägen und Serviertipps für Bierfreunde und solche, die es werden wollen.
