Bio-Zeichen

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Inhaltsverzeichnis

Das grüne Sechseck

EU-Biosiegel
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EU-Biosiegel

In der EU darf nur mit „bio“ bezeichnet werden, was tatsächlich den verbindlichen Mindeststandards für die Erzeugung von Bio-Produktion der EU-Öko-Verordnung entspricht. In Deutschland prangt seit 2001 auf vielen Bio- Lebensmitteln im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel und im Naturkostfachhandel das sechseckige Bio-Siegel, doch weil es freiwillig ist, nicht auf allen. Es weist die Kunden darauf hin, dass die Erzeugnisse aus ökologischem Landbau stammen und bietet somit verlässliche und sichere Orientierung. Seit Mitte 2010 ist das neue EU-Bio-Siegel Pflicht. Für verpackte Produkte besteht jedoch noch eine Übergangsfrist bis 2012. Schon jetzt verpflichtend trägt jedes Bio-Lebensmittel auf der Verpackung die Codenummer der zuständigen Öko-Kontrollstelle, zum Beispiel DE-Öko-001.

Das neue EU-Bio-Siegel 2010

Beim „Euro-Blatt” sind die EU-Sterne in Form eines Blatts vor einem grünen Hintergrund angeordnet
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Beim „Euro-Blatt” sind die EU-Sterne in Form eines Blatts vor einem grünen Hintergrund angeordnet

Ab 1. Juli 2010 ist dieses EU-Bio-Logo für alle verpackten Bioprodukte, die in einem EU-Mitgliedstaat hergestellt wurden und die notwendigen Normen erfüllen, verbindlich vorgeschrieben. Für eingeführte Erzeugnisse ist es fakultativ. Neben dem EU-Logo können auch andere private, regionale oder nationale Logos abgebildet werden. In den nächsten Wochen wird die Verordnung über die ökologische Landwirtschaft überarbeitet, um das neue Logo in einen der Anhänge aufzunehmen.

Das siegreiche Logo mit dem „Euro-Blatt”, für das 63 Prozent aller Teilnehmer gestimmt haben, hat Dusan Milenkovic, ein Student aus Köln, entworfen.Es wurde in einem europaweiten Wettbewerb ermittelt, an dem sich Kunst- und Designstudenten beteiligen konnten. Die fast 3500 eingereichten Wettbewerbsbeiträge wurden von einer Jury aus international bekannten Mitgliedern geprüft. Die drei besten Logos wurden auf der Internetseite des Wettbewerbs www.ec.europa.eu/organic-logo abgebildet und zur Abstimmung gestellt. Diese endete am 31. Januar 2010.

Premium- und Billigbio?

Nach zähem Ringen in politischen Gremien konnten die Bioverbände den Angriff der EU-Kommission auf die Markenrechte und Qualitätszeichen der Bioverbände abwehren. Verbände wie z.B. Bioland, Demeter und Naturland können auch weiterhin nach eigenen Biostandards arbeiten, dies Verbrauchern deutlich kommunizieren (z.B. mit Markenzeichen auf der Ware) und damit weiterhin verlässliche Orientierung bieten. Das war in der ursprünglichen Fassung der Gesetzes-Novellierung nicht mehr vorgesehen.

Auf privatrechtlichen Organisationen läge jetzt die Verantwortung, Biolandbau konsequent weiter zu entwickeln und das Vertrauen der Konsumenten in hochwertige Bioprodukte zu sichern, sagt Biolandvorstand Thomas Dosch. Es wird befürchtet, dass die Schere zwischen der Qualität von Verbands-Bio und EU-Bio künftig stärker auseinander driftet.

Anbauverbände bieten mehr als das Gesetz vorschreibt

Etwa 60 Prozent der deutschen Bio-Bauern sind Mitglied in einem der Anbauverbände: Bioland, Naturland, Demeter, Gäa, Biokreis, Biopark oder Ecovin. Auch im europäischen Ausland haben sich viele Bio-Bauern Anbauverbänden angeschlossen (z.B. Ecocert, Ernte, Scal etc).

Die Richtlinien der Bio-Anbauverbände gehen über die gesetzlichen EU-Öko-Mindeststandards hinaus, wonach ein Produkt das EU-Bio-Siegel schon erhält, wenn 95% der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau stammt.In Stichproben ist eine Beimengung gentechnisch veränderten Materials von bis zu 0,9 % zulässig. Die Bio-Anbauverbände hingegen garantieren eine streng kontrollierte Bio-Qualität.

Einige wichtige Unterschiede von EU-Bio und deutschen Verbandssiegeln

(Hier Logos einklinken)

  • Umstellung: Die Anbauverbände verlangen, dass der ganze Hof ökologisch arbeitet. Im Stall Öko und auf dem Acker konventionell arbeiten, wie das die EU-Bio-Verordnung erlaubt, geht nicht.
  • Futtermittel: Konventionelle Futtermittel dürfen gar nicht mehr oder nur in ganz engem Rahmen zugefüttert werden. Die EU erlaubt größere Rationen verschiedenster konventioneller Futtermittel.
  • Flächenbindung: Die EU erlaubt bei Schweinen und Hühnern wesentlich mehr Tiere pro Hektar.
  • Düngerzukauf: Wenn sie Bedarf nachweisen, dürfen EU-Bio-Bauern auch Gülle und Jauche aus konventionellen Betrieben einsetzen. Verbandsbauern ist das verboten.
  • Hilfs- und Zusatzstoffe: Die Verbände regeln für jede Produktgruppe, welche Zusätze erlaubt sind. Sie verzichten – im Gegensatz zur EU-Verordnung – weitgehend auf Enzyme und natürliche Aromen.

Diese Regelungen und weitere Unterschiede im Detail machen die Erzeugung von „Verbands-Bio“-Lebensmitteln aufwändiger und teurer als bei „EU-Bio“.

  • Fazit: Trotz einiger Schwächen hat die Einführung der EU-Öko-Verordnung für Bio klare Standards gesetzt. Der Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger, die Bindung der Tierhaltung an die bearbeitete Fläche, das Verbot von Gentechnik und Bestrahlung, die Beschränkung der Zusatzstoffe in der Verarbeitung: All das unterscheidet Öko-Landbau und Verarbeitung deutlich von der konventionellen Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie. Umso bedauerlicher, dass die Neufassung der Verordnung nun wieder zurückrudert. Dadurch gewinnt die strenge Richtliniengebung der Bio-Verbände weiter an Bedeutung. Die Markenzeichen der Bio-Anbauverbände bieten den Kunden die größte Sicherheit.

Schwammige Formulierungen

Generell aufpassen muss man bei Pseudo-Bio-Bezeichnungen: „Integriert“ bedeutet, daß der Chemieinsatz den gesetzlichen Vorgaben genügt. Mit Öko-Landbau hat dies nichts zu tun. „Kontrolliert“ ohne den Hinweis auf ökologischen oder biologischen Landbau besagt wenig. Steht es allein, ist dies ein sicherer Hinweis, daß kein Bio-Produkt vorliegt. Auch "kontrollierter Vertragsanbau" sagt nichts über Herstellung oder Anbau aus. Ebenso sind Bezeichnungen wie „extensiv“, „umweltfreundlich“, „umweltschonend“, „naturnah“ oder „ungespritzt“ keine sicheren Hinweise auf die ökologische Herkunft der Produkte.

Lese-Tips

  • Die Broschüre „Lebensmittel aus ökologischem Landbau“ wurde herausgegeben vom Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten(aid), 44 Seiten. ISBN/EAN. 978-3-8308-0811-4 (Bestellnr. 1218). Zu bestellen bei: aid-Vertrieb DVG, Birkenmaarstr. 8, 53340 Meckenheim
    Telefon (02225) 926146, Fax (02225) 926118
  • Über die politische Entwicklung informieren die deutschen Bio-Verbände auf ihren Homepages. Eine gute Infoquelle ist auch die Plattform des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, http://www.boelw.de.
  • Solides Bio-Basiswissen, aktuelle Nachrichten, viele Daten und hilfreiche Links finden sich bei der Stiftung Ökologie und Landbau - http://www.soel.de.
  • Das Fachinformationssystem ökologischer Landbau bietet unter http://nrw.oekolandbau.de eine solide Einführung mit viel Hintergrund.
  • Beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) findet man Gesetze und die Kontrollstellen sowie Themen rund um den Verbraucherschutz: http://www.bmelv.de.
  • Adressen Deutscher Anbauverbände bei naturkost.de
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